Wie du Wohnraum für Geflüchtete in deiner Stadt anbieten kannst
Was du über Wohnraumvermittlung wissen solltest
Die Idee, ein Zimmer zu vermieten, ist in Deutschland oft mit Ängsten verbunden: Wer kommt da? Zahlt der Mieter? Was ist mit Kündigungsschutz? Dabei gibt es längst bewährte Modelle, die Vermieter:innen absichern. Organisationen wie „Flüchtlinge willkommen“ oder „Junge Flüchtlinge in Berlin“ vermitteln und beraten kostenlos. Sie helfen bei Verträgen, sind Ansprechpartner bei Konflikten und übernehmen oft sogar die Mietkaution.
Das Prinzip ist das gleiche wie in Barcelona: Ein Zimmer frei, eine Person sucht ein Zuhause – und am Ende haben beide mehr als nur ein Dach über dem Kopf.
[Wusstest du? Das deutsche Mietrecht gilt auch für Geflüchtete. Wer ein Zimmer vermietet, kann einen ganz normalen Mietvertrag abschließen. Die Agentur für Arbeit übernimmt oft die Miete für anerkannte Flüchtlinge. Für Asylsuchende gibt es Unterstützung durch das Sozialamt.]
Schritt-für-Schritt: So kannst du ein Zimmer anbieten
Materialien:
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Ein freies Zimmer (mindestens 9 m², mit Fenster)
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Geduld und Offenheit
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Kontakt zu einer Vermittlungsorganisation
Los geht’s:
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Informiere dich: Such online nach Organisationen in deiner Stadt, die Wohnraum für Geflüchtete vermitteln. „Flüchtlinge willkommen“ ist bundesweit aktiv, „Junge Flüchtlinge in Berlin“ speziell für Minderjährige. Frag auch bei lokalen Flüchtlingsinitiativen nach.
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Mach dir klar, was du willst: Willst du ein Zimmer vermieten – oder eine WG gründen? Willst du jemanden nur vorübergehend aufnehmen (z.B. während der Asylverfahrens) oder langfristig? Die Organisationen beraten dich zu den verschiedenen Modellen.
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Kontaktiere eine Organisation: Schreib eine E-Mail oder ruf an. Beschreib dein Zimmer, deine Erwartungen und deine Motivation. Die Organisation sucht dann nach passenden Bewerber:innen.
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Lern dich kennen: Bevor der Vertrag unterschrieben wird, gibt es ein Kennenlerngespräch. Oft mit Unterstützung der Organisation, manchmal auch mit Dolmetscher. Frag alles, was du wissen willst. Und lass die andere Person auch fragen.
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Vertrag abschließen: Die Organisation hilft bei der Vertragsgestaltung. Meistens wird ein Untermietvertrag abgeschlossen, oft mit Staffelmiete oder auf Probezeit. Alles ganz normal – wie bei jedem anderen Mieter auch.
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Starthilfe geben: Die ersten Wochen sind für alle neu. Vielleicht braucht die Person Hilfe bei Behördengängen, beim Einrichten oder einfach beim Deutschlernen. Aber du musst nicht zum Sozialarbeiter werden – du bist Vermieter und Mitmensch.
Was du beobachten wirst:
Am Anfang ist es vielleicht ungewohnt. Ein fremder Mensch im eigenen Haus, andere Essensgerüche, andere Gewohnheiten. Aber mit der Zeit wird daraus Alltag. Vielleicht kocht die neue Mitbewohnerin eines Tages für dich. Vielleicht hilft der Mitbewohner beim Computer. Vielleicht wird aus dem Mitbewohner ein Freund.
[Wusstest du? In Deutschland suchen Tausende Geflüchtete ein Zuhause. Allein 2024 wurden über 300.000 Asylanträge gestellt. Viele von ihnen leben in überfüllten Heimen, ohne Privatsphäre, ohne Perspektive. Ein eigenes Zimmer ist für sie das größte Geschenk.]
Warum das mehr ist als nur Vermieten:
Mamadou und Mercè streiten sich manchmal. Aber sie lachen auch viel. Sie haben gelernt, übereinander – und über sich selbst. Mercè sagt: „Früher hatte ich Angst vor fremden Menschen. Heute weiß ich: Angst ist ein schlechter Ratgeber.“ Mamadou sagt: „Ich habe eine zweite Mutter gefunden.“
Du wirst nicht jeden Konflikt lösen können. Aber du wirst eine Tür öffnen – für jemanden, der dringend eine Tür braucht. Und du wirst vielleicht eine neue Tür in dir selbst finden.
Quellen (DIY):
Flüchtlinge willkommen (2025): Zimmer vermieten – so geht’s. Verfügbar unter: https://www.fluechtlinge-willkommen.de
Pro Asyl (2025): Wohnraum für Geflüchtete – Infos für Vermieter. Verfügbar unter: https://www.proasyl.de/wohnraum
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