Jugendliche gestalten Stadtplanung in Rotterdam mit [Niederlande]
Rotterdam ist eine Stadt der Jugend – fast ein Drittel der Einwohner ist unter 25 Jahre alt. Doch lange Zeit wurden sie bei der Planung ihrer Stadt nicht gefragt. Parks, Spielplätze, Schulwege – all das wurde von Erwachsenen für Kinder entworfen, aber selten mit ihnen. Das änderte sich 2019 mit dem Programm „Rotterdam Jong“, das Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren direkt in die Stadtentwicklung einbindet. Seither haben über 3.000 Jugendliche an Workshops, Rundgängen und Planungswerkstätten teilgenommen und konkrete Veränderungen angestoßen (Gemeente Rotterdam 2024).
[Wusstest du? In Rotterdam gibt es einen festen „Jongerenraad“ (Jugendrat), der die Stadtverwaltung in allen Fragen berät, die junge Menschen betreffen – von der Verkehrsplanung bis zur Gestaltung öffentlicher Räume.]
Vom Spielplatz zum Stadtteil
Das Programm ist niedrigschwellig angelegt: In den verschiedenen Stadtteilen laden Jugendteams zu sogenannten „Jongerenparticipatie-sessies“ ein – lockere Treffen, bei denen die Jugendlichen ihre Ideen und Kritik äußern können. Die Ergebnisse fließen direkt in die Planung ein. So entstand etwa im Stadtteil Feijenoord ein neuer Skatepark, nachdem Jugendliche monatelang für mehr Bewegungsfreiheit gekämpft hatten (Gemeente Rotterdam 2023).
Besonders erfolgreich ist die Verknüpfung mit dem Bildungsbereich. Viele Schulen haben das Thema Stadtentwicklung in den Unterricht integriert. Projekttage, an denen Schüler ihren eigenen Stadtteil kartieren und Verbesserungsvorschläge entwickeln, gehören heute zum festen Repertoire (Gemeente Rotterdam 2024).
Einwanderung als Chance
Rotterdam ist eine der multikulturellsten Städte Europas. Viele Jugendliche haben Wurzeln in der Türkei, Marokko, Surinam oder auf den Antillen. Das Programm „Rotterdam Jong“ legt besonderen Wert darauf, auch diese Stimmen zu hören. In mehreren Stadtteilen wurden gezielt mehrsprachige Workshops angeboten, und die Jugendteams spiegeln die Diversität der Bevölkerung wider (Gemeente Rotterdam 2024).
*[Wusstest du? In Rotterdam leben Menschen aus über 170 Nationen. Etwa die Hälfte der unter 18-Jährigen hat einen Migrationshintergrund – eine enorme Ressource für die Stadtentwicklung.]*
Die Ergebnisse zählen
Die Beteiligung zeigt Wirkung. Eine Evaluation des Programms ergab, dass Jugendliche, die an den Workshops teilgenommen hatten, sich stärker mit ihrer Stadt identifizierten und häufiger ehrenamtlich engagierten. Gleichzeitig verbesserte sich die Qualität der öffentlichen Räume: Spielplätze wurden renoviert, Radwege angelegt und Grünflächen aufgewertet – stets nach den Wünschen der jungen Nutzer (Gemeente Rotterdam 2023).
Für die Stadtverwaltung ist das Programm längst unverzichtbar. „Wer die Stadt von morgen gestalten will, muss diejenigen fragen, die in ihr leben werden“, sagt die verantwortliche Stadträtin Chantal Zeegers. „Die Jugendlichen von heute sind die Bewohner von morgen – und sie haben klare Vorstellungen.“ (Gemeente Rotterdam 2024)
Quellen:
Gemeente Rotterdam (2023): Jongerenparticipatie in Rotterdam. Gemeente Rotterdam, 2023. Verfügbar unter: https://www.rotterdam.nl/jongerenparticipatie
Gemeente Rotterdam (2024): Rotterdam Jong – Programmabeschreibung. Gemeente Rotterdam, 2024. Verfügbar unter: https://www.rotterdam.nl/rotterdam-jong
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