Ein Spiel verbindet Generationen: Begegnungen über die Wende-Zeit

Es ist ein ganz normaler Nachmittag in einem Dorfgemeinschaftshaus in Thüringen. Auf einem Tisch stehen Karten, ein Würfel und kleine Holzfiguren. Rundherum sitzen Menschen – eine Rentnerin, die 1989 in Leipzig auf die Straße ging, ein junger Mann, der erst nach der Wende geboren wurde, eine Familie mit Kindern. Sie lachen, sie diskutieren, sie erzählen. Was wie ein harmloses Gesellschaftsspiel aussieht, ist in Wahrheit eine kleine Revolution: ein Spiel, das den Austausch über die deutsche Teilung und die Wendezeit mit Leichtigkeit möglich macht (machen!2025 2025).

Entwickelt wurde „Oh! wie Osten“ von der Spieleentwicklerin Jule Henschel in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kultur im Sinn“ aus dem thüringischen Sömmerda. Die Idee: Ein interaktives Fragespiel, das Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft an einen Tisch bringt – und ihnen hilft, über Erfahrungen, Erinnerungen und Alltagswirklichkeiten jenseits von Klischees ins Gespräch zu kommen (Universität Erfurt 2026). Ende 2025 wagte Jule Henschel den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete ihr Einzelunternehmen – aus einer kreativen Idee wurde ein wirkungsorientiertes Gründungsprojekt (Universität Erfurt 2026).

Wusstest du? Das Spiel wurde mehrfach ausgezeichnet und gewann unter anderem einen Platz beim Engagement-Wettbewerb „machen!2025“. Jule Henschel ist inzwischen mit einer Tour in ländlichen Orten unterwegs – mit einem mobilen Spieltisch, der überall dort aufgebaut wird, wo Menschen ins Gespräch kommen wollen (machen!2025 2025).

Ein mobiler Spieltisch als Treffpunkt

Das Besondere am Konzept ist die Verbindung von Spiel und Mobilität. Die Tour bringt das Spiel direkt in die Dörfer und Kleinstädte – dorthin, wo solche Angebote oft fehlen. Familien spielen gemeinsam, Generationen begegnen sich, Erinnerungen werden geteilt. Der mobile Spieltisch wird zum Treffpunkt, der Menschen zusammenbringt, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden (machen!2025 2025).

Die Fragen im Spiel sind so gestaltet, dass sie Raum lassen für eigene Erfahrungen, aber nicht bedrängen. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um Perspektiven. Was bedeutete die Wende für dich? Wie hast du die Zeit erlebt? Was wissen die Jüngeren darüber? Durch den spielerischen Rahmen fällt es leichter, auch über schwierige Themen zu sprechen – und Vorurteile, Stereotype und festgefahrene Bilder über Ostdeutschland zu hinterfragen (Universität Erfurt 2026).

Bei öffentlichen Spiel-Labors und Thementagen wurde das Spiel bereits erfolgreich erprobt. Die Resonanz ist durchweg positiv: Menschen, die jahrelang nicht über ihre Erfahrungen gesprochen haben, öffnen sich plötzlich. Jugendliche entdecken, dass Geschichte mehr ist als ein Schulbuchkapitel. Und alle gehen mit dem Gefühl nach Hause: Ich wurde gehört, und ich habe andere verstanden (Universität Erfurt 2026).

Wusstest du? Der Verein „Kultur im Sinn“ setzt sich gezielt für kulturelle Bildung im ländlichen Raum ein. Mit „Oh! wie Osten“ haben sie ein Format geschaffen, das Menschen dort abholt, wo sie leben – und ihnen einen neuen Zugang zur eigenen Geschichte eröffnet (machen!2025 2025).

Was bleibt

Die Tour läuft, das Spiel ist gefragt – und die Idee wächst weiter. Jule Henschel ist auf Instagram unter @ohwieosten aktiv und vernetzt sich mit anderen, die ähnliche Wege gehen. Ihr Ziel: noch mehr Menschen erreichen, noch mehr Gespräche ermöglichen, noch mehr Brücken bauen zwischen Ost und West, zwischen Jung und Alt, zwischen unterschiedlichen Lebenserfahrungen.

Denn am Ende geht es um etwas ganz Einfaches: darum, einander zuzuhören. Und darum, dass ein Spiel manchmal mehr bewirken kann als viele ernste Gespräche.

Quellen:

Weitere hilfreiche Links:


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