Wie du Frauen in deiner Region für grüne Berufe begeisterst und vernetzt
Du musst keine internationale Organisation gründen, um Frauen in Umweltberufen zu stärken. Heba Al-Farra zeigt: Es beginnt mit einem Netzwerk, mit Mentoring, mit der Überzeugung, dass Frauen die grüne Wirtschaft nicht nur mitgestalten, sondern führen sollten.
Die Idee ist einfach: Frauen, die bereits in Umwelt- oder Energieberufen arbeiten, vernetzen sich mit denen, die es werden wollen. Sie teilen Erfahrungen, geben Tipps, öffnen Türen. Und sie machen sichtbar, was oft unsichtbar bleibt: dass Frauen in diesen Branchen nicht nur willkommen, sondern unverzichtbar sind. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du so eine Initiative in deiner Region startest.
Was du brauchst
-
Ein paar engagierte Frauen, die bereits in grünen Berufen arbeiten oder studieren
-
Einen Ort für Treffen – real oder digital
-
Zeit und Geduld
-
Die Bereitschaft, zuzuhören und zu lernen
-
Vielleicht: Kontakte zu Schulen, Universitäten oder Unternehmen
Wusstest du?
Weltweit liegt der Frauenanteil in der erneuerbaren Energiewirtschaft bei 32 Prozent – in der MENA-Region sind es nur 7–9 Prozent. Dabei haben Frauen in der Region oft gleichwertige oder höhere Bildungsabschlüsse als Männer (IDRC 2025).
Los geht’s – in 6 Schritten
1. Finde die ersten Mitstreiterinnen
Du brauchst nicht viele – drei oder vier Frauen reichen für den Anfang. Sprich Kommilitoninnen an, Kolleginnen, Freundinnen, die in Umweltberufen arbeiten oder sich dafür interessieren. Frag sie: „Würdest du mitmachen, wenn wir ein Netzwerk für Frauen in grünen Berufen gründen?“
2. Definiert eure Ziele
Was wollt ihr erreichen? Bei WEE geht es um:
-
Gegenseitige Unterstützung in aktuellen Rollen
-
Mentoring für den Berufseinstieg und -aufstieg
-
Sichtbarkeit von Frauen in der grünen Industrie
-
Nachweis der positiven Wirkung weiblicher Führung (UNEP 2018)
Überlegt, was davon auch für euch wichtig ist – und was vielleicht noch dazukommt.
3. Findet ein Format
Wie oft wollt ihr euch treffen? Einmal im Monat? Vierteljährlich? Eher locker oder mit festen Themen? Mögliche Formate:
-
Stammtisch: Einfach zusammensitzen, austauschen, kennenlernen
-
Vortragsabend: Eine Frau aus der Branche berichtet von ihrem Weg
-
Workshop: Gemeinsam lernen – Bewerbungstraining, Fachthemen, Führungskompetenzen
-
Mentoring-Programm: Erfahrene Frauen begleiten Berufseinsteigerinnen über mehrere Monate
4. Macht Werbung – aber gezielt
Ihr wollt wachsen, aber nicht um jeden Preis. Sprecht gezielt Frauen an, die zu euch passen könnten. Nutzt vorhandene Netzwerke: Umweltverbände, Hochschulgruppen, Berufsverbände. Erzählt, warum ihr das macht – und warum andere mitmachen sollten.
Wusstest du?
Forschungsergebnisse zeigen, dass regelmäßiges Mentoring und geschlechtergerechte Finanzierung entscheidend sind, um Frauen den Weg in grüne Berufe zu ebnen. Auch kulturelle Veränderungen und verstärkte regionale Zusammenarbeit werden als Schlüssel gesehen (Frontiers in Sustainability 2025).
5. Sucht Partner und Unterstützung
Ihr müsst nicht alles allein machen. Gibt es an der örtlichen Universität eine Gleichstellungsbeauftragte, die euch helfen kann? Einen Umweltverband, der Räume zur Verfügung stellt? Ein Unternehmen, das eine Patenschaft übernimmt? Oder Fördermittel für Frauenprojekte? Fragt einfach – oft gibt es mehr Unterstützung, als man denkt.
6. Bleibt dran und feiert Erfolge
Solche Netzwerke wachsen langsam. Das ist okay. Wichtig ist, dass ihr dranbleibt – und dass ihr sichtbar macht, was erreicht wurde. Die erste Frau, die durch euer Netzwerk einen Job gefunden hat. Die erste Studentin, die sich dank euch für ein Umweltstudium entschieden hat. Solche Geschichten sind der beste Treibstoff für mehr.
Was du lernen wirst
Du wirst erleben, wie bereichernd es ist, sich mit anderen Frauen auszutauschen – über Erfolge, über Hürden, über Strategien. Du wirst sehen, dass du mit deinen Erfahrungen nicht allein bist, und dass gemeinsames Nachdenken neue Lösungen bringt. Und du wirst stolz sein, wenn du Jahre später auf ein Netzwerk blickst, das ohne dich nie entstanden wäre.
Weiter gedacht: Mehr Ideen für dein Engagement
-
Girls‘ Day in grünen Berufen – Organisiert einen Aktionstag, an dem Schulmädchen Frauen in Umweltberufen treffen und selbst ausprobieren können.
-
Studienpatenschaften – Vermittelt Patinnen für Studentinnen in Umweltfächern, die sie durchs Studium begleiten.
-
Fachvorträge an Schulen – Geht in Schulen und erzählt von eurer Arbeit. Zeigt, dass Umweltberufe Zukunft haben – und dass Frauen dort längst angekommen sind.
-
Mentoring für Geflüchtete – Viele geflüchtete Frauen haben Umweltqualifikationen, die hier nicht anerkannt werden. Helft ihnen, Wege in den Arbeitsmarkt zu finden.
Heba Al-Farra hat ihre Organisation 2018 gegründet – und wurde noch im selben Jahr von den Vereinten Nationen ausgezeichnet (UNEP 2018). Du musst nicht auf eine UN-Auszeichnung warten. Fang einfach an. Dein Netzwerk kann kleiner sein – aber genauso wirksam für die Frauen in deiner Region.
Quellen:
-
Frontiers in Sustainability. 2025. „Challenges and opportunities for women entrepreneurs in the renewable energy sector across the MENA region for sustainable development“. [online] Verfügbar unter: https://www.frontiersin.org/journals/sustainability/articles/10.3389/frsus.2025.1636585/full [Zugriff am 16. März 2026].
-
IDRC – International Development Research Centre. 2025. „Fostering an inclusive energy transition through micro, small and medium-sized enterprises“. [online] Verfügbar unter: https://idrc-crdi.ca/es/node/139819 [Zugriff am 16. März 2026].
-
UNEP – United Nations Environment Programme. 2018. „Young Champion of the Earth, winner for West Asia“. [online] Verfügbar unter: https://www.unep.org/youngchampions/ru/node/307 [Zugriff am 16. März 2026].
Weitere hilfreiche Links:
-
Global Women Network for the Energy Transition: https://www.globalwomennet.org/
-
Women in Renewable Energy (WiRE): https://www.womeninrenewableenergy.ca/
-
UN Women – Women and Sustainable Development Goals: https://www.unwomen.org/en/news/in-focus/women-and-the-sdgs
-
Suche nach „Frauen Umwelt Netzwerk [Name deiner Region]“ bei Google
guteideenblog.org sollte ein interner Link sein. guteideenblog.org © 2025 by Gute Ideen ist lizenziert unter CC BY 4.0. Kurz erklärt: Nutze alles und verlinke auf diesen Artikel.
