Wie aus der Mühle in Bohlsen einen riesen Ökoimpuls wurde.

Die Mühle in Bohlsen vom Vater zu übernehmen, das kam dem Wirtschaftswissenschaftler Volker Krause nie in den Sinn. Doch während des Studiums muss er dem Vater unter die Arme greifen, dessen Mühle kurz vor dem Konkurs stand. Krause braucht nicht lange und entschloss, die Mühle seines Vater zu übernehmen.

Als aktives Mitglied der damaligen Ökobewegung, wurde schon bald aus der Mühle eine reine Biomühle. Nicht nur verarbeitete er damit umweltverträgliches Getreide, auch Bauern in der Umgebung wurden Biobauern.

Als die finanzielle Situation der Mühle mal nicht so rosig war, ging Volker Krause wieder in den frontal Angriff und gründete eine Biobäckerei, die viele, viele Bioläden in Hamburg mit Brot beliefert. Mit dem Brot, das aus dem Getreide der Mühle gebacken wurde.

Mittlerweile ist die Nachfrage nach Biomehl so gross, dass er sogar aus dem Ausland Getreide dazu kaufen muss. Aber bevorzugt natürlich lokales Getreide. Auch, um im direkten Kontakt mit den Bauern, neue, bzw. uralte Getreidesorten wieder anzubauen, wie etwa das Einkorngetreide.

Aber damit nicht genug. Nun hat er eine Backstrasse vor den Toren des Dorfes gebaut. Über 200 Mitarbeiten backen hier nun so allerhand Bio-Backwaren – die der Markt verlangt.

Wenn es das mal wäre. Auch der Strom wird selbst erzeugt in einer Genossenschaft. Aus den Abfällen der Mühle – Biostrom wahrhaftig Bio.

Die Mühle in Bohlsen und Volker Krause – eine tolle Erfolgsgeschichte!

Mehr details in diesem wunderbaren kurzen Film:

#gutestun

#guteidee

#toll

Agroforst – eine Form um dem wandelnden Klima entgegen zu wirken?

Die ältesten Formen des Agroforstes reichen bis 4000 vor Christus zurück. Die Agroforstkultur ist auch durch die Permakultur bekannt geworden. Die Permakultur plant zusammen mit der Natur, um bestimmte Pflanzen, helfende Insekten oder Tiere in den Garten zu holen, um so ein ausgeglichenes Ökosystem entstehen zu lassen.

Ein Agroforst Beispiel
Screenshot: Beispiel: Ein Agroforst wird in Agrarfläche integriert. Copyright Verband Agroforstwirtschaft.

Es gibt ähnliche Vorteile eines Agroforstes. Zum Beispiel werden Vögel und Insekten zum Feld gezogen; es wird Schatten wird im Sommer gespendet für Tiere, wie Kühe, Schafe, Ziegen oder Hühner und Gänse, die unter den Bäumen grasen; das Bodenleben wird positiv verändert und es gibt positive Effekte für die umliegenden Agrarflächen, Bäume geben Windschutz und können Verdunstungseffekte reduzieren, und, und und… Als Hölzer können schnell-wachsende Arten genommen werden oder langfristig mit hochwertigeren Bäumen geplant werden (Fruchtbäume, Edelhölzer).

Was ist ein Agroforst? Eine kurze Beschreibung.

Es gibt Vorteile für den Bauern, die Natur und die Kommune. Man kann vielleicht auch behaupten, die Vorteile überwiegen gegenüber den Nachteilen. Der Gesetzgeber beschränkt zur Zeit aber noch den Anbau eines Agroforstes. Auch eine Förderung für einen Agroforst gibt es in Deutschland noch nicht. Deshalb steht der Fachverband für Agroforstwirtschaft mit der Politik im Dialog. Ziel ist es, es den Bauern einfacher zu machen auf Ihren Feldern einen Agroforst anlegen zu können. Hoffentlich sind sie erfolgreich – denn wenn sogar der Gesetzgeber bei neuen Ideen im Wege steht, ist das ja manchmal überhaupt nicht hilfreich.

Ein Film von Bayern 3 Agroforste: Acker und Wald – Faszination Wissen

Mögen wir mehr natürliche Agroforste bald sehen ! <3

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Was hat ein Schiffer-Tree mit Bienengesundheit zu tun?

Was ist ein Schiffer-Tree? Und warum lieben ihn die Bienen?

Es fing alles mit einer Frage an.

Ein Schiffer-Tree ist kein Baum auf einem Boot, sondern die logische Antwort von Torben Schiffer auf seine Entdeckung bei seiner intensiven Forschungsarbeit über die Bienen. Ein Bienen(baum)haus. Torben Schiffer wurde von Prof Jürgen Tautz beauftragt die natürlichen Lebensbedingungen der Bienen zu erforschen. „Was an sich sehr traurig ist, wir leben seit 1000 Jahren mit Bienen und wissen nicht, wie sie leben, bzw. was ihr artgerechter Lebensraum ist“ – so Torben Schiffer.

Nach intensiver Forschungsarbeit erkannte er, dass zum Beispiel die rechteckig-geformten Bienenstöcke, die heute weitverbreitet sind, überhaupt nicht artgerecht gestaltet sind, sondern Massentierhaltung sind. Während Bienen in artgerechten Wohnräumen in der Natur, nur einen Raum besetzen, der der Form und Größe eines Luftballons ähnelt, sind die zur Zeit weitergenutzten Bienenstöcke gar nicht dieser Form angepasst. An den Ecken entstehen kalte Lufträume, wo sich Kondenswasser absetzen kann und sich Schimmel bildet. Diese kühlen Ecken bringen auch Temperaturunterschiede in den Bienenstock. Und genau wie beim Menschen, schlagen sich diese Temperaturunterschiede auf die Gesundheit der Bienen aus. Zudem wollen die Bienen die Temperatur gleich halten. Um dies zu tun, verausgabt sie sich mehr, weil permanent Wärme abströmt. Die Wärmeausgleichsarbeit der Biene führt zu einem erhöhten Stoffwechsel – das wiederum bedeutet, eine schnellere Alterung, und schließlich einen schnelleren Tod.

Das Problem mit der Wärme.

Diese Wärmeausgleichsarbeit der Bienen mag für den Laien fast banal vorkommen – nach dem Motto, dann müssen sie eben etwas mehr Wärme erzeugen. Dem ist aber nicht so. In Zahlen sieht das so aus. Ein rechteckig-geformter Bienenstock verbraucht bis zu 300 Kilogramm Honig, alleine nur, um den Bienenstock am Leben zu halten. Die Wildbienen, über die im nächsten Absatz gesprochen wird, verbrauchen dagegen als Volk nur 30-50 Kilogramm. In Nektar stehen hier 600 Liter (konventionell) versus 100 Liter für die Wildbienen im Raum. Wie gesagt, nur (!) um den Bienenstock am Leben zu halten und ernähren zu können. Und damit ist die Biene ganz schön beschäftigt, Torben sagte sogar, unter permanenten Dauerstress, weil einfach permanente Honig-Bedarf besteht.

Wie positive sich wenige Wärmeverlust auf die Honigproduktions auswirkt, zeigt ein Beispiel aus dem Sommer 2018. Wie sich jeder erinnern mag, erlebten wir dort extreme Trockenheit und Hitze. Die Trockenheit bewirkte, dass wenig Nektar zur Verfügung stand. Die Imker waren erst besorgt. Doch komischerweise waren die Waben der Imker gefüllt bis in die letzte Wabe. Woher kam das? Ganz einfach: Durch die warme Aussenluft, mussten die Bienen im Bienenhaus weniger Wärmeausgleichsarbeit leisten und hatten somit weniger Bedarf nach Honig. Und hatten so, trotz weniger Nektarquellen, am Ende mehr Honig in den Waben.

Wärmehaushalt eines Bienenstocks
copyright: Torben Schiffer vom Beenature Projekt

Ähnlich, wie bei der Hitzewelle – wo weniger Wärme verloren ging – funktioniert auch das Leben der Wildbiene in Baumstümpfen. Das es Wildbienen gibt, die sich bester Gesundheit erfreuen ist nicht so bekannt – dem ist aber so.

Zum Einen, weil sie einen Lebensraum hat, der dem Tier angepasst ist (z.B. keine kalten Ecken). Das Bienenhaus in der Natur (im leeren Baumstumpf) ist dem Wärmefeld des Bienenvolkes angepasst. Das Wärmefeld des Bienenvolkes hat ungefähr die Größe eines 20cm grossen Luftballons – somit ist der Raum komplett mit Bienen ausgefüllt und es geht kaum Wärme verloren.

Weiter: Dadurch das wenig Wärme verloren geht, muss die Biene auch weniger Wärme ausgleichen und wird damit weniger belastet und weniger Honig muss gesammelt wie oben erklärt.

Der kleine Helfer: Der Bücherskorpion.

Beim Thema Varroa Milbe kann vielleicht auch erkannt werden, dass eine artgerechte Umgebung und die Natur helfen kann. Bei Wildbienen ist die Varroa Milbe kein Problem. Sie ist vorhanden, aber sie ist kein Problem wie im konventionellen Bienenhaus. Zum Einen gibt es in der Natur natürliche Helfer, die die Varroa Milbe auffressen: den Bücherskorpion. Bei einer Felduntersuchung konnte Schiffer den Bücherskorpion sogar bei einem Wildbienenvolk finden, dass erst seit ein paar Wochen in einen hohlen Baumstamm wohnte. Der Bücherskorpion scheint in natürlicher Symbiose mit der Biene zu leben und der Bienen zu helfen.

Bücherskorpion

Ein weiterer Aspekt der Varroa-unfreundlichen Umgebung im Baumstumpf sind die kleinen Mengen an Brut. Die Varroa haftet sich an die Brut. Ein wilder Bienenbau hat zwischen 20-40l Volumen – ein konventioneller 80-150l. Größeres Volumen heisst mehr Brutwaben. Und damit mehr Nahrungsraum für die Varroa.

Einen andere hilfreichen Aspekt bietet vielleicht auch, dass die wilde Biene keinen Honig abgibt an den Imker. So wurde bei drei Völkern eines Demeter Imkers ist festgestellt werden, dass Bienen, denen kein Honig entnommen wurden, sich die Fähigkeit im Bienenvolk entwickelte, selbst die Varroa Milbe zu bekämpfen.

Das Bienenhaus oder besser Bienenbaum?

Torben hat nach seinen Forschungen, dann nach einer Lösungen gesucht und den Schiffer-Tree entwickelt. Ein Baumstamm-ähnliches Bienenhaus, dass jeder gratis mit der Bauanleitung auf der Website von Torben nachbauen kann (link siehe unten). Durch die Baumstamm-ähnliche Form hat die Biene nun ein Haus, dass sich an das Wärmefeld des Bienenvolkes anpasst – genau wie in der Natur. Dadurch geht kaum Wärme verloren, anders als beim konventionellen Bienenhaus wie oben beschrieben. Außerdem wird dem Schiffer-Tree kaum Honig entnommen. Maximal 5 Kilo Honig können entnommen werden.

Schiffer-Tree
copyright: Torben Schiffer vom Beenature Projekt

Schiffer nennt ihn liebenswürdig „Energiesparhaus“, weil die Biene weniger Energie verbraucht. Statt bis zu 20 Kilo Winterfutter (im konventionellen, rechteckigen Bienenhaus), werden nur 2 Kilo gebraucht. Es gibt auch weniger tote Bienen oder frühes Sterben der Bienen, weil der Wärmehaushalt ausgeglichen ist und dadurch die Biene geschont wird.

Den Schiffer-Tree kann jeder in seinen Garten stellen. Ob als Imker-Profi oder nur als Laie. Die Anleitung findet man im Internet auf der Website von Torben Schiffer (link siehe unten).

Ich überlege auch, mir selbst so einen Schiffer-Tree bauen. Du auch? Kommentiere doch mal unten.

Fazit: Eine wirklich tolle Idee! Für die Bienen, aber auch die Gesellschaft. Und es ist wirklich motivierend zu lesen das 70-80% der Imker bei Torben’s Vorträgen seine Arbeit wunderbar finden.

Wer Torben unterstützen mag, kann dies auch tun. Torben sucht regelmäßig Praktikanten, die ihm helfen bei der Milben Auszählungen. Das ist sicher ein Job für junge Leute, die sich sehr zum Forschen und den Bienen hingezogen fühlen.

Vom Scammer zum Heiligen – Joel aus Liberia.

Wie aus einem möglichen Onlinescam, ein tolles Hilfsprojekt wurde.

Ben Taylor von ‚Pleasant Green‘ wurde eines Tages von einen Mann namens Joel via email kontaktiert. Joel schlug ihm eine dubiose Geschäftsidee vor, statt das email zu löschen, fing Ben an mit ihm zu schreiben. Nach dem Motto, wenn er mit mir beschäftigt ist, betrügt er keinen anderen Menschen. Ben fand heraus, dass Joel Geld brauchte und einen Geschäftspartner suchte. Joel machte den Vorschlag, Schrottteile zu verschiffen und der Gewinn würde geteilt.

Statt Schrott-Handel – Schrott-Fotos.

Statt auf Joel’s Vorschlag einzugehen, macht er einen Gegenvorschlag: Er log Joel an und sagte er hätte eine Foto-Agentur und er bräuchte Bilder. Er schlug ihm vor ein Bild von einem ‚iberischen Sonnenuntergang‘ zu machen. Er würde für die Bilder bezahlt, die gut wären.

Leider, oder besser erwartungsgemäß, kam ein Horror-Foto zurück. Aber Ben gab nicht auf und schickte sogar eine 60 Dollar Kamera zu Joel. Und auf einmal kamen tolle Fotos zurück und Ben musste schnell eine Lösung finden, sonst wurde noch aus ihm ein Betrüger.

Ein Fotobuch ist geboren.

Bald entstand die Idee, Freunde und Familie anzubieten einen kleinen Bildband zu kaufen, um etwas Geld für Joel zu haben. Aber nach ein paar Facebook shares, hatte Ben auf einmal mehrere hunderte Bestellungen. Bis heute gingen 6000 Bestellungen ein.

Joel verdiente eine Menge Geld um seine neunköpfige Familie zu ernähren. Und noch toller, die Hälfte des Profits ging an die örtlichen Schulen. Mittlerweile werden sogar von den Gewinnen Mikrokredite an junge Unternehmer gegeben.

Win-Win für alle.

Sogar für Ben, denn der hat gelernt, was alles passieren kann, wenn man an das gute in Menschen glaubt.

Hier die ganze Geschichte als Video (Englisch)

 

Die Webseite von dem Projekt: https://bydgraceofgod.com/

Twitter: https://twitter.com/pleasantgreen

Instagram: https://www.instagram.com/pleasantgrn/?hl=en

Habt ihr auch schon mal so etwas erlebt? Erst misstraut und dann war alles anders als Du gedacht hast?

 

Retuna – die weltweit erste Recyling Shopping Mall.

retuna-konferensIn der 70.000 Seelenstadt Eskilstuna eröffnete im August 2015 die weltweit erste recycling Shopping Mall. Alle Produkte, die in der Mall verkauft werden sind recycelte Produkte, die wieder zum Leben erweckt worden sind oder ökologisch oder nachhaltig produziert wurden.

 

Der Kunde trägt zur Sortimentsvielfalt bei.

Wer die Mall besucht, kann auch zum neuen Sortiment beitragen, in dem man wiederverwertbare Spielsachen, Möbel, Kleidung, dekorative Dinge oder elektronische Geräte in dem Depot “Returen” abgibt. Dort wird eine erste Aussortierung durchgeführt. Was ist nutzbar, was nicht. Im nächsten Schritt werden die nutzbaren Sachen an die Shops weitergegeben, die dann entscheiden was sie reparieren, umwandeln oder verfeinern – und dann letztendlich verkaufen wollen.

 

Aber Retuna ist nicht nur ein Verkaufsplatz, sondern auch ein öffentlicher Raum, wo es Events, Workshops, Vorträge oder spezielle Thementage gibt, die versuchen die Besucher näher an das Thema Nachhaltigkeit heranzuführen. Geführt ist die Mall von einer städtischen Firma, die das Ziel hat optimale Vorteile für Kunden, sowie Anwohner anzubieten – mit minimalen Impakt für die Umwelt.

Wie entstand die Idee?

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Die Stadt Eskilstuna hatte das Ziel eine grüne Vorbildfunktion zu sein.  Irgendwann kam die Idee auf, eine Mall zu bauen, die

normale Alltagsprodukte anbot, aber nur mit wiederverwendeten oder upgecyclten Produkten. Im August 2014 beschlossen Politiker dass diese Mall gebaut werden soll. Mittlerweile wurde das Konzept kopiert und in anderen Städten umgesetzt.

 

Wer kennt ein andere Modelle? In welchen Städten sind Sie? Bitte postet unten Links und Infos.

Quellen:

https://www.retuna.se

Obdachtloser Junge liest positives

Wie wichtig es ist sich positive Nachrichten oder generell, das zu lesen, was einem Spass und Freude macht, zeigt dieser obdachloser Junge.

„Ich versuche Probleme zu vermeiden, aber die Probleme laufen mir hinterher“ sagt der 11-jährige. Durch das Lesen wird er auf andere Gedanken gebracht. Und noch schöner, er schreibt für die anderen Kinder kleine „Reviews“ über Bücher, und hilf ihnen so, das richtige Buch zu finden.

Inspirirende Story.

 

Link (Englisch): http://www.dispatch.com/news/20180113/homeless-boy-immerses-self-in-reading-to-focus-on-positive

Einfach eine solidarische Landwirtschaft finden.

Eine solidarische Landwirtschaft finden ist nicht einfach. Nun gibt es Ernte-teilen.org. Es ist eine Onlineplattform, die auf einer interaktiven Karte alle Solidarischen Landwirtschaften (SoLaWi) in Deutschland auflistet – mit dem Ziel: „Verbrauchern und Landwirten es einfacher zu machen, sich an Solidarischer Landwirtschaft zu beteiligen“ (Ernte-teilen.de 2016).

Ob man als Verbraucher eine solidarische Landwirtschaft finden möchte, oder als Landwirt, der eine SoLaWi gegründet hat und dies der Welt mitteilen will. Unterstützt wird Ernte-teilen.org vom Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.

Eine Solidarische Landwirtschaft finden mit Ernte-Teilen.org
Eine Solidarische Landwirtschaft finden auf der Karte von Ernte-Teilen.org (Bildrechte Ernte-Teilen.org)

Aber nun werden sich manche Leser sicher Fragen: „Was ist eine SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft)?“ Das Konzept für die Solidarische Landwirtschaft entstand in den 60er Jahren in Japan. Es ist ein Zusammenschluss von Menschen, die einem Bauern im Voraus einen regelmäßigen (Mitglieds)Beitrag zahlen, um dafür eine angemessene Menge an Gemüse zu bekommen. Meist bindet man sich für 1 Jahr. Das Gemüse holt man selbst auf dem Hof ab, teilweise helfen die Mitglieder auch bei der Ernte oder anderen Aktivitäten. Dabei ist wichtig, dass der Preis vom Produkt entbunden ist, dass heißt, es wird kein Preis festgesetzt für einen Salat oder 1 Kilo Tomaten, sondern es gibt eine bestimmte Menge geerntetes Gemüse, das dann durch die Mitglieder geteilt wird. Im Winter kann es weniger sein, im Sommer meist mehr. Gibt es Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben, dann darf man um eine Verringerung bitten – übernommen werden die Kosten von Familien, die besser verdienen, oder externen Sponsoren. Somit ist jeder ein Gewinner: Der Bauer, weil er regelmäßige Einnahmen hat und so besser, und mit weniger Risiko, planen kann und der Verbraucher, weil er frisches Gemüse bekommt, auf dem Bauernhof mithelfen kann und dadurch auch einen viel näheren Bezug zu seiner Nahrung bekommt.

In den letzten Jahren sind in Deutschland SoLaWi’s wie die Pilze aus dem Boden geschossen. Gründe gibt es viele, ein Hauptgrund ist sicher der immer größere werdende Kostendruck in der Landwirtschaft, und auf der anderen Seite, dass immer mehr Menschen wissen möchte wo ihr Essen herkommt.

Genau hier soll die Website ernte-teilen.org helfen ansetzen und unterstützend wirken – dass noch mehr Menschen zu einer SoLaWi finden oder noch mehr SoLaWi’s gegründet werden können.

Lasst uns eine solidarische Landwirtschaft finden.

Simon und seine Freunde starteten die Idee, als sie selbst frustriert waren und es sehr schwer fanden selbst eine Solidarische Landwirtschaft zu finden. Mit Hilfe einer Förderung der Open Knowledge Foundation Deutschland (im Rahmen des Programms Stadt Land Code)  gab es die notwendige finanzielle Unterstützung und seitdem wird das Projekt langsam, aber kontinuierlich in der Freizeit weiterentwickelt.

Und bist du schon bei einer SoLaWi? Konntest du eine SoLaWi in deiner Nähe auf der Karte finden? Erzähl deine Erfahrungen von SoLaWi’s wenn du welche hast oder frage unten in der Kommentar-Box.

Guten Hunger!

Gründung des Projektes durch:

  • Simon Jockers (Design und Softwareentwicklung)
  • Christian Rijke (Softwareentwicklung)
  • Tobias Preuss (Softwareentwicklung)
  • Charis Braun (Inhaltliche Betreueung)

Quellenangaben:

(2016): „Solidarische Landwirtschaft“. De.wikipedia.org. Abgerufen am 29. 03. 2016 von https://de.wikipedia.org/wiki/Solidarische_Landwirtschaft#Entwicklung.

e.V., Solidarische (2016): „Startseite :: Solidarische Landwirtschaft e.V.“. Solidarische-landwirtschaft.org. Abgerufen am 29. 03. 2016 von http://www.solidarische-landwirtschaft.org.

(2016): „Ernte teilen“. Ernte-teilen.org. Abgerufen am 29. 03. 2016 von http://ernte-teilen.org/.

(2016): „Stadt Land Code – digitale Werkzeuge für Bürger“. Stadtlandcode.de. Abgerufen am 10. 04. 2016 von http://stadtlandcode.de/.

20 Jahre Saatgutfonds für Artenvielfalt.

75% des international Saatgutmarktes werden von nur 10 großen Konzernen kontrolliert und zur gleichen Zeit bewirkt diese Konzentration von wenigen Firmen auch eine Abnahme von Artenvielfalt. Ein Beispiel: in den 60er Jahren gab es auf den Philippinen noch über 3000 Reissorten, in den 90er Jahren fand man auf 98% der Anbaufläche nur 2 Reissorten. Mittlerweile ist mehr und mehr in der breiten Öffentlichkeit bekannt, wie die Situation um unser Saatgut steht – das war 1995 noch ganz anders. Aus dieser Situation heraus entstand der Saatgutfonds.

 

Hier ein Film der die Situation genauer beleuchtet: „Die Saatgut Retter“ (ZDF 2014) ( (2016). http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2103992/Die-Saatgut-Retter#/beitrag/video/2103992/Die-Saatgut-Retter

Zuchinisamen bei der Auswahl.(Bild Saatgutfonds)
Zuchinisamen bei der Auswahl. (Bild Saatgutfonds)

Damals gab es schon Initiativen, die einen Gegenimpuls setzen wollten und an Saatgutzüchtungen für die Allgemeinheit arbeiteten. Aus der öffentlichen Hand gab es keine Fördergelder für diese zeitintensive Arbeit. So entstand die Idee des Saatgutfonds, der genau diese Initiativen unterstützen sollte.

 

Es waren Albert Fink (damals Vorstand der GLS Treuhand) und Dirk Lücke (ehemaliger Manager in der Verpackungsindustrie und Bio-Landwirt) die sich zusammenschließen und mit 140.000 DM Gründungskapital den Fonds ins Leben riefen. Dieser nahm schon im darauf folgenden Jahr seine Arbeit auf und unterstützte die ersten Saatgutzüchtungsprojekte.

Das Ziel.

Das Ziel des Fonds sollte sein: „ein Spendensammelfonds für die Förderung der gemeinnützige, biologische und biodynamische Züchtungsforschung“ (Saatgutfonds 2016) zu sein. Außerdem tritt man für „Fruchtbarkeit, Vielfalt und Saatgutforschung ohne Patente und Gentechnik“ ein.

Das Besondere am Saatgutfonds ist, dass es keine Stiftung oder ein Fonds im traditionellen Sinne ist, sondern wie schon erwähnt, die Projekte werden mit Geld gefördert, das durch regelmäßige Spenden eingesammelt wird. (im Vergleich: Eine Stiftung fördert gemeinnützige Projekte mit den Zinserträgen aus dem Stiftungsvermögen). Zur Zeit zählen zu den Unterstützern über 4000 Bürger und Bürgerinnen und eine große Anzahl namhafter Unternehmen und Organisationen, die teilweise schon sehr lange dem Saatgutfonds verbunden sind. So ist etwa Alnatura, eine Biosupermarktkette, schon seit über 10 Jahren mit dabei.

854.000 Euro für Saatgutzüchtungen in 2015.

Man würde sich sicher jederzeit über neue Unterstützer freuen, denn die Entwicklung einer einzigen Sorte kostet um die 600.000 €. Im Jahre wurde 854.000 € für Saatgutzüchtungsforschung im Bereich ‚Gemüse-‚, ‚Getreide-‚ und ‚Obstzüchtung‘ verteilt. Dieser Link zeigt genau wo das Geld im Jahre 2015 hingeflossen ist: (http://goo.gl/hSxPhr)

Wie die Fördergelder verteilt werden, wird vom Treuhänderkreis entschieden. „Die Mitglieder des Treuhänderkreises sind, neben der Geschäftsführung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin, Vertreter/innen von Bio-Verbänden, Forschungseinrichtungen des biologischen Landbaus und den Züchtungsinitiativen. Sie informieren sich wechselseitig über die Arbeit und Entwicklung der geförderten Projekte und unterstützen das Team der Zukunftsstiftung Landwirtschaft bei der inhaltlichen Vorbereitung der jährlich stattfindenden Saatgut-Tagung.“ (Saatgutfonds 2016)

Der Saatgutfonds sucht Förderer.

Wie kann man den Fonds unterstützen? Oder vielleicht ist man auf der Suche nach finanzieller Unterstützung für die eigene Saatgutzucht? Dann bitte einfach den folgenden Link folgen, dort gibt es allerhand Informationen. Mehr hier: http://goo.gl/pW6zZn

Was hältst du von dieser Idee? Bist du schon Unterstützer oder planst du den Saatgutfonds zu unterstützen? Bitte hinterlasse uns eine Nachricht unten in den Kommentaren. 🙂

Quellenangaben:

(2016): „Die Saat der Zukunft“. Alnatura.de. Abgerufen am 18. 03. 2016 von http://www.alnatura.de/de-de/panorama/kultur-und-gesellschaft/gesellschaft/die-saat-der-zukunft.

(2016): „Saatgutfonds – Zukunftsstiftung Landwirtschaft“. Zukunftsstiftung-landwirtschaft.de. Abgerufen am 18. 03. 2016 von http://goo.gl/aFjn1u

(2016): „Die Saatgut-Retter – planet e – ZDFmediathek – ZDF Mediathek“. Zdf.de. Abgerufen am 18. 03. 2016 von http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2103992/Die-Saatgut-Retter#/beitrag/video/2103992/Die-Saatgut-Retter.

Degrowth Buch – Handbuch für eine neue Ära.

Das Degrowth Buch ist eine Art schriftliches Manifest für eine Zeit nach dem Kapitalismus. Vor ein paar Jahren haben sich Giacoma d’Alisa, Federico Demaria und Giorgios Kallis zusammengesetzt und das „Degrowth“ Buch zusammengestellt.

Das Degrowth Buch - Handbuch für eine Neue Ära.
Das Degrowth Buch – Handbuch für eine Neue Ära.

Es sollte nicht nur bei einer Zusammenstellung bleiben; die Autoren verfolgten kein größeres Ziel als dass ihr Buch eine Art internationales Standardwerk für den Post-Kapitalismus werden soll. Dieser Wunsch könnte Ihnen leicht erfüllt werden, denn das Werk ist nicht nur eine Kritik am vorhanden System, sondern es versucht alternative Wege, fast Lösungen zu geben. Die Vorschläge kommen teilweise von namhaften Autoren, die sich im „Degrowth“ Buch mit einer großen Anzahl von Themen auseinander gesetzt haben. Ob es ‚Dekolonialisierung‘, ‚Entropie‘, ‚Care-Economy‘ oder ‚Alternativwährungen‘ ist – es scheint, die Autoren haben an alle wichtigen Themen gedacht.

Das Degrowth Buch- für eine neue Ära.

Wer auf der Suche nach Anregungen oder Ideen für eine Zeit nach diesem Wirtschaftssystem ist, für den ist das Buch sicher eine gutes Nachschlagewerk und Inspirationsquelle. Auf der Website vom Oekom Verlag gibt es auch die Möglichkeit in das Inhaltsverzeichnis hineinzuschauen: http://www.oekom.de/fileadmin/buecher/PDF_Inhaltsverzeichnis/d_Alisa_Degrowth_Inhaltsverzeichnis.pdf

Wer das Buch schon gelesen hat kann gerne unten in den Kommentaren seine eigene Sichtweise beschreiben!

Das Buch ist in Englisch und neuerdings in Deutsch erhältlich. Erschienen im Oekom Verlag in München.

Details:

272 Seiten, oekom verlag München, 2016
ISBN-13: 978-3-86581-767-9
Erscheinungstermin: 14.03.2016

Weitere Website zum Thema Degrowth:

„Club for Degrowth“. Clubfordegrowth.org. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://clubfordegrowth.org/.

„degrowth.de | Web portal on degrowth“. Degrowth.de. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://www.degrowth.de.

„Research and actions to consume less and share more“. Research and actions to consume less and share more. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://www.degrowth.org/.

Quellenangaben:

(2016): „Buch – : Degrowth“. Oekom.de. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/degrowth.html.

(2016): Inhaltsangabe Buch Degrowth. 1. Aufl. München: Oekom Verlag. http://www.oekom.de/fileadmin/buecher/PDF_Inhaltsverzeichnis/d_Alisa_Degrowth_Inhaltsverzeichnis.pdf

Der Film: „Wenn ein Garten wächst“

Der Film „Wenn ein Garten wächst“ ist ein Projekt von Ines Reinisch (Regie, Produktion, Schnitt). Ines wurde seinerzeit in der Medienstadt Hamburg geboren und verfolgte auch einen Berufsweg in den Medien. Als diplomierte Filmemacherin arbeitete Sie über mehrere für ARD/ZDF und andere Institutionen. Erst im Jahre 2010 beschloss Sie ein zweites Studium für Agrarwissenschaften in Kassel zu beginnen. Als die dort mit dem Gemeinschaftsgarten ‚Huttenplatz‘ in Kontakt kam, entstand die Idee zum Film „Wenn ein Garten wächst“. Hier der Trailer:

 

Denn Sie faszinierte, wie durch Gemeinsamkeit in der urbanen Nachbarschaft ein ökologisches Projekt wie der Huttenplatz Gemeinschaftsgarten entstehen konnte. Manche Nachbarn hatten jahrelang nie ein Wort gewechselt, vielleicht ein mal ein scheues „Hallo, einen schönen Tag“ über die Lippen gebracht – der Gemeinschaftsgarten änderte dies und es entstanden persönliche, enge Freundschaften. Und genau diese enge Gemeinsamkeit sieht Ines als Fundament dieses Gartenprojektes an und möchte dies auch im Film kommunizieren. Nach dem Motto, „zusammen schaffen wir alles“.

Screenshot vom Film "Wenn ein Garten wächst"
Screenshot vom Film „Wenn ein Garten wächst“

Beim Film „Wenn ein Garten wächst“ – wuchs die Gemeinschaft.

Der Garten am Huttenplatz ist schon über die Stadtviertel bekannt geworden. Dieser Film „Wenn ein Garten wächst“wird sicher dazu beitragen, dass bundesweit Menschen über dieses Projekt erfahren und dann vielleicht selbst inspiriert werden, mit Freunden und Bekannten auch Grünland in ihrer Stadt „zu privatisieren“. Reinisch’s Film wurde sogar schon von dem Toronto Filmfestival ausgezeichnet und vier weiteren Wettbewerben.

Screenshot vom Film "Wenn ein Garten wächst"
Screenshot vom Film „Wenn ein Garten wächst“

Der Film ist sicher ein gutes Beispiel dafür, was eine Gemeinschaft bewirken kann, wenn man gemeinsame Ziele verfolgt. 🙂

Gibt es bei Dir in der Umgebung ein ähnliches Projekt? Bitte erzähl uns mehr – unten in den Kommentaren oder via der Kontaktform oben rechts.

Zur Zeit läuft der Film in mehreren Städten in Deutschland. Termine wo und wann, können auf der Website entnommen werden: http://www.wenneingartenwaechst.de/termine/

Der Trailer:

 

Quellenangaben:

(2016): „Wenn ein Garten wächst – Ein Dokumentarfilm von Ines Reinisch“. Wenneingartenwaechst.de. Abgerufen am 16. 03. 2016 von http://www.wenneingartenwaechst.de/.

(2015): „Wenn ein Garten wächst – Trailer“. Vimeo. Abgerufen am 16. 03. 2016 von https://vimeo.com/134846390.