Solarenergie verwandelt Frauenkooperative in Simbabwe [Simbabwe]
In der trockenen Region Gwanda im Süden Simbabwes, wo der Regen immer seltener wird und die Sonne unbarmherzig brennt, haben 25 Frauen etwas geschafft, was viele für unmöglich hielten. Sie haben ihre kleine Farm mit Solarenergie in ein blühendes Geschäft verwandelt – und helfen nebenbei Waisenkindern, zur Schule zu gehen. Ihr Name: Sibambene. Das bedeutet in der Sprache Ndebele: „Wir sind vereint.“ (Global Press Journal 2018)
*[Wusstest du? Gwanda ist eine der trockensten Regionen Simbabwes. 2017/18 fielen nur 194 Millimeter Regen – weit weniger als die durchschnittlich erwarteten 300 Millimeter. Ohne Bewässerung ist hier kein Anbau möglich.]*
Sechs Panels, die alles veränderten
Die Geschichte von Sibambene beginnt vor über einem Jahrzehnt, als sich die Frauen zusammenschlossen, um gemeinsam Gemüse anzubauen. Doch das Wasserholen war mühsam, der Ertrag gering. Dann geschah etwas Unerwartetes: Die Edward Ndlovu Memorial Library in Gwanda, eine lokale Einrichtung, kaufte für über 8.000 US-Dollar sechs Solarpanels und eine Pumpe – finanziert von einem Freund der Familie aus Schweden, der gesehen hatte, wie Frauen in Kenia und Bangladesch mit Solarenergie erfolgreich wirtschafteten (Global Press Journal 2018).
Heute pumpt die Solaranlage stündlich 3.800 Liter Wasser aus einem 42 Meter tiefen Brunnen in einen 5.000-Liter-Tank. Von dort bewässern die Frauen ihre Felder mit Mais, Tomaten, Bohnen, Erdnüssen und Orangenbäumen. Die Arbeit ist nicht mehr so mühsam wie früher, aber die Erträge sind gestiegen (Global Press Journal 2018).
[Wusstest du? Jede Frau bewirtschaftet heute drei Maisbeete und erwartet pro Beet etwa 30 Kilogramm Mais. Ein Maiskolben bringt umgerechnet etwa 20 Cent – ein kleiner Betrag, der in der Summe Leben verändert.]
Die Frauen von Sibambene
Shuna Ndlovu, die 60-jährige Vorsitzende der Kooperative, erinnert sich an die Zeit vor der Solaranlage. „Früher haben wir härter gearbeitet und weniger erreicht“, sagt sie. „Jetzt ist die Arbeit weniger anstrengend, aber der Ertrag ist gestiegen.“ (Global Press Journal 2018)
Jedes Mitglied zahlt umgerechnet etwa 13 Euro pro Beet in einen gemeinsamen Topf, um das Projekt am Laufen zu halten. An diesem Tag, als die Journalistin zu Besuch kam, sparte die Gruppe bereits für neue Rohre, um eine Sprinkleranlage zu installieren – denn die meisten Frauen sind nicht mehr jung und das Gießen per Hand ist mühsam (Global Press Journal 2018).
Einige von ihnen nutzen ihren Gewinn, um Waisenkindern in der Gemeinde den Schulbesuch zu ermöglichen. Andere haben ihre Familien aus der Armut geführt. Chemist Mhlanga, der einzige Mann in der Gruppe, trat der Kooperative bei, nachdem seine Frau gestorben war. Mit Solarenergie konnte er sein Einkommen um über 75 Dollar pro Monat steigern – genug, um seine Familie über die Armutsgrenze zu heben (Global Press Journal 2018).
Mehr als nur Landwirtschaft
Die Bibliothek, die das Projekt ermöglichte, kümmert sich nicht nur um die Technik. Thabani Dube, der Gemeindebeauftragte, arbeitet regelmäßig mit den Frauen – nicht nur, um ihnen bei der Landwirtschaft zu helfen, sondern auch, um sie über ihre Rechte und Gesundheitsvorsorge aufzuklären (Global Press Journal 2018).
Innocent Nyathi, ein Agrarökonom der Regierung, bestätigt, dass Solarenergie in dieser Region die beste Lösung ist. Die Regenfälle sind unberechenbar, der Boden trocken. Wer bewässern kann, hat eine Chance – wer nicht, bleibt zurück (Global Press Journal 2018).
Ein Vorbild für Simbabwe
Die Erfolgsgeschichte von Sibambene hat sich herumgesprochen. In Simbabwe ist Solarenergie noch immer viel zu wenig genutzt, wie ein Bericht der niederländischen Organisation Smart Development Works 2015 feststellte (Global Press Journal 2018). Aber Projekte wie dieses zeigen, was möglich ist.
Die Frauen von Sibambene träumen weiter. Sie wollen nicht nur ihre eigene Arbeit erleichtern, sondern auch andere inspirieren. „Wir sind vereint“, sagt der Name ihrer Gruppe. Und diese Einheit, verbunden mit der Kraft der Sonne, hat sie stark gemacht.
Quellen:
Global Press Journal (2018): In Zimbabwe, Women Harness Solar Power to Grow Produce and Profit. 06.03.2018. Verfügbar unter: https://globalpressjournal.com/africa/zimbabwe/zimbabwe-women-harnesses-solar-power-grow-produce-profit/
AEE INTEC (2024): Know-how-Transfer, Demonstration und „Gender Equality“ im südlichen Afrika – SOLTRAIN-Initiative. Verfügbar unter: https://aee.at/leitartikel/124-nt-03-2024-innovation-durch-internationale-kooperation/1542-know-how-transfer-demonstration-und-gender-equality-im-suedlichen-afrika
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