Das grüne Regal – Wie ein Schweizer Supermarkt lokalen Bauern eine Bühne gab
Ein Bauer aus Räterschen lädt seine Nachbarn ins Wirtshaus. Die Idee: gemeinsam einkaufen, gemeinsam stärker sein. Aus diesem Treffen entsteht der Verband Ostschweizerischer Landwirtschaftlicher Genossenschaften – kurz VOLG. Heute heisst er Volg. Und er hat rund 600 Läden.
Was damals als Bauerngenossenschaft begann, ist heute Schweizer Detailhandel. Aber die Verbindung zur Landwirtschaft ist nie abgerissen. Das sieht man im Regal (Volg.ch 2025).
Ein Label. Eine klare Regel.
Seit 2005 gibt es in jedem Volg-Laden das Label «Feins vom Dorf» (Volg.ch / Feins vom Dorf-Tag 2025). Die Regel ist einfach: Alle Produkte kommen aus dem Dorf des jeweiligen Ladens – oder aus einem Nachbardorf. Nicht aus dem Kanton. Nicht aus der Region. Aus dem Dorf.
Was das bedeutet, ist konkret. Im Volg Altnau liegt geräucherter Fisch von Ueli Tobler, der seit über dreissig Jahren am Bodensee fischt und räuchert. Im Volg Inwil kommen Erwin und Irene Weber mit frisch geerntetem Gemüse direkt vom Hof. Im Volg Buchberg verkauft Tito Miscia seine Gelati, inspiriert vom Dolce Vita Italiens (Volg.ch / Feins vom Dorf 2025). Kein Produkt davon ist anderswo erhältlich.
3.000 lokale Produzenten. Rund 10.000 Produkte. Honig, Wurst, Brot, Wein, Konfitüre, Käse. Das Angebot wechselt mit der Saison (Fenaco 2025).
Wusstest du? Volg ist der einzige Schweizer Detailhändler, der ausschliesslich Eier von Schweizer Bauernhöfen verkauft. Kein einziges ausländisches Ei liegt in den Regalen (Fenaco 2025).
Kurze Wege. Keine Gremien.
Der Entscheid, ob ein Produkt ins Regal kommt, liegt nicht bei einem fernen Einkaufskomitee. Die Ladenleitung und die zuständigen Vorgesetzten entscheiden direkt. Die Ware kommt ohne Zwischenhändler. Die Konfitüre wird manchmal per Velo angeliefert. Die Kirschen kommen mit dem Traktor (UFA Revue 2024).
Das ist kein Marketing. Es ist Logistik.
82 Prozent des Volg-Käsesortiments stammen aus Schweizer Produktion – weit über dem nationalen Schnitt von 69 Prozent. Beim Kuhmilchkäse sind es 90 Prozent, was laut einer Studie des Schweizer Tierschutzes Platz eins unter allen Schweizer Händlern bedeutet (Fenaco 2025). Über 70 Prozent des Gesamtumsatzes werden mit Schweizer Produkten erzielt (Fenaco 2025).
Einmal im Jahr, jeweils im August, findet der «Feins vom Dorf»-Tag statt. Dann stehen die Produzentinnen und Produzenten persönlich in den Läden. Man kann sie fragen, probieren, bestellen (Handel Heute 2025). Es ist einer der seltenen Momente, bei dem Supermarkt und Bauernhof tatsächlich am selben Tisch stehen.
Wusstest du? Das Label «Feins vom Dorf» steckt den Regionalitätsbegriff in der Schweiz enger als jeder andere Händler. Für Volg bedeutet regional nicht «aus dem Kanton» – sondern aus dem Dorf (Volg.ch 2025).
Quellen
Volg.ch 2025. „Feins vom Dorf – lokale Spezialitäten.“ [online] Verfügbar unter: https://www.volg.ch/auf-einen-blick/feins-vom-dorf-lokale-spezialitaeten/
Volg.ch / Feins vom Dorf-Tag 2025. „«Feins vom Dorf»-Tag – 20 Jahre.“ [online] Verfügbar unter: https://www.volg.ch/fileadmin/user_upload/ueber-volg/medien/medienmitteilungen/2025/MM_Volg_FvD-Tag_2025.pdf
Fenaco 2025. „Volg: Schweizer Produkte aus Überzeugung.“ [online] Verfügbar unter: https://www.fenaco.com/artikel/volg-schweizer-produkte-aus-ueberzeugung
UFA Revue 2024. „Feins vom Dorf: Genial Lokales im Volg.“ [online] Verfügbar unter: https://www.ufarevue.ch/fenaco-landi/feins-vom-dorf-lokal-ist-genial
Handel Heute 2025. „«Feins vom Dorf»-Tag im Volg.“ [online] Verfügbar unter: https://handel-heute.ch/unternehmen-und-maerkte/detail/feins-vom-dorf-tag-im-volg/
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