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Mach dein eigenes Experiment zum Goldenen Schnitt – Mit Freunden, Papier und einer Stoppuhr

Du musst kein Labor haben, um herauszufinden, ob du eine Schwäche für den Goldenen Schnitt hast. Irem Olkun hat gezeigt, wie man mit einfachen Mitteln unbewusste Vorlieben messen kann. Mit ein paar Freunden, selbstgebastelten Kärtchen und einer Stoppuhr kannst du ihr Experiment zu Hause nachstellen (Salera, Vallebella, Iosa & Pecchinenda 2024).

Die Idee ist einfach: Du legst deinen Probanden verschiedene Rechtecke vor – einige nach dem Goldenen Schnitt, andere mit willkürlichen Proportionen – und misst, wie schnell sie positive oder negative Wörter damit verbinden. Je schneller die Reaktion, desto stärker die unbewusste Verbindung. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie dein eigenes Experiment gelingt.

Was du brauchst

Materialien:

  • 10–15 Probanden (Freunde, Familie, Mitschüler)

  • Einen Computer oder Laptop mit einer einfachen Präsentationssoftware (PowerPoint, Keynote) oder eine Stoppuhr und Karteikarten

  • Selbst erstellte Bildkarten mit verschiedenen Rechtecken:

    • 5–7 Rechtecke im Goldenen Schnitt (Verhältnis Breite zu Höhe = 1,618)

    • 5–7 Kontroll-Rechtecke mit willkürlichen Verhältnissen (z.B. 1:1, 1:2, 2:3, 3:4)

  • Zwei Listen mit Wörtern:

    • Positive Wörter: schön, angenehm, harmonisch, perfekt, gut

    • Negative Wörter: hässlich, unangenehm, chaotisch, falsch, schlecht

  • Stoppuhr oder Timer

  • Notizblock und Stift für die Ergebnisse

Wusstest du? In der Originalstudie von Salera und Kollegen zeigte sich der Effekt am deutlichsten bei der Reaktionszeit: Probanden waren bis zu 15 Prozent schneller, wenn sie den Goldenen Schnitt mit positiven Wörtern kombinieren sollten (Salera, Vallebella, Iosa & Pecchinenda 2024).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Deine Forschungsfrage formulieren

Überlege genau, was du herausfinden willst. Zum Beispiel: „Zeigen meine Freunde eine unbewusste Vorliebe für den Goldenen Schnitt?“ oder „Unterscheiden sich Kunst-interessierte Personen von Naturwissenschaftlern in ihrer Reaktion?“

2. Das Stimulus-Material vorbereiten

Erstelle mit einem einfachen Grafikprogramm (oder sogar mit PowerPoint) verschiedene Rechtecke. Wichtig: Sie sollten alle ungefähr die gleiche Größe haben, nur die Proportionen variieren. Für jedes Rechteck erstellst du eine eigene Folie oder Karte. Für die Wortpaare mischst du positive und negative Begriffe.

3. Den Versuchsaufbau planen

Du brauchst zwei Durchgänge:

  • Durchgang A: Goldener Schnitt + positive Wörter / Kontroll-Rechtecke + negative Wörter

  • Durchgang B: Goldener Schnitt + negative Wörter / Kontroll-Rechtecke + positive Wörter

Die Reihenfolge der Durchgänge sollte bei verschiedenen Probanden wechseln, sonst verfälscht Übung das Ergebnis.

4. Die Probanden instruieren

Erkläre deinen Probanden: „Du siehst gleich abwechselnd ein Rechteck und ein Wort. Entscheide so schnell wie möglich, ob das Wort positiv oder negativ ist, und drücke die entsprechende Taste (oder sag es laut).“ Wichtig: Sie sollen nicht überlegen, ob das Rechteck zum Wort passt – sondern einfach nur das Wort bewerten, so schnell sie können.

5. Den Test durchführen

Präsentiere abwechselnd Rechteck und Wort. Miss mit der Stoppuhr die Zeit von der Wort-Einblendung bis zur Antwort. Notiere auch, ob die Antwort richtig oder falsch war. Mach pro Durchgang etwa 20–30 Durchläufe.

6. Die Ergebnisse auswerten

Vergleiche die Reaktionszeiten:

  • Wie schnell waren die Probanden, wenn auf ein Golden-Schnitt-Rechteck ein positives Wort folgte?

  • Wie schnell waren sie bei Golden-Schnitt + negatives Wort?

  • Gab es Unterschiede zwischen den Durchgängen?

Wenn die Reaktionszeiten bei Goldener Schnitt + positiv deutlich kürzer sind als bei Goldener Schnitt + negativ, hast du einen Hinweis auf eine unbewusste Vorliebe gefunden.

7. Die bewusste Vorliebe testen

Zusätzlich kannst du deine Probanden am Ende einfach fragen: „Welches der Rechtecke findest du am schönsten?“ Vergleiche, ob die bewusste Wahl mit den unbewussten Reaktionszeiten übereinstimmt. In der Forschung sind diese beiden Ergebnisse oft überraschend unterschiedlich (Salera, Vallebella, Iosa & Pecchinenda 2024).

Was du lernen wirst

Du wirst erleben, wie aufregend psychologische Experimente sein können. Du wirst sehen, dass das, was Menschen bewusst sagen, oft nicht mit dem übereinstimmt, was ihr Gehirn unbewusst tut. Und vielleicht entdeckst du, dass auch du selbst eine kleine Schwäche für den Goldenen Schnitt hast – ohne es zu wissen.


Es gibt viele Wege, diese Idee umzusetzen. Die Anregungen oben sollen nur eine Inspiration sein – wichtig ist, dass du deinen persönlichen Weg findest. Oft verliert man sich, wenn man sich zu streng an den Anleitungen anderer orientiert. Folge deinem Herzen – es weiß immer, wo der richtige Weg ist.

Planst du etwas Ähnliches oder hast du ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt? Schreib uns unten in die Kommentare – davon können andere lernen und mitmachen.

Wichtiger Hinweis: Alle Ideen sind Inspirationen, keine geprüften Anleitungen. Du handelst in eigener Verantwortung. Bei Experimenten mit menschlichen Probanden ist Vertraulichkeit wichtig – speichere keine Namen und behandle alle Daten anonym. Bist du noch jung? Dann sprich vorher mit deinen Eltern. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden oder Rechtsfolgen, die durch die Nutzung dieser Ideen entstehen.

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