Torfmoos-Renaturierung bindet Millionen Tonnen CO₂ in Weißrussland [Weißrussland]

Die Sümpfe Weißrusslands waren einst die größten Europas. Torfmoore, die sich über Jahrtausende gebildet hatten, Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. Dann kamen die Sowjets, legten die Sümpfe trocken, gewannen Torf für die Industrie. Was übrig blieb, war verbrannte Erde, unfruchtbar, leblos. In den letzten Jahren hat Weißrussland begonnen, die Moore wieder zu vernässen.

Moore als Klimaschützer

Torfmoore speichern enorm viel Kohlenstoff. Mehr als alle Wälder der Erde zusammen, auf viel kleinerer Fläche. Wenn sie trockenfallen, wird der Kohlenstoff freigesetzt, als CO₂, das den Klimawandel antreibt. Wenn sie wieder vernässt werden, hört das auf. Die Moore werden wieder zur Senke.

Weißrussland hat das Potenzial erkannt. Mit Unterstützung internationaler Organisationen wurden in den letzten Jahren Zehntausende Hektar Moore wiedervernässt. Die Bilanz: Millionen Tonnen CO₂ wurden gebunden, die sonst in die Atmosphäre gelangt wären.

Ein Ökologe erklärt

Dr. Aleh Karpechych arbeitet für die Nationale Akademie der Wissenschaften in Minsk und begleitet die Renaturierung seit Jahren. Er zeigt auf eine Karte, auf der die Moore eingezeichnet sind, einst rot (trocken), jetzt blau (nass). Die Erfolge seien messbar, sagt er. Das Wasser kehrt zurück, die Pflanzen auch, die Tiere folgen.

Besonders wichtig sei der Effekt auf das Klima. Ein Hektar wiedervernässtes Moor binde pro Jahr etwa so viel CO₂ wie ein Auto in zehn Jahren ausstößt. Hochgerechnet auf die Flächen, die in Weißrussland schon renaturiert sind, ergebe das Millionen Tonnen.

Ein Dorf profitiert

Das Dorf Palesse liegt mitten in einem der größten Moore. Früher war die Gegend trocken, staubig, die Ernten schlecht. Die Menschen zogen weg, die Jungen gingen in die Städte. Als die Renaturierung begann, waren viele skeptisch. Wieder mehr Wasser, das konnte doch nicht gut sein.

Heute sehen sie es anders. Die Moore sind nass, aber nicht überflutet. Die Beeren wachsen wieder, die Pilze, die Kräuter. Die Touristen kommen, um die Vögel zu beobachten. Die jungen Leute bleiben, weil es wieder Arbeit gibt.


Quellen:

Nationale Akademie der Wissenschaften Weißrusslands (2025): Moore und Klimaschutz – Renaturierungsprojekte in Polesia. Minsk. Verfügbar unter: https://nasb.gov.by/mire-restoration

Karpechych, A. (2024): Zwanzig Jahre Moorschutz in Weißrussland – Erfahrungen eines Ökologen. Minsk.

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