(Rosenfeld/Baden-Württemberg) Auf dem Gelände der Fischermühle in Rosenfeld, dem Sitz des Vereins Mellifera e. V., lernen seit Jahren nicht nur Kinder das Staunen – sondern auch Erwachsene das Unterrichten. Die Initiative „Bienen machen Schule“ hat in sieben Jahren 147 Menschen zu Bienenpädagoginnen ausgebildet, fächerübergreifende Lehrmaterialien entwickelt und ein wachsendes Netzwerk im gesamten deutschsprachigen Raum aufgebaut.
Ein Mitmach-Bienentheater, Kinder, die sich in Drohnen und Ammenbienen verwandeln, und am Ende ein Tütchen Phacelia-Samen für den eigenen Balkon: Was nach einem Ausflugsprogramm klingt, ist tatsächlich Teil einer strukturierten Weiterbildung. Angehende Bienenpädagog*innen üben hier unter realen Bedingungen – mit einer echten Grundschulklasse, echten Fragen und echtem Staunen.
Die Bienen seien ein idealer Türöffner für die gesamte Naturpädagogik. Mithilfe der Bienen begriffen die Kinder, wie die Zusammenhänge in der Natur funktionieren.
Bienen machen Schule: Von der Imkerei in den Unterricht
Die Weiterbildung Bienenpädagogik richtet sich an Imker*innen mit pädagogischem Interesse, Lehrkräfte und Mitarbeitende aus Bildungseinrichtungen und Umweltverbänden. Voraussetzung: mindestens zwei Jahre praktische Imkereierfahrung, eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein erweitertes Führungszeugnis. Der Kurs umfasst 80 Unterrichtsstunden in fünf Einheiten, verteilt über mehrere Monate.
Der aktuelle Jahrgang beginnt am 20. und 21. November 2026 (laut Mellifera-Website verifiziert) mit den Themen Bildung für nachhaltige Entwicklung und wesensgemäße Bienenhaltung. Weitere Einheiten behandeln ökologische Kreisläufe, Finanzierung von Bildungsprojekten, das Anlegen von Blühflächen, Wildbienen und den praktischen Umgang mit Bienenvölkern. Die letzte Einheit im Juli 2027 ist der pädagogischen Praxis gewidmet.
Die Kosten für den Gesamtkurs betragen 975 Euro, inklusive vegetarischer Bio-Vollverpflegung und Materialien. (verifiziert) Eine Buchung ist nur als Komplettpaket möglich. In Ausnahmefällen ist Ratenzahlung möglich; bei Stornierung bis vier Wochen vor Kursbeginn wird der gesamte Betrag erstattet.
Wusstest du? Über ein Drittel unserer Nahrung ist von der Bestäubung durch Insekten abhängig – und die Honigbiene gilt dabei als wichtigste Botschafterin für Wildbienen und andere Bestäuber.

Ein Handbuch, das weitergibt
Neben der Weiterbildung hat „Bienen machen Schule“ einen Praxisleitfaden entwickelt – ein Handbuch für Pädagoginnen und Imkerinnen, das neue Erkenntnisse, Didaktikansätze und konkrete Tipps dokumentiert. (verifiziert) Kostenlose PDF-Leseproben geben Einblick in Themen wie die Langzeitbindung von Kindern an Bienenprojekte, den 10-Schritte-Plan zum Blühschulhof oder den Aufbau von Nisthilfen für Wildbienen.
Ergänzt wird das Angebot durch Bienen-Erlebnistage, bei denen Schulklassen in Gruppen von maximal 20 bis 25 Kindern direkt mit Bienen in Kontakt kommen. Vorab wird per Formular abgeklärt, ob Allergien gegen Bienengift vorliegen – eine Unterschrift der Erziehungsberechtigten ist Pflicht.
Die Jahrestagung, die Pädagoginnen und Imkerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenbringt, findet an wechselnden Standorten im DACH-Raum statt.
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Quellen
Mellifera e. V. (2024): Bienen machen Schule – Wir machen Natur erlebbar. Verfügbar unter: https://www.mellifera.de/bienen-schule/
Deutsche UNESCO-Kommission (2023): Bienen machen Schule. Verfügbar unter: https://bne.unesco.de/bildung/bne-akteure/bienen-machen-schule
Ökolandbau.de (2024): Bildungsprojekte: Wie und was können wir von den Bienen lernen? Verfügbar unter: https://www.oekolandbau.de/bildung/oeko-landbau-in-allgemeinbildenden-schulen/nachhaltige-bildungsprojekte-fuer-allgemeinbildende-schulen/bildungsprojekte-mit-bienen/
Stadtbienen (2024): Schulbienen. Verfügbar unter: https://www.stadtbienen.org/bienen-an-schulen/
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