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Baue dein eigenes Rotorschiff-Modell – Physik zum Anfassen für zu Hause

Du musst keinen Windkanal haben, um den Magnus-Effekt zu erforschen. Nils, Cécile und Lucas haben mit aufwendigen Simulationen gearbeitet – aber du kannst das Prinzip des Flettner-Rotors auch mit einfachen Mitteln zu Hause erleben und verstehen (Kreiszeitung 2023).

Die Idee ist einfach: Ein kleines Boot, angetrieben von rotierenden Zylindern, zeigt dir, wie Wind in Vortrieb verwandelt wird. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du dein eigenes Rotorschiff-Modell baust.

Was du brauchst

  • Ein einfaches Bootsmodell – aus Styropor, Holz oder einem leeren Tetrapak

  • Zwei leere Pringles-Dosen oder andere lange, schmale Dosen (die klassischen Chips-Röhren)

  • Zwei kleine Elektromotoren (3-6 Volt, z.B. aus einem alten Spielzeug oder günstig im Elektronikhandel)

  • Ein Batteriefach mit zwei AA-Batterien (oder einem 9V-Block)

  • Kabel und Schalter

  • Kleine Rundhölzer oder Metallstäbe als Achsen (z.B. Holzspieße)

  • Heißklebepistole oder Sekundenkleber

  • Optional: Ein kleiner Ventilator als Windquelle, ein Teich oder eine große Wasserschale zum Testen

Wusstest du? Der 13-jährige Jonas Bunkowski aus Bremen baute 2023 ein ähnliches Modell mit Pringles-Dosen und gewann damit den Regionalwettbewerb. Sein ferngesteuertes Schiff nahm bei entsprechendem Wind schnell Fahrt auf (Kreiszeitung 2023).

Los geht’s – in 6 Schritten

1. Baue den Bootskörper

Schneide aus Styropor oder Holz eine einfache Bootsform. Sie sollte stabil genug sein, um die Motoren und Dosen zu tragen. Ein leerer Tetrapak, längs halbiert, kann ebenfalls als einfacher Rumpf dienen. Wichtig: Das Boot sollte nicht zu schwer werden und im Wasser stabil schwimmen.

2. Bereite die Rotoren vor

Die Pringles-Dosen werden deine Flettner-Rotoren. Entferne den Boden und den Deckel, sodass die Dose oben und unten offen ist. Reinige sie gründlich von Fett und Krümeln. Später werden sie auf Achsen gesteckt und von den Motoren angetrieben.

3. Montiere die Motoren

Befestige die beiden Motoren auf dem Bootsrumpf, etwa im hinteren Drittel, mit etwas Abstand nebeneinander. Die Achsen der Motoren sollten nach oben zeigen. Stecke die Rundhölzer oder Metallstäbe auf die Motorachsen und fixiere sie (eventuell mit einem kleinen Stück Schrumpfschlauch oder Kleber). Dann werden die Pringles-Dosen über die Achsen gestülpt und am unteren Ende auf der Motorhalterung fixiert. Die Dosen müssen sich frei drehen können, ohne das Boot zu berühren.

4. Verkabelung

Verbinde die Motoren mit dem Batteriefach und dem Schalter. Du kannst beide Motoren parallel schalten, dann drehen sie in die gleiche Richtung. Für Experimente ist es spannend, wenn du sie einzeln schalten oder sogar die Drehrichtung umkehren kannst – dann siehst du, wie sich die Fahrtrichtung ändert.

5. Erste Tests

Stelle dein Boot in eine große Wasserschale, eine Badewanne oder einen kleinen Teich. Schalte die Motoren ein, damit die Rotoren sich drehen. Nun puste mit einem Ventilator oder einem Föhn (auf Kaltstufe) Wind auf die Rotoren. Du wirst sehen: Das Boot setzt sich in Bewegung – quer zur Windrichtung! Das ist der Magnus-Effekt in Aktion (Kreiszeitung 2023).

6. Variiere und optimiere

Jetzt kannst du experimentieren:

  • Ändere die Drehrichtung eines Rotors – was passiert?

  • Probiere verschiedene Windgeschwindigkeiten aus.

  • Baue verschiedene „Deckkappen“ für die Rotoren aus Pappe oder dünnem Kunststoff, so wie Nils, Cécile und Lucas es getan haben. Verändere ihre Form und Größe und beobachte, ob das Boot schneller wird.

  • Teste verschiedene Rotorhöhen, indem du die Dosen kürzt.

Was du lernen wirst

Du wirst den Magnus-Effekt mit eigenen Augen sehen und verstehen, warum Flettner-Rotoren in der Schifffahrt eine vielversprechende Alternative sind. Du wirst erleben, dass Physik nicht nur trockene Theorie ist, sondern dass du mit einfachen Mitteln Phänomene erforschen kannst, die echte Ingenieure beschäftigen. Und wer weiß – vielleicht entdeckst auch du eine kleine Optimierung, die die Welt ein Stückchen besser macht.


Es gibt viele Wege, diese Idee umzusetzen. Die Anregungen oben sollen nur eine Inspiration sein – wichtig ist, dass du deinen persönlichen Weg findest. Oft verliert man sich, wenn man sich zu streng an den Anleitungen anderer orientiert. Folge deinem Herzen – es weiß immer, wo der richtige Weg ist.

Planst du etwas Ähnliches oder hast du ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt? Schreib uns unten in die Kommentare – davon können andere lernen und mitmachen.

Wichtiger Hinweis: Alle Ideen sind Inspirationen, keine geprüften Anleitungen. Du handelst in eigener Verantwortung. Beim Umgang mit Elektromotoren und Batterien ist Vorsicht geboten – achte auf Kurzschlüsse und verwende wasserdichte Verbindungen. Bist du noch jung? Dann sprich vorher mit deinen Eltern. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, Verletzungen oder Rechtsfolgen, die durch die Nutzung dieser Ideen entstehen.

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