Zwei 18-Jährige aus dem Saarland bauen eine Batterie aus ungiftiger Glaubersalzlösung

Handelsübliche Batterien stecken voller Giftstoffe. Quecksilber, Cadmium, Blei – alles Substanzen, die in der Umwelt nichts zu suchen haben und bei falscher Entsorgung großen Schaden anrichten können. Johannes Gall (18) und Peter Eppers (18) vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lebach wollten es besser machen. Ihr Ziel: eine Batterie, die ohne kritische Stoffe auskommt, aber trotzdem zuverlässig Strom liefert. Das Ergebnis ist ein Stapel aus Kork, Zink, Grafit und einer speziellen Salzlösung, der tatsächlich funktioniert (Jugend-forscht.de 2025).

Für ihren Prototypen experimentierten die beiden mit verschiedenen Elektrolyten. Eine einfache Kochsalzlösung brachte nicht die gewünschten Ergebnisse. Also wechselten sie zu Glaubersalz – und wurden fündig. Die Lösung erwies sich als deutlich überlegen. Damit tränkten sie ein Stück Kork, das sie anschließend zwischen zwei Elektroden aus Zink und Grafit platzierten (Jugend-forscht.de 2025; GSG Lebach 2025).

Doch damit allein war es nicht getan. Der gestapelte Aufbau musste zusammengedrückt werden, um einen optimalen Kontakt zwischen den Schichten zu gewährleisten. Gleichzeitig durfte der Elektrolyt nicht austrocknen, sonst wäre die Batterie unbrauchbar. Also verkapselten die beiden den gesamten Stapel – und konnten schließlich messen, dass ihre Salzwasserbatterie tatsächlich Strom liefert (Jugend-forscht.de 2025).

Wusstest du? Salzwasserbatterien sind nicht neu, aber bisher meist auf industrielle Anwendungen beschränkt. Sie haben eine mittlere Zellspannung von etwa 1,6 Volt, können nicht brennen oder explodieren und sind zu 100 Prozent recycelbar (Elektropraktiker 2021).

Warum Glaubersalz besser ist

Die Entscheidung für Glaubersalz war kein Zufall. Johannes und Peter testeten systematisch verschiedene Lösungen und verglichen ihre Leitfähigkeit. Glaubersalz, auch unter dem Namen Natriumsulfat bekannt, zeigte dabei die besten Werte. Es ist preiswert, ungiftig und in großen Mengen verfügbar – ideale Voraussetzungen für eine umweltfreundliche Batterie.

Ihr Aufbau ähnelt im Prinzip einer klassischen Zink-Kohle-Batterie, nur dass der Elektrolyt nicht als Paste, sondern als flüssige Lösung vorliegt und in einen saugfähigen Träger – den Kork – eingebracht wird. Die Verkapselung verhindert das Austrocknen und sorgt für Druck, der die chemischen Reaktionen in Gang hält (Jugend-forscht.de 2025).

Mit ihrer Entwicklung stehen die beiden in einer langen Tradition der Jugend-forscht-Forschung zu alternativen Batteriesystemen. Bereits 2015 suchten drei hessische Schüler nach Alternativen zu Lithium und testeten Batteriesysteme mit verschiedenen Salzen und Säuren in wässriger Lösung (Jugend-forscht.de 2015).

Vom Schullabor zum Bundeswettbewerb

Ihre Arbeit führte Johannes und Peter bis zum 60. Bundesfinale von Jugend forscht in Hamburg. Ende Mai 2025 präsentierten sie ihr Projekt auf dem Gelände der Helmut-Schmidt-Universität vor einer hochkarätigen Jury. Die Konkurrenz war stark – insgesamt 167 Jungforscher hatten sich für das Finale qualifiziert (GSG Lebach 2025).

Ihr Projekt war eines von drei, die das Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach nach Hamburg entsenden konnte. Die Schulgemeinschaft zeigte sich stolz auf die Leistung ihrer Schüler, die durch Ausdauer und Ideenreichtum bis zu diesem bedeutenden Wettbewerb vorgedrungen waren (GSG Lebach 2025).

Ein Bundessieg blieb ihnen zwar verwehrt, doch die Teilnahme am renommiertesten Nachwuchswettbewerb Deutschlands ist für die beiden 18-Jährigen bereits ein großer Erfolg. Ihre Forschung zeigt, dass es möglich ist, mit einfachen Materialien und klugen Ideen einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft zu leisten.

Was bleibt

Johannes Gall und Peter Eppers haben bewiesen, dass umweltfreundliche Batterien nicht nur in der Industrieforschung entstehen müssen. Ihr Prototyp aus Kork, Zink, Grafit und Glaubersalz könnte für bestimmte Einsatzbereiche tatsächlich zu einer giftfreien Alternative werden – vielleicht nicht für den Antrieb von Elektroautos, aber für Geräte mit geringem Strombedarf, bei denen Sicherheit und Umweltverträglichkeit im Vordergrund stehen (Jugend-forscht.de 2025).

Quellen:


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