Wie du Straßenmagazine unterstützen und zu einem Stadtoriginal werden kannst

Was du über Straßenmagazine wissen solltest

Straßenmagazine gibt es in über 30 Ländern, von „Big Issue“ in Großbritannien bis „Biss“ in München. Sie alle folgen dem gleichen Prinzip: Obdachlose und andere benachteiligte Menschen verkaufen ein Magazin, behalten den Erlös und finanzieren so ihren Lebensunterhalt. Keine Almosen, sondern Arbeit – mit Würde, Struktur und sozialen Kontakten.

Die Schweiz war mit Surprise Vorreiter. Heute ist das Magazin fester Bestandteil des Sozialwesens und hat unzähligen Menschen geholfen, wieder Fuß zu fassen. Das Erfolgsrezept ist einfach: niederschwelliger Zugang, faire Konditionen, professionelle Begleitung.

[Wusstest du? Surprise wurde 1993 gegründet und ist eines der ältesten Straßenmagazine Europas, das noch existiert. Es war Vorbild für viele ähnliche Projekte in Deutschland, Österreich und anderen Ländern.]

Schritt-für-Schritt: Wie du Straßenmagazine in deiner Stadt unterstützen kannst

Du musst nicht nach Zürich reisen, um etwas zu bewirken. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es überall lokale Straßenmagazine. Hier sind fünf Wege, wie du helfen kannst:

Materialien:

  • Kleingeld (Barzahlung, die Verkäufer haben oft keine Kartenlesegeräte)

  • Ein offenes Ohr und ein bisschen Zeit

  • Vielleicht ein Lächeln

Los geht’s:

  1. Kauf das Magazin: Das ist die einfachste und direkteste Hilfe. In jeder größeren Stadt gibt es Verkäufer an festen Standorten. Merk dir „deinen“ Verkäufer, kauf regelmäßig bei ihm – das gibt ihm Planungssicherheit.

  2. Werde Stammkunde: Die Verkäufer leben von treuen Kunden. Wenn du immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort kaufst, kannst du eine Beziehung aufbauen. Ein kurzes Gespräch, ein Lächeln, ein „Wie geht’s?“ – das ist oft mehr wert als das Geld.

  3. Nimm am Stadtrundgang teil: In vielen Städten bieten Straßenmagazine inzwischen Führungen an, bei denen obdachlose Menschen ihre Stadt zeigen. In Zürich sind sie monatelang ausgebucht. Ein eindrückliches Erlebnis, das Perspektiven verändert.

  4. Spende an den Verein: Neben dem Verkauf brauchen die Organisationen Geld für Beratung, Sozialarbeit und zusätzliche Angebote wie den Strassenchor oder die Fußballmannschaft. Schon kleine Beträge helfen.

  5. Erzähl weiter: Viele Menschen wissen gar nicht, was hinter den Straßenmagazinen steckt. Erzähl Freunden davon, teile Geschichten wie die von Nicolas Gabriel. Je mehr Menschen verstehen, desto mehr Unterstützung bekommen die Verkäufer.

Was du beobachten wirst:

Am Anfang ist es vielleicht ungewohnt, auf einen Menschen zuzugehen, der auf der Straße sitzt. Aber du wirst schnell merken: Es sind ganz normale Leute, mit ganz normalen Geschichten. Manche reden gerne, andere nicht. Manche haben denselben Humor wie du, dieselben Sorgen, dieselben Hoffnungen. Und wenn du nach ein paar Monaten an „deinem“ Standplatz vorbeikommst und der Verkäufer dich erkennt, wirst du verstehen, warum Surprise sein Geld nicht nur mit Zeitungen verdient.

*[Wusstest du? Nicolas Gabriel, der seit 23 Jahren an der Urania-Sternwarte verkauft, hat inzwischen eine treue Stammkundschaft. Viele bleiben nicht nur zum Kauf, sondern auch zum Gespräch. „Das Wohlwollen und Interesse der Leute, die kommen, ist groß“, sagt er.]*

Warum das mehr ist als nur Spende:

Jeder Kauf ist ein Statement. Er sagt: Ich sehe dich. Du gehörst dazu. In einer Gesellschaft, die oft an Obdachlosen vorbeiläuft, ist ein bewusster Schritt auf sie zu eine kleine Revolution. Nicolas Gabriel hat es geschafft, aus der Obdachlosigkeit herauszukommen, nicht durch Almosen, sondern durch Arbeit – und durch Menschen, die ihn als Teil ihrer Stadt gesehen haben. Du kannst Teil dieser Geschichte sein, bei jedem Kauf, an jedem Stand.


Quellen (DIY):

International Network of Street Papers (2025): Find a street paper near you. Verfügabare unter: https://insp.ngo/street-papers/

Surprise (2026b): Soziale Stadtrundgänge – buchen und erleben. Verfügbar unter: https://surprise.ngo/stadtrundgaenge/

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