Nachhaltige Rinderhaltung schützt Pampa-Biodiversität in Argentinien [Argentinien]
Die Pampa ist endlos, flach, grün. Sie erstreckt sich über Hunderte Kilometer, Weizen, Soja, Mais, so weit das Auge reicht. Und Rinder, Millionen von ihnen, auf Weiden, die früher wilde Graslandschaft waren. Die intensive Landwirtschaft hat die Pampa verwandelt, die Artenvielfalt reduziert, den Boden ausgelaugt. In einigen Regionen versuchen Rancher einen neuen Weg.
Die Rückkehr der Artenvielfalt
Das Konzept heißt „Ganadería regenerativa“, regenerative Rinderhaltung. Die Tiere werden nicht mehr auf riesigen, ausgeräumten Weiden gehalten, sondern in kleineren Herden, die regelmäßig umgetrieben werden. Sie fressen eine Weile, dann kommen sie auf eine neue Fläche, die alte kann sich erholen.
Die Wirkung ist erstaunlich. Das Gras wächst besser, die Artenvielfalt steigt, der Boden verbessert sich. Vögel, die verschwunden waren, kehren zurück. Insekten, die in den Monokulturen keine Chance hatten, finden wieder Lebensraum.
Ein Rancher erzählt
Carlos Miguens bewirtschaftet eine Estancia in der Provinz Buenos Aires, tausende Hektar, auf denen früher nur Rinder grasten. Vor zehn Jahren, sagt er, sei die Weide ausgelaugt gewesen. Das Gras war kurz, die Arten arm, die Tiere ungesund. Er musste viel zufüttern, hatte hohe Kosten, wenig Gewinn.
Dann hörte er von der regenerativen Methode und probierte sie aus. Er teilte seine Weiden in kleine Koppeln, trieb die Herden täglich um, ließ das Gras sich erholen. Heute, sagt er, sei der Boden wie ein Schwamm. Er speichert Wasser, die Pflanzen wachsen besser, die Tiere sind gesünder. Seine Kosten sind gesunken, seine Gewinne gestiegen.
Ein Modell für die Pampa
Die regenerative Rinderhaltung hat sich in Argentinien noch nicht flächendeckend durchgesetzt, aber sie wächst. Forschungsstationen begleiten die Umstellung, Universitäten untersuchen die Effekte, die Regierung fördert erste Pilotprojekte.
Die Pampa, einst eine der artenreichsten Graslandschaften der Welt, könnte zurückgewinnen, was sie verloren hat. Die Rinder, die zu ihrem Niedergang beigetragen haben, werden zu ihren Rettern.
Quellen:
Instituto Nacional de Tecnología Agropecuaria (2025): Ganadería regenerativa en la Pampa – Resultados preliminares. Buenos Aires. Verfügbar unter: https://www.inta.gob.ar
Miguens, C. (2024): Diez años de pastoreo regenerativo en Buenos Aires. Estancia Los Nogales.
Universidad de Buenos Aires (2024): Biodiversidad y manejo ganadero en la Pampa húmeda. Buenos Aires. Verfügbar unter: https://www.uba.ar/agronomia
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