Bambus-Aufforstung stoppt Erosion in Ruandas hügeligem Land [Ruanda]

Die Hügel im Nordosten Ruandas, nahe der Grenze zu Tansania, sind grün und sanft – aber sie haben ein Problem. Wenn die Regenzeit kommt, verwandeln sich die Flüsse in reißende Ströme. Das Wasser frisst sich in die Ufer, unterspült die Böschungen, reißt Felder mit sich. Die Bauern schauen zu, wie ihr Ackerland langsam im Fluss verschwindet. Seit zwei Jahren pflanzen sie dagegen an: Bambus, kilometerweise.

Ein natürlicher Verbündeter gegen die Fluten

Der Umuvumba River windet sich durch den Distrikt Nyagatare, eine Region, die von Landwirtschaft lebt. Jahr für Jahr unterspülte der Fluss die Ufer, fruchtbares Ackerland rutschte in die Tiefe. Die Bauern standen machtlos daneben. Dann kam ein ungewöhnliches Projekt: Entlang von 150 Kilometern Flussufer wurde Riesenbambus (Sympodium) gepflanzt, eine Art, die schnell wächst und tief wurzelt (BRUGG GROUP 2024).

Das tiefe Wurzelwerk des Bambus hält den Boden fest, selbst wenn der Fluss Hochwasser führt. Die Pflanzen stabilisieren die Ufer und schützen das Ackerland vor den Überschwemmungen, die in Ruanda immer häufiger werden (BRUGG GROUP 2024). Es ist eine einfache Technik, aber sie wirkt.

Eine Schweizer Firma und ihr Engagement

Die BRUGG GROUP AG, ein Schweizer Familienunternehmen, das sich auf Infrastruktur spezialisiert hat, unterstützt das Projekt. Seit zwei Jahren erfassen sie ihre Treibhausgasemissionen und versuchen, sie zu reduzieren. Was sie nicht vermeiden können, kompensieren sie mit Aufforstungsprojekten wie diesem (Heinemann 2024).

„Erosionsschutz ist eine unserer Kernkompetenzen“, sagt Alex Heinemann von der BRUGG GROUP. „Deshalb passt das Projekt sehr gut zu uns“ (Heinemann 2024). Das Unternehmen finanziert die Pflanzung, die lokalen Gemeinden setzen sie um. Die Bambuswälder binden große Mengen CO₂, schützen die Felder und schaffen Arbeitsplätze.

Die Dörfer machen mit

Das Besondere an dem Projekt ist die Beteiligung der Menschen vor Ort. Die Dörfer entlang der Flüsse pflanzen den Bambus gemeinsam, pflegen ihn und werden dafür bezahlt. Vor allem Frauen finden hier Arbeit, was in der ländlichen Region Ruandas selten ist (BRUGG GROUP 2024).

Das Projekt ist von VERRA verifiziert, einer internationalen Organisation, die Standards für Klimaschutzprojekte setzt. Das bedeutet: Transparenz, Kontrolle und langfristiger Nutzen für alle Beteiligten (BRUGG GROUP 2024). Die Bauern sehen, dass ihre Felder sicherer sind. Der Bambus wächst schnell, und mit ihm die Hoffnung, dass die Hügel Ruandas bleiben, wie sie sind.


Quellen:

BRUGG GROUP (2024): CO2-Entfernung durch Bambus-Aufforstung in Ruanda. Verfügbar unter: https://www.brugg.com/co2-entfernung-durch-bambus-aufforstung-%f0%9f%8c%8d/#content

Heinemann, A. (2024): CO2-Neutralisierung kombiniert mit dem Schutz von Landwirtschaftszonen. LinkedIn. Verfügbar unter: https://de.linkedin.com/posts/alex-heinemann-b0587412b_co2-neutralisierung-kombiniert-mit-dem-schutz-activity-7257272782571327488-B7Dq

The Forefront Mag (2025): Bamboo Planting Along Umuvumba River Helps Curb Soil Erosion in Nyagatare. Verfügbar unter: https://theforefrontmagazine.com/bamboo-planting-along-umuvumba-river-helps-curb-soil-erosion-in-nyagatare/

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