„Hack the world a better place“: Wie die Hacker School aus Hamburg Kinder zu Code-Entdeckern macht

Es ist Dienstagvormittag in einer Hamburger Schule, und im Klassenraum riecht es nach Abenteuer. 25 Jugendliche sitzen vor Laptops, die Augen konzentriert auf den Bildschirm gerichtet. Sie programmieren ihre erste eigene Website – etwas, das die meisten von ihnen noch nie zuvor gemacht haben. Neben ihnen stehen zwei junge Erwachsene, keine Lehrer, sondern IT-Profis, die heute ihre Arbeit unterbrochen haben, um hier zu sein. Nach drei Stunden hält eine Schülerin ihr Tablet hoch: „Guck mal, das ist meine Seite!“ In diesem Moment passiert etwas, das die Hacker School immer wieder erlebt: Aus Staunen wird Begeisterung. Aus „Kann ich nicht“ wird „Wie mache ich weiter?“ (hacker-school.de; betterplace.org 2025).

Die Hacker School, 2014 als Verein gestartet und seit 2021 als gemeinnützige GmbH organisiert, hat eine Mission, die so klar wie ambitioniert ist: Jedes Kind in Deutschland soll einmal programmiert haben, bevor es sich für einen Berufsweg entscheidet – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Geldbeutel (betterplace.org 2025; sigu-plattform.de 2025). Was als kleine Initiative begann, ist heute eine Bewegung mit 74 festangestellten Mitarbeitenden, über 1.000 Unternehmenspartnern und rund 1.150 ehrenamtlichen „Inspirern“ – IT-Fachkräften, die ihr Wissen und ihre Begeisterung weitergeben (sigu-plattform.de 2025).

Wusstest du?
Die Hacker School hat seit ihrer Gründung bereits über 70.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Allein 2024 waren es fast 27.000 junge Menschen – und 2025 wird diese Zahl noch übertroffen (sigu-plattform.de 2025; GlobalGiving 2026).

Lernen von Profis – ehrenamtlich und mit Spaß

Das Besondere an der Hacker School: Die Kurse werden nicht von Lehrkräften gehalten, sondern von echten IT-Profis, Studierenden oder Auszubildenden – alle ehrenamtlich. In zweitägigen Kursen oder an einem Vormittag direkt in der Schule („Hacker School @yourschool“) tauchen die Jugendlichen in die Welt des Programmierens ein. Keine Noten, kein Leistungsdruck, nur praktisches Ausprobieren und die Freude am eigenen Erfolg (DALK 2024; idw-online.de 2021).

Die Themen sind so vielfältig wie die Interessen der Jugendlichen: HTML und CSS für die erste eigene Website, MakeCode Arcade für kleine Spiele, und seit 2025 auch ein 15-minütiges KI-Modul, das in alle Kurse integriert ist. Denn Künstliche Intelligenz, so die Überzeugung der Hacker School, wird die Zukunft des Programmierens prägen – und die Jugendlichen sollen darauf vorbereitet sein (GlobalGiving 2025).

Besonders wichtig ist der Ansatz der „21st Century Skills“. Die Jugendlichen lernen nicht nur technisches Know-how, sondern entwickeln genau die Fähigkeiten, die in einer digitalisierten Welt zählen: kritisches Denken, Problemlösefähigkeit, Kreativität, Kommunikation und Zusammenarbeit. „Wir öffnen Türen und sorgen dafür, dass die Begeisterung am Programmieren initial geweckt wird“, beschreibt es Geschäftsführerin Dr. Julia Freudenberg (didacta-koeln.de 2026; idw-online.de 2021).

Wusstest du?
Im März 2025 veröffentlichte die Hacker School ein eigenes Buch in der berühmten „Was ist was“-Reihe: „Naturwissenschaften easy! Informatik“. Band 2 ist bereits in Arbeit – ein Zeichen dafür, wie sehr das Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist (GlobalGiving 2025).

Mädchen und digitale Bildung – eine besondere Mission

Ein Schwerpunkt der Hacker School liegt auf der Förderung von Mädchen und jungen Frauen. Noch immer entscheiden sich viel zu wenige für IT-Berufe – obwohl sie die gleichen Fähigkeiten mitbringen. Mit speziellen Angeboten wie der „Girls Hacker School“ und der Teilnahme am jährlichen Girls‘ Day will die Organisation das ändern. Am Girls‘ Day 2025 erreichte sie über 900 Mädchen in Kooperation mit Partnerunternehmen (herCAREER 2024; GlobalGiving 2025).

„Ohne digitale Bildung keine Zugehörigkeit und keine fairen Chancen“, sagt Dr. Julia Freudenberg, die 2025 selbst mit dem Deutschen Startup Award als „Impact Entrepreneur of the Year“ ausgezeichnet wurde. „Wenn wir wirklich Gleichberechtigung wollen, müssen wir stark in digitale Bildung investieren – und Begeisterung ist der Schlüssel zu unseren Kindern“ (sigu-plattform.de 2025; GlobalGiving 2025).

Was bleibt

Die Hacker School ist heute mehr als ein Bildungsangebot. Sie ist ein Netzwerk, das Schulen, Unternehmen und engagierte Menschen zusammenbringt. Sie ist ein Ort, an dem Jugendliche erleben, dass sie die digitale Welt nicht nur konsumieren, sondern aktiv mitgestalten können. Und sie ist der lebende Beweis dafür, dass Corporate Volunteering funktioniert: Wenn Unternehmen ihre IT-Fachkräfte für solche Einsätze freistellen, profitieren alle – die Jugendlichen, die Mitarbeitenden und die Gesellschaft (sigu-plattform.de 2025).

Bis 2030 will die Hacker School ein Netzwerk von 200.000 IT-Profis aufbauen, um eine Million Kinder zu erreichen (EU Transition Pathways 2025). Ein ambitioniertes Ziel. Aber wer die leuchtenden Augen einer 13-Jährigen gesehen hat, die gerade ihre erste Website hochgeladen hat, weiß: Es ist jeden Einsatz wert.


Quellen:


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