Waldkiefern Stoppen Sandstürme in der Mongolei.

Waldkiefern stoppen Sandstürme in der Mongolei [Mongolei]

Die Steppe der Mongolei ist endlos, windgepeitscht, karg. Im Sommer brennt die Sonne, im Winter beißen eisige Stürme. Aber in den letzten Jahrzehnten hat sich etwas verändert. Die Stürme sind häufiger geworden, heftiger, zerstörerischer. Sie tragen den lockeren Boden mit sich, kilometerweit, manchmal bis nach Peking. Die Wüste Gobi wächst – und mit ihr die Verzweiflung der Nomaden, deren Weiden verschwinden.

[Wusstest du? In der Mongolei gibt es drei große Ökosysteme: den Wald im Norden, die Steppe in der Mitte und die Wüste Gobi im Süden. Wo Wald und Steppe aneinandergrenzen, kämpfen die Ökosysteme um jeden Meter – und die Bäume sind die Verlierer.]

Ein Förster aus Espelkamp reist 40-mal in die Mongolei

Manfred Vesper ist pensionierter Förster aus Espelkamp in Nordrhein-Westfalen. Die Mongolei war sein Lebensthema – über vierzig Mal reiste er in das ferne Land, um Bäume zu pflanzen. Die Galsan-Tschinag-Stiftung hatte ihn gebeten, beim Projekt „1.000.000 Bäume für die Mongolei“ zu helfen. Sein Auftrag: Wiederaufforstung auf Flächen, die während der kommunistischen Ära dem Kahlschlag zum Opfer gefallen waren (Neue Westfälische 2016).

Die Herausforderungen waren enorm. Korruption, Klientelpolitik, fehlende Infrastruktur – die Liste der Hindernisse war lang. Doch im Laufe der Jahre gelang es, Forstbaumschulen aufzubauen und Personal zu schulen. Das Prinzip: Hilfe zur Selbsthilfe, keine Almosen, sondern Ausbildung und Eigenverantwortung (Neue Westfälische 2016).

[Wusstest du? In der Mongolei verehren manche Menschen einzelne Bäume als Wohnsitz von Geistern. Sie bringen Opfergaben, bitten um Segen – und schützen die Bäume so auf ganz eigene Weise vor der Axt.]

Kiefern, Lärchen und Birken gegen die Wüste

Die Wahl der richtigen Bäume war entscheidend. Vesper erklärte, dass nur natürliche Arten eine Chance haben: Birke, Lärche und vor allem die Mongolische Kiefer. Sie sind an das extreme Klima angepasst, ertragen Trockenheit und Frost, ihre Wurzeln reichen tief in den Boden (Neue Westfälische 2016).

Das Problem: Die Niederschläge kommen sporadisch, oft in großen Mengen auf einmal. Wo der Wald fehlt, fließt das Wasser einfach ab und versickert nicht. Es erreicht nie die grundwasserführenden Schichten, aus denen die Brunnen der Nomaden gespeist werden. Die Bäume sind nicht nur Schutz gegen Stürme – sie sind die Lebensversicherung für Mensch und Tier (Neue Westfälische 2016).

Eine Pionierin der Baumpflanzung

Im Kreis Duolun, einer Region, die besonders unter der Wüstenbildung leidet, pflanzt Li Guoqin seit Jahren Mongolische Kiefern. Die Dorfbewohnerin gilt als Pionierin – eine von vielen, die mit Unterstützung der lokalen Regierung und gemeinsamen Anstrengungen das ökologische Umfeld ihres Dorfes verbessern (Xinhua 2018).

Das Dorf Tiegong Paozi war einst von Sand bedroht. Heute prüft Li Guoqin regelmäßig ihre Kiefern-Felder, kontrolliert das Wachstum, schützt die jungen Bäume vor Wind und Tieren. Ihr Einsatz zeigt: Aufforstung funktioniert, wenn die Menschen vor Ort mitmachen.

Was Wälder wirklich bewirken

Vesper illustrierte seine Vorträge mit Bildern aus Gewächshäusern und Freiflächen. Die Aufzucht vom Samenkorn bis zum Bäumchen ist mühsam – jedes Pflänzchen muss einzeln gepflegt werden, bevor es an seinen endgültigen Standort kommt. Doch die Wirkung ist messbar: Wo Bäume wachsen, bleibt der Boden, versickert das Wasser, kehren Tiere zurück (Neue Westfälische 2016).

Die mongolische Regierung hat das Problem erkannt. Unter ihrer politischen Unterstützung entstehen immer mehr Aufforstungsprojekte, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Doch der Weg ist weit – und die Sandstürme warten nicht.


Quellen:

Neue Westfälische (2016): Förster berichtet über Aufforstungsprojekt in der Mongolei. Verfügbar unter: https://www.nw.de/lokal/kreis_minden_luebbecke/espelkamp/20786054_Foerster-berichtet-ueber-Aufforstungsprojekt-in-der-Mongolei.html

Xinhua (2018): Öko-Umwelt in Innerer Mongolei bezeugt erhebliche Verbesserung. Verfügbar unter: http://german.xinhuanet.com/2018-08/11/c_137382534_5.htm

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