Wie du selbst einen interkulturellen Kochabend organisieren kannst

Was du über Begegnung beim Kochen wissen solltest

Das Projekt „Schmeck nei!“ zeigt: Gemeinsames Kochen baut Barrieren ab. Beim Schnippeln, Würzen und Abschmecken ist jeder gleich. Die Sprache spielt eine Nebenrolle – Hände, Augen und der gemeinsame Genuss sprechen lauter als Worte. In einer Zeit, in der Begegnungen oft oberflächlich bleiben, schafft der Kochabend echte Nähe.

Schritt-für-Schritt: Dein eigenes interkulturelles Kochevent

Materialien:

  • Eine Küche (Gemeindehaus, Stadtteiltreff, private Küche, Vereinsheim)

  • Menschen mit Migrationsgeschichte, die ihr Lieblingsgericht vorstellen möchten

  • Interessierte Gäste

  • Zutaten (vorher gemeinsam einkaufen – das ist schon Teil des Erlebnisses!)

Los geht’s:

  1. Finde Köchinnen und Köche: Sprich Migrantenselbstorganisationen, Sprachkurse, Kirchengemeinden oder Flüchtlingsinitiativen an. Oft gibt es viele Menschen, die gerne ihre Küche vorstellen würden – sie brauchen nur eine Einladung.

  2. Suche einen Ort: Viele Gemeinden, Kirchen oder Stadtteilzentren haben Küchen, die abends genutzt werden können. Frag einfach an – oft ist die Resonanz überraschend positiv.

  3. Plane den Ablauf: Die Ludwigsburger haben gute Erfahrungen gemacht mit: Vorstellungsrunde, gemeinsamem Einkaufen (optional), Kochen in Teams, gemeinsames Essen, gemütlicher Ausklang (Liga-LB 2025). Das schafft Struktur, ohne zu sehr zu reglementieren.

  4. Mach Werbung: Über lokale Medien, soziale Netzwerke, Aushänge. Je bunter die Gruppe, desto besser.

  5. Sorg für eine gute Atmosphäre: Beim Kochen entstehen die besten Gespräche – locker, ungezwungen, authentisch. Ein paar Helfer, die übersetzen können, sind Gold wert, aber kein Muss. Hände und Füße tun es auch.

Was du beobachten wirst:

Am Anfang sind alle etwas schüchtern. Aber sobald die ersten Zwiebeln geschnippelt sind, taut die Stimmung auf. Die syrische Köchin zeigt, wie man Weinblätter richtig rollt. Der deutsche Rentler erzählt von seiner Reise nach Istanbul. Die ukrainische Studentin lacht über ihre missglückten ersten Pampuschki. Am Ende sitzen alle am Tisch, probieren, staunen, genießen.

[Wusstest du? In Ludwigsburg gab es nach einem Kochabend sogar eine Neugründung: Eine Kochgruppe traf sich danach regelmäßig weiter – aus Fremden wurden Freunde.]

Warum das mehr ist als nur Kochen:

Jehan Alali erlebte an diesem Abend im September 2025 etwas, das ihr in Deutschland bisher selten begegnet war: Sie war nicht die Hilfesuchende, nicht die Flüchtling, nicht die, die etwas nicht versteht. Sie war die Expertin. Die, die zeigt, wie es geht. Die, deren Wissen gefragt ist. „Lecker“, sagte sie, als Renate nach den zwei Ölen fragte – und meinte damit so viel mehr als nur das Essen.

Solche Abende verändern Perspektiven – auf beiden Seiten. Sie zeigen, dass Integration keine Einbahnstraße ist. Dass die, die gekommen sind, etwas mitbringen. Dass wir alle voneinander lernen können. Und dass am Ende eines guten Abends die Grenzen verschwimmen – zwischen syrisch und schwäbisch, zwischen Gast und Gastgeber, zwischen Fremd und Vertraut.


Quellen (DIY):

Liga-LB (2025): Ökumenische Fachstelle Asyl: Schmeck nei‘ – syrischer Kochkurs. Verfügbar unter: https://liga-lb.de/oekumenische-fachstelle-asyl-schmeck-nei-syrischer-kochkurs/

Fachstelle Asyl (2026): Möchtest du zum Kochkurs einladen? – Aufruf für Ehrenamtliche. Verfügbar unter: https://www.fachstelle-asyl.de/mitmachen/schmeck-nei

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