Solargetriebene Bewässerung rettet Dattelpalmen in Ägypten [Ägypten]
Die Oase Siwa liegt tief in der Westlichen Wüste, nahe der libyschen Grenze, ein grüner Fleck in einer endlosen Sandlandschaft. Hier wachsen Dattelpalmen, Zehntausende von ihnen, die beste Datteln Ägyptens liefern. Aber das Wasser wird knapp. Die Brunnen werden tiefer gebohrt, die Pumpen laufen länger, der Diesel wird teurer. Viele Bauern geben auf.
Eine Oase in der Krise
Siwa war immer eine Oase, lebte von seinen Quellen, die seit Jahrtausenden Wasser lieferten. In den letzten Jahrzehnten sind die Quellen versiegt, das Wasser muss aus immer tieferen Schichten gepumpt werden. Die Dieselpreise steigen, die Pumpen sind alt, die Erträge sinken.
Die Dattelpalmen, das Rückgrat der Wirtschaft, leiden am meisten. Sie brauchen regelmäßig Wasser, besonders im Sommer, wenn die Früchte reifen. Ohne Bewässerung verdorren sie, die Ernte fällt aus, die Bauern verlieren ihre Existenz.
Die Sonne als Retter
In den letzten Jahren hat ein Umdenken eingesetzt. Immer mehr Bauern stellen auf solargetriebene Bewässerung um. Photovoltaik-Paneele liefern den Strom für die Pumpen, tagsüber, wenn die Sonne am höchsten steht und das Wasser am dringendsten gebraucht wird. Kein Diesel mehr, keine Transportkosten, keine Abgase.
Die Umstellung ist teuer, ein Solarsystem kostet mehrere tausend Euro. Aber die Bauern bekommen Unterstützung, von der Regierung, von internationalen Organisationen, von Mikrokredit-Programmen. Und die Rechnung geht auf: Nach ein paar Jahren hat sich die Investition amortisiert, danach ist das Wasser kostenlos.
Ein Bauer erzählt
Mahmoud Said bewirtschaftet eine kleine Palmenplantage am Rand der Oase. Fünfzig Bäume, die er von seinem Vater geerbt hat. Früher, sagt er, habe er jeden Monat hunderte Pfund für Diesel ausgegeben. Im Sommer, wenn die Pumpen ununterbrochen liefen, wurde es noch teurer. Manchmal blieb ihm nichts vom Erlös.
Vor drei Jahren stellte er auf Solar um. Ein ägyptisches Unternehmen half ihm bei der Installation, eine Bank gab ihm einen Kredit. Heute, sagt er, pumpt er umsonst. Seine Palmen tragen besser, weil sie regelmäßig Wasser bekommen. Und wenn die Sonne scheint, denkt er nicht mehr an Kosten, sondern nur noch an seine Bäume.
Ein Gewinn fürs Klima
Die solargetriebene Bewässerung hat noch einen anderen Effekt. Ägypten spart Millionen Liter Diesel, reduziert seine CO₂-Emissionen, macht sich unabhängiger von importiertem Öl. Die Regierung in Kairo hat das Potenzial erkannt und fördert die Umstellung mit einem nationalen Programm.
In den Oasen der Westlichen Wüste, in Siwa, in Bahariya, in Farafra, wachsen die Solaranlagen aus dem Boden wie die Palmen selbst. Eine stille Revolution, die das Leben der Bauern verändert und die Wüste ein Stück weit grüner macht.
Quellen:
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Food and Agriculture Organization (FAO) (o. J.): Solar-powered irrigation systems for agriculture. Online verfügbar unter: https://www.fao.org .
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International Renewable Energy Agency (IRENA) (2020): Solar Water Pumping for Irrigation. Abu Dhabi: IRENA. Online verfügbar unter: https://www.irena.org
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World Bank (2021): Renewable Energy for Agriculture and Water in the Middle East and North Africa.
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