Wie du Projekte unterstützen kannst, die ehemaligen Kindersoldaten eine Stimme geben

 

Was du über Trauma und Kunst wissen solltest

Ehemalige Kindersoldaten leiden oft ihr Leben lang unter dem, was sie erlebt und getan haben. Kunst und Film können Wege sein, mit diesem Trauma umzugehen – nicht im Sinne einer Therapie, sondern als Ausdruck, als Stimme, als Möglichkeit, das Erlebte zu ordnen und anderen mitzuteilen.

Jerome Jefferson Kiyemba sagt: „Filmemachen erlaubt mir, meinen Kummer und Schmerz loszulassen.“ (Echo Live 2021) Seine Dokumentarfilme sind nicht nur Kunst – sie sind Überlebensstrategie.

*[Wusstest du? Weltweit gibt es Schätzungen zufolge noch immer etwa 250.000 Kindersoldaten. Viele von ihnen haben nach ihrer Befreiung keinen Zugang zu Trauma-Hilfe oder Bildungsangeboten. Organisationen wie „War Child“ oder „UNICEF“ arbeiten daran, das zu ändern.]*

Schritt-für-Schritt: Wie du helfen kannst

Materialien:

  • Zeit und Interesse

  • Eine Spende (wenn möglich)

  • Ein offenes Ohr für Geschichten, die schwer zu hören sind

Los geht’s:

  1. Unterstütze Organisationen vor Ort: Caritas international, UNICEF, War Child – sie alle arbeiten mit ehemaligen Kindersoldaten und helfen ihnen, zurück ins Leben zu finden. Deine Spende kommt direkt an.

  2. Sieh dir die Filme an: „Lost Children“, „War/Dance“, „In a Soldier’s Footsteps“ – sie alle sind auf verschiedenen Plattformen verfügbar. Je mehr Menschen diese Geschichten sehen, desto größer der Druck auf die Politik, zu handeln.

  3. Teile die Geschichten: Die meisten Menschen wissen nichts von den Kindersoldaten in Uganda. Erzähl von Grace Arach, die Tag für Tag die schrecklichen Erlebnisse der Kinder anhört und selbst Angst hat, verrückt zu werden. Von John Bosco, der Familien aufspürt und zwischen ihnen vermittelt. Von Jerome, der heute in Irland Filme dreht.

  4. Unterstütze künstlerische Projekte von Betroffenen: Organisationen wie das Radical Institute at Studios of Sanctuary fördern marginalisierte Künstler. Such nach ähnlichen Projekten in deiner Nähe – vielleicht gibt es auch bei dir Menschen mit Fluchterfahrung, die künstlerisch arbeiten und Unterstützung brauchen.

  5. Setze dich politisch ein: Der Film „Lost Children“ hat 2006 tatsächlich dazu geführt, dass Entwicklungshilfegelder an Friedensverhandlungen geknüpft wurden. Deine Stimme kann Druck machen – durch Petitionen, durch Briefe an Abgeordnete, durch Teilnahme an Demonstrationen.

Was du beobachten wirst:

Diese Geschichten sind schwer zu ertragen. Achtjährige, die töten mussten. Mädchen, die als „Ehefrauen“ von Rebellenkommandeuren missbraucht wurden. Kinder, die nach ihrer Flucht von ihren eigenen Familien abgelehnt wurden, weil sie als von bösen Geistern besessen galten. Aber in all dem Elend gibt es auch Hoffnung. Grace, die 23-jährige Sozialarbeiterin, die trotz aller Gefahr nicht aufgibt. John Bosco, der unermüdlich Familien zusammenführt. Und die Kinder selbst, die lachen und spielen können – trotz allem.

*[Wusstest du? Drei der vier Kinder aus „Lost Children“ haben ihre Wiedereingliederung erfolgreich gemeistert. Das damals 14-jährige Mädchen hat einen Sohn geboren – und ihn auf den Namen Ali getauft, nach dem Regisseur Ali Samadi Ahadi.]*

Warum das mehr ist als nur Hobby:

Die ehemaligen Kindersoldaten von Uganda zeigen, dass es möglich ist, aus dem Kreislauf von Gewalt und Trauma auszubrechen. Dass man Täter und Opfer zugleich sein kann – und trotzdem einen Weg finden, weiterzuleben. Dass Kunst und Film Werkzeuge sein können, nicht nur der Verarbeitung, sondern auch des Widerstands.

Jerome Kiyemba hat einen weiten Weg hinter sich. Vom Kindersoldaten zum Filmemacher. Vom Flüchtling ohne Papiere zum anerkannten Künstler. Seine Filme sind heute seine Stimme. „Movie-making kind of allows me to release my sorrows and pain“, sagt er. (Echo Live 2021)

Indem du diese Geschichten teilst, diese Filme siehst, diese Projekte unterstützt, gibst du auch ihnen eine Stimme. Du zeigst, dass die Welt nicht vergisst. Dass die Kinder von Uganda nicht nur Opfer waren, sondern heute Chronisten ihrer eigenen Geschichte sind. Und dass ihre Stimmen gehört werden müssen.


Quellen (DIY):

UNICEF (2025): Hilfe für ehemalige Kindersoldaten. Verfügbar unter: https://www.unicef.de/kindersoldaten

War Child (2025): Psychosoziale Unterstützung für Kinder in Kriegsgebieten. Verfügbar unter: https://www.warchild.org

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