Degrowth Buch – Handbuch für eine neue Ära.

Das Degrowth Buch ist eine Art schriftliches Manifest für eine Zeit nach dem Kapitalismus. Vor ein paar Jahren haben sich Giacoma d’Alisa, Federico Demaria und Giorgios Kallis zusammengesetzt und das „Degrowth“ Buch zusammengestellt.

Das Degrowth Buch - Handbuch für eine Neue Ära.
Das Degrowth Buch – Handbuch für eine Neue Ära.

Es sollte nicht nur bei einer Zusammenstellung bleiben; die Autoren verfolgten kein größeres Ziel als dass ihr Buch eine Art internationales Standardwerk für den Post-Kapitalismus werden soll. Dieser Wunsch könnte Ihnen leicht erfüllt werden, denn das Werk ist nicht nur eine Kritik am vorhanden System, sondern es versucht alternative Wege, fast Lösungen zu geben. Die Vorschläge kommen teilweise von namhaften Autoren, die sich im „Degrowth“ Buch mit einer großen Anzahl von Themen auseinander gesetzt haben. Ob es ‚Dekolonialisierung‘, ‚Entropie‘, ‚Care-Economy‘ oder ‚Alternativwährungen‘ ist – es scheint, die Autoren haben an alle wichtigen Themen gedacht.

Das Degrowth Buch- für eine neue Ära.

Wer auf der Suche nach Anregungen oder Ideen für eine Zeit nach diesem Wirtschaftssystem ist, für den ist das Buch sicher eine gutes Nachschlagewerk und Inspirationsquelle. Auf der Website vom Oekom Verlag gibt es auch die Möglichkeit in das Inhaltsverzeichnis hineinzuschauen: http://www.oekom.de/fileadmin/buecher/PDF_Inhaltsverzeichnis/d_Alisa_Degrowth_Inhaltsverzeichnis.pdf

Wer das Buch schon gelesen hat kann gerne unten in den Kommentaren seine eigene Sichtweise beschreiben!

Das Buch ist in Englisch und neuerdings in Deutsch erhältlich. Erschienen im Oekom Verlag in München.

Details:

272 Seiten, oekom verlag München, 2016
ISBN-13: 978-3-86581-767-9
Erscheinungstermin: 14.03.2016

Weitere Website zum Thema Degrowth:

„Club for Degrowth“. Clubfordegrowth.org. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://clubfordegrowth.org/.

„degrowth.de | Web portal on degrowth“. Degrowth.de. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://www.degrowth.de.

„Research and actions to consume less and share more“. Research and actions to consume less and share more. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://www.degrowth.org/.

Quellenangaben:

(2016): „Buch – : Degrowth“. Oekom.de. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/degrowth.html.

(2016): Inhaltsangabe Buch Degrowth. 1. Aufl. München: Oekom Verlag. http://www.oekom.de/fileadmin/buecher/PDF_Inhaltsverzeichnis/d_Alisa_Degrowth_Inhaltsverzeichnis.pdf

Der Film: „Wenn ein Garten wächst“

Der Film „Wenn ein Garten wächst“ ist ein Projekt von Ines Reinisch (Regie, Produktion, Schnitt). Ines wurde seinerzeit in der Medienstadt Hamburg geboren und verfolgte auch einen Berufsweg in den Medien. Als diplomierte Filmemacherin arbeitete Sie über mehrere für ARD/ZDF und andere Institutionen. Erst im Jahre 2010 beschloss Sie ein zweites Studium für Agrarwissenschaften in Kassel zu beginnen. Als die dort mit dem Gemeinschaftsgarten ‚Huttenplatz‘ in Kontakt kam, entstand die Idee zum Film „Wenn ein Garten wächst“. Hier der Trailer:

 

Denn Sie faszinierte, wie durch Gemeinsamkeit in der urbanen Nachbarschaft ein ökologisches Projekt wie der Huttenplatz Gemeinschaftsgarten entstehen konnte. Manche Nachbarn hatten jahrelang nie ein Wort gewechselt, vielleicht ein mal ein scheues „Hallo, einen schönen Tag“ über die Lippen gebracht – der Gemeinschaftsgarten änderte dies und es entstanden persönliche, enge Freundschaften. Und genau diese enge Gemeinsamkeit sieht Ines als Fundament dieses Gartenprojektes an und möchte dies auch im Film kommunizieren. Nach dem Motto, „zusammen schaffen wir alles“.

Screenshot vom Film "Wenn ein Garten wächst"
Screenshot vom Film „Wenn ein Garten wächst“

Beim Film „Wenn ein Garten wächst“ – wuchs die Gemeinschaft.

Der Garten am Huttenplatz ist schon über die Stadtviertel bekannt geworden. Dieser Film „Wenn ein Garten wächst“wird sicher dazu beitragen, dass bundesweit Menschen über dieses Projekt erfahren und dann vielleicht selbst inspiriert werden, mit Freunden und Bekannten auch Grünland in ihrer Stadt „zu privatisieren“. Reinisch’s Film wurde sogar schon von dem Toronto Filmfestival ausgezeichnet und vier weiteren Wettbewerben.

Screenshot vom Film "Wenn ein Garten wächst"
Screenshot vom Film „Wenn ein Garten wächst“

Der Film ist sicher ein gutes Beispiel dafür, was eine Gemeinschaft bewirken kann, wenn man gemeinsame Ziele verfolgt. 🙂

Gibt es bei Dir in der Umgebung ein ähnliches Projekt? Bitte erzähl uns mehr – unten in den Kommentaren oder via der Kontaktform oben rechts.

Zur Zeit läuft der Film in mehreren Städten in Deutschland. Termine wo und wann, können auf der Website entnommen werden: http://www.wenneingartenwaechst.de/termine/

Der Trailer:

 

Quellenangaben:

(2016): „Wenn ein Garten wächst – Ein Dokumentarfilm von Ines Reinisch“. Wenneingartenwaechst.de. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://www.wenneingartenwaechst.de/.

(2015): „Wenn ein Garten wächst – Trailer“. Vimeo. Abgerufen am 16. 03. 2016 von https://vimeo.com/134846390.

Montreal will Plastikflaschen verbieten

Der Bürgermeister von Montreal plant Plastikflaschen zu verbieten. In der 1,6 Mio einwohnerstarken Stadt sammeln sich jährlich über 700 Millionen Plastikflaschen auf Mülldeponien an. Die Industrie spricht sich gegen ein Verbot aus. Es gibt aber Unterstützung von Umweltschutz-Organisationen. Mehr im Artikel der Jetzt:[…] Continue reading „Montreal will Plastikflaschen verbieten“

Elternforum startet Projekte für Kinder.

Elternforum started Projekte für Kinder.
Das Elternforum startet Projekte für Kinder.

Das Elternforum in Birmensdorf in der Schweiz trifft sich regelmäßig im ehemaligen Asylbewerberheim, um aktiv die Freizeit Ihrer Kinder mitzugestalten. Dabei entstanden in den letzten Jahren Ideen wie etwa das ‚Kinder-Kino‘ oder der ‚Kinder-Coiffeur‘ – aber auch Ideen für die Eltern wurden ins Leben gerufen: der ‚Stricktreff‘ oder der ‚Französische Treff‘ waren Beiprodukte für die Eltern.

Dabei sieht sich das Elternforum nicht als Alternative zu bestehenden Angeboten von Sportvereinen und Co, sondern als Ergänzung. Denn das Ziel ist es aktiv Brücken zu bauen – zwischen den Eltern untereinander, aber auch zwischen Eltern und Schule, Behörden und Vereinen.

Das Elternforum Birmensdorf lädt den Kinder-Choiffeur ein.
Das Elternforum Birmensdorf lädt den Kinder-Choiffeur ein.

 

Wie werden Ideen im Elternforum umgesetzt?

Das ist ganz einfach: Man trifft sich regelmäßig zu einer Ideenbörse im ehemaligen Asylheim der Gemeinde. Dort werden Vorschläge diskutiert. Hat ein Elternteil eine Idee, wird demokratisch abgestimmt und das Elternteil, dass die den Vorschlag für eine Projekt vorschlug, übernimmt dann die Verantwortung für die Umsetzung.

So entstanden viele Ideen, die die Gemeinde zusammengebracht haben, aber auch das Leben sehr bereichert haben, denn das besondere ist in Birmensdorf dadurch dass die Ideen von den Eltern selbst kam, statt von Behörden oder Jugendamt. Denn wer kennt seine Kinder besser? 🙂

Doch mit dem Projekt wurden auch Ideen umgesetzt die von und für die Eltern waren. So gab es Babykurse für Mütter und Väter, eine Französisch-Gruppe und vieles mehr.

Dieses Projekt ist wohl ein gutes Beispiel für funktionierende Direkte Demokratie. Ob so eine Idee auch in Gemeinden, anderer Ländern Früchte tragen kann? Gerne würden wir davon hören, bitte unten einfach ein Kommentar hinterlassen oder uns kontaktieren.

Oder bist du movitiviert worden selbst ein solches Elternforum in deiner Gemeinde zu gründen? Bitte lass es uns wissen. 🙂

Quellenangaben:

(2016): „Elternforum Birmensdorf“. Elternforum-birmensdorf.ch. Abgerufen am 12. 03. 2016 von http://www.elternforum-birmensdorf.ch/.

Hunziger, Dominik (2016): „Von Kinder-Coiffeur bis Stricktreff: Den Eltern mangelt es nicht an Ideen“. Limmataler Zeitung. 2016.

Nachbarschaftlich leben für Frauen e.V.

Nachbarschaftlich leben für Frauen ist ein Verein, der es Frauen ermöglicht zu fairen Mietpreisen eine Wohnung mit anderen Frauen zu teilen – eine Art Riesen-Wohngemeinschaft, bei dem jeder sein eigenes Reich hat.

Screenshot von der Website des Förderverein nachbarschaftlich Leben für Frauen e.V.
Screenshot von der Website des Förderverein nachbarschaftlich Leben für Frauen e.V.

Geboren wurde diese Idee vor knapp 20 Jahren von Dr. Christa Lippmann. Vor 17 Jahren starte das innovative Konzept des Zusammenwohnens. Lippmann ging es unter anderem darum Rentner mit geringem Einkommen einen schönen Wohnplatz anzubieten. Teilen der Wohnung teilt auch die Kosten, plus dem unbezahlbaren Faktor: Gemeinsamkeit.

Mittlerweile gibt es schon 3 Wohnung mit insgesamt 24 Wohneinheiten in der Umgebung von München. Die Frauen zahlen 10 Euro pro Quadratmeter und teilen sich eine Wohnung mit 8-10 Frauen. Jede Mieterin zahlt so ungefähr 400-500 Euro im Monat, das beinhaltet auch eine eigene kleine Küche und ein persönliches Badezimmer – es gibt aber auch eine große Gemeinschafts-Küche.

Gemeinsamkeit das A und O.

Gemeinschaft ist generell sehr groß geschrieben, so gibt es Gemeinschaftsräume, die auch für private Geburtstage genutzt werden kann. Es werden auch gemeinsame Ausflüge ins Grüne oder Theater unternommen, Vortrage organisiert, oder ganz persönliche Hilfe organisiert, wie Fahrten zum Friedhof des verstorbenen Ehepartners oder Begleitung zum Einkaufen, Friseur oder Arzt.

Screenshot von der Website des Förderverein nachbarschaftlich Leben für Frauen e.V.
Screenshot von der Website des Förderverein nachbarschaftlich Leben für Frauen e.V.

Aber die Verantwortung zur Gemeinsamkeit liegt nicht nur beim Verein: Jeder Mieter verpflichtet sich mit dem Unterschreiben des Mietvertrages zu „nachbarschaftlicher Hilfe gegenüber den anderen Mieterinnen“. Wer sich für eine solche Wohnart entscheidet, ist die nachbarschaftliche Hilfe sicher sehr wichtig. Und wenn man sich die Bilder der freudigen Frauen anschaut, scheint es allen dort sehr gut zu gehen. Laut Frau Lippmann gibt es auch ein riesiges Interesse an diesem Wohnmodel. Es kann sich aber jeder bewerben. Unter www.frauewohnen-im-alter.de oder direkt bei Frau Lippmann anrufen unter 089/ 612 59 02

Nachbarschaftlich Leben für Frauen e.V. fördert gemeinsames Wohnen.

Der Verein arbeitet auf einer weiteren Ebene, so hat Christa Lippmann Bücher zum Thema geschrieben und es wird aktiv versucht das Thema gemeinschaftliches Wohnen in die Gesellschaft zu integrieren – durch ‚Förderungen nachbarschaftlicher Wohngruppen‘, ‚Wohnberatung für ältere Menschen‘, ‚Bildungsveranstaltungen‘, ‚Beratungen von Interessierten, die Wohngruppen gründen möchten‘ und vieles mehr. Mehr Info hier: http://frauenwohnen-im-alter.de/about.html

Letzteres ist vielleicht für Leser vom ‚Gute Ideen Blog‘ interessant – hast Du mit dem Gedanken gespielt eine Wohngruppe zu gründen? Dann kann der Verein ’nachbarschaftliches leben für Frauen im Alter‘ vielleicht helfen.

Quellenangaben:

Alter, Förderverein (2016): „Nachbarschaftlich leben für Frauen im Alter – Warum einsam? Lebt gemeinsam!“. Frauenwohnen-im-alter.de. Abgerufen am 11. 03. 2016 von http://frauenwohnen-im-alter.de/.

Löschau, Ursula (08.04.2016): „Die WG der Seniorinnen“. In: Hallo München. (15).

Kleber, Irene (28.08.2015): „Die Senioren WG“. In: Abendzeitung.

lale.help – Software für Flüchtlingshelfer

lale.help – Die Software für Flüchtlingshelfer

Die Online Software für Flüchtlingshelfer und andere ehrenamtliche Helfer in sozialen Projekten soll diese Menschen digital zusammenbringen und vernetzen. Außerdem sollen Arbeitsabläufe verwaltet oder überwacht werden können – ob es ‚hands-on‘ Jobs sind oder sogar managen von Spenden. Ralf Schroeder, der Gründer von ‚lale.help‘, hat selbst in einem Flüchtlingsprojekt geholfen und bemerkt, wie schwierig es ist Dinge und Abläufe zu koordinieren. Durch seine Erfahrungen im Bereich Software und Cloud Computing entstand die Idee zu ‚lale.help‘.

lale.help software für Flüchtlingshelfer
lale.help Software für Flüchtlingshelfer

Warum der Name ‚Lale‘?

‚Lale‘ ist ein persisches Wort. Es bedeutet „Tulpe. Die Tulpe soll als Symbol für Hoffnung auf ein besseres Leben gesehen werden. Den Namen trägt auch ein kleines Mädchen das in einem der Flüchtlingsheime in Deutschland wohnt. Als Baby ist Lale auf die Hilfe von Eltern und Mitmenschen angewiesen – so sind auch Flüchtlinge auf die Hilfe von Mitmenschen angewiesen. ‚lale.help‘ soll helfen, dass diese Hilfe für Flüchtlinge (und andere soziale Projekte) besser koordiniert wird.

Wie hilft ‚lale.help‘ konkret?

Zunächst soll über ‚lale.help‘ die Möglichkeit geschaffen werden, an einem digitalen Ort neue Helfer aufzunehmen und verwalten zu können.

Screenshot von 'Lale' Online Software für Flüchtlingshelfer
Screenshot von ‚Lale‘ Online Software für Flüchtlingshelfer

Als zweiter Punkt soll die Möglichkeit geschaffen werden, diese aufgenommen Helfer einfach mit Aufgaben oder mit Sachspenden zu verbinden. Ein Beispiel: Es soll ein Zimmer für Flüchtlinge renoviert werden. Die Aufgaben wären: „Zimmer ausräumen“, „Material besorgen“, „Zimmer streichen“, „Möbel finden“. Durch ‚lale.help‘ ist eine Kommunikation zwischen diesen einzelnen Arbeitsgruppe einfach, weil jeder Helfer zuhause im eigenen Browser sehen kann, wer, wo, was macht. Beispiel: Hat etwa das Gruppenmitglied XX von Gruppe „Zimmer streichen“ einen Schrank abzugeben, kann XX einfach die Gruppe „Möbel finden“ kontaktieren und dies kommunizieren.

Was kompliziert zu lesen ist, kann in der Realität von Helfern mit noch viel mehr Umstand und verlorener Zeit verbunden sein. Durch ‚lale.help‘ soll helfen einfacher, da besser und strukturierter kommuniziert werden kann. Eingesetzt werden soll ‚lale.help‘ europaweit und ist deshalb auch in Englisch verfügbar.

Zur Zeit ist ‚lale.help‘ noch in der BETA Version. Es werden noch Gruppen gesucht, die die Plattform testen und auch Feedback geben würden, damit die Software noch weiterentwickelt werden kann.

In naher Zukunft werden auch Lernvideos zur Verfügung stehen. Dort wird dann im Detail erklärt wie einfach ‚lale.help‘ funktioniert und welchen Nutzen es für eine Helfergruppe haben kann.

Mehr Infos über die Onlineplattform findet man unter www.lale.help

Quellenangaben:

(2016): „lale.help“. lale.help. Abgerufen am 09. 03. 2016 von http://lale.help/.

Wassertankstellen: Gratis Trinkwasser ‚tanken‘.

Der Verein ‚Wassertankstellen e.V.‘ hat sich etwas ganz tolles auf die Fahne geschrieben: „Niemand sollte (In Deutschland) für reines und sauberes Trinkwasser bezahlen müssen und abgezockt werden.“ (Wassertankstellen e.V. 2016). Diese Vision möchte der Verein durch Bildung und durch die Verfügbarkeit von ‚Wasserabholstellen‘ (Wassertankstellen) erreichen. Die Wassertankstellen sollen Menschen ermöglichen selbst gratis, sauberes Trinkwasser zu ‚tanken‘. Ein zweites Bein des Vereins ist den Bürger durch Dokumentation von wissenschaftlichen Medienbeiträgen über die Situation von Trinkwasser – ob als Mineralwasser oder Leitungswasser- zu informieren.

Gratis sauberes Trinkwasser tanken an einer Wassertankstelle vom  Wassertankstellen e.V.
Gratis sauberes Trinkwasser tanken an einer Wassertankstelle vom Wassertankstellen e.V.

Wasser ist verschmutzt.

Es gibt ein riesiges Problem aus Sicht des Vereins ‚Wassertankstellen e.V.‘ – mehr und mehr ist Wasser – ein Allgemeingut – industrialisiert oder von Industriebetrieben kontrolliert und überwacht. Wasserproben finden keine Chemikalien, weil gar nicht eine vollständige Analyse betrieben wird und einzelne Stoffe von Wasseruntersuchungen ausgeschlossen oder Höchstgrenzen immer höher gesetzt werden. Mineralwasser hat eine schlechte Qualität und wird überteuert verkauft. Durch diese Tatsache wird es immer schwerer für den gesundheitsbewussten Bürger sauberes Wasser zu geringen Kosten zu kaufen. Wer wenig Geld hat, scheint fast von sauberen Wasser ausgeschlossen zu sein (da Osmose Anlagen oder sauberes Mineralwasser sehr teuer ist).

Wassertankstellen überall in Deutschland.

Bei dieser Problematik setzt die Idee der ‚Wassertankstellen‘ an. Die Vision ist, es gibt in der nahen Zukunft in jeder Stadt in Deutschland, oder jeden Stadtbezirk, ‚Wassertankwärter‘ (Menschen wie du und ich), die gratis Wasser an interessierte Mitmenschen ausgeben. Sauber und Frei von Zusatzstoffen. Auf einer Karte (siehe hier: http://wassertankstelle.de/wassertankstellen.html) werden private oder öffentliche ‚Wassertankstellen‘ schon jetzt aufgelistet, so dass man sich eine Stelle in der nächsten Nähe suchen kann. Das Tolle ist, es gibt schon eine Menge Tankstellen. Jeder kann eine ‚Tankstelle‘ eröffnen. Einfach den Verein kontaktieren.

Der Wasseradar der Wassertankstellen e.V. zeigt Wasserqualitäten in ganz Deutschland.
Der Wasserradar der Wassertankstellen e.V. zeigt Wasserqualitäten in ganz Deutschland.

Eine weitere Karte auf der Website listet Wasserproben der Mitglieder auf, die als Teil der Mitgliedschaft im Verein gemacht wurden. Als Mitglied bekommt man eine Wasserprobe (Leitungswasser oder Mineralwasser) bezahlt. Der ‚Wasserradar‘, wie diese Karte genannt wird, listet auch Proben von Mineralwässern auf. Es wird in verschiedene Wasserqualitäten eingeteilt. Man ist schon erstaunt, wie oft orange Fähnchen auftauchen. Mit der Farbe orange werden Wasserproben kategorisiert die als ’stark belastet‘ gelten.

Der Wasserradar bringt Transparenz.

Der Wasserradar ist ein Weg Aufmerksamkeit und Aufklärung zu erreichen. Es werden aber auch Kurse und Vorträge gehalten – deutschlandweit (Siehe hier: http://wassertankstelle.de/termine.html) – und wissenschaftliche Informationen und Fernsehbeiträge zum Wasser aufgelistet und verbreitet.

Eine Mitgliedschaft kostet nur 12,00 Euro im Jahr (20,00 Euro Aufnahmegebühr). Enthalten in der Mitgliedsschaft sind:

  • Webspace mit eigener URL, die genutzt werden können um die Bildungsarbeit des Vereins zu unterstützen, um etwa Termine zu veröffentlichen oder um seine Wassertankestelle zu bewerben.
  • Ein gratis Wassertest. Das Ergebnis wird dann in dem Wasserradar gelistet.

    Mehr infos vom Verein.


Links:

Website: www.wassertankstelle.de

Facebook: https://www.facebook.com/Wassertankstelle-468837466471645/

Quellenangaben:

Wassertankstelle.de, (2016): „Wassertankstelle.de“. Abgerufen am 03. 03. 2016 von http://wassertankstelle.de/.

(2016): „Frank geht zur Wasserinfo“. YouTube. Abgerufen am 09. 03. 2016 von https://www.youtube.com/watch?v=VQSZJ9LavcI.

Der Trend zur eigenen Biomolkerei

Immer mehr Bauern schließen sich zusammen, um eine eigene Biomolkerei zu gründen. Verkaufen an die großen Molkereien das mag ein Biobauer gar nicht. Oft werden die kleinen Milchverarbeitungsanlagen durch die Bevölkerung aus der Umgebung finanziert – denn die wollen ja regionale und ökologische Produkte.

Die Situation um die deutsche Biomilch ist komplizierter, als es auf den ersten Anblick scheint. Obwohl Biobauern seit Einführung von Bio-Milcherzeugergemeinschaften (man verkauft gemeinsam an eine Molkerei, um einen guten Preis zu erhalten) sich über einen stabilen Milchpreis freuen dürfen – ist es trotzdem nicht einfach die gute Biomilch an den Mann oder die Frau zu bringen. Der einfache Weg wäre an große Molkereien zu verkaufen, die auch Biomilch zertifizierte Milch verarbeiten dürfen. Um nur einmal zu illustrieren was ‚groß‘ bedeutet: „Die konventionelle Molkerei DMK verarbeitet rund 18 mal so viel Milch, wie die fünf größten Biomolkereien Andechser, Gläserne Meierei, Berchtesgardener Land, Söbbeke und die deutschen Ableger der dänischen Molkerei Arla zusammen“ (Bioland 2016). Verständlicherweise möchte ein Biobauer lieber an eine reine Biomolkerei verkaufen, denn wer möchte schon schon seine gute Biomilch mit konventioneller Milch vermischt haben?

Die Lösung war eine eigene Biomolkerei

Unter anderem aus dieser Motivation, ‚die Großen‘ zu vermeiden, entstand die Erzeugergemeinschaft Hamfelder Hof, die 2013 sich mit 27 Bioland Milchbauern (wieder)gegründete wurde. Seit 01.08.2015 produziert der Hamfelder Hof leckere Biomilch. Dabei ist der Hamfelder Hof schon sehr professionell aufgestellt und kann den Bedarf der Supermärkte und Kundschaft bedienen und produziert auch länger haltbare Biomilch. Anderen Mikromolkereien, wie etwa die Tü-Bio aus Tübingen fehlt diese Technik (um Milch haltbar zu machen). Als Resultat waren Bestellung, und sind Bestellung immer noch verhalten, denn die Tü-Bio Milch ist nur 7 Tage haltbar. Trotzdem erfreut sich das Angebot der Tü-Bio größter und wachsender Begeisterung. Das die Konsumenten aus Region voll hinter dem Konzept der Biomolkerei stehen, zeigen die 300.000 Euro, die von Bürgern aus der Region in die Molkerei investiert worden sind.

Langfristig kann nur gesagt werden, dass ein Konzept wie die Mikromolkerei Zukunft hat und voll im Trend liegt. Etwa ist der Anteil von Biomilch im Milchmarkt zwischen 2008 und 2014 um 30 % gestiegen (Bioland 2016), obwohl die Deutschen immer weniger Milch trinken. Der deutsche Biomilchmarkt ist auch immer noch auf Importe aus Österreich und Dänemark angewiesen – das liegt zuletzt daran, dass der österreichische Biobauer 6% (Bioland 2016) mehr erhält als im eigenen Land.

Links zu verschiedenen kleinen Biomolkereien:

Tü-Bio Molkerei http://www.tue-bio.de/

In der Region Tübingen.

Hamfelder Hof http://www.hamfelderhof.de

Ein Zusammenschluss von 27 Biolandbauern in Schleswig-Holstein.

De Öko Melkburen http://deoekomelkburen.de/

Eine kleine Mikromolkerei, die aus 3 Biolandbauern besteht.

Quellenangaben:

Bioland.de, (2016): „Bioland: Der Trend geht zur eigenen Molkerei“. Abgerufen am 28. 02. 2016 von http://www.bioland.de/im-fokus/hintergrund/detail/article/milch.html.

Loderhose, Jan (2016): „Startseite der Tübinger Bio-Bauernmilch GmbH – Tü Bio“. Tue-bio.de. Abgerufen am 28. 02. 2016 von http://www.tue-bio.de/.

Hamfelderhof.de, (2016): „Milchprodukte aus der Meierei Bauerngemeinschaft – Hamfelder-Hof“. Abgerufen am 28. 02. 2016 von http://www.hamfelderhof.de.