App verbindet Fischer direkt mit Restaurants in Thailand [Thailand]

An der Andamanenküste Thailands, in der Provinz Phang Nga, hat sich in den letzten Jahren etwas Grundlegendes verändert. Die Fischer der Region fangen nicht mehr nur, um ihre Fänge an Zwischenhändler zu verkaufen, die den Preis diktierten. Sie nutzen heute eine App, die sie direkt mit Restaurants verbindet – und verdienen dabei deutlich mehr. Die App „Fishing Friends“, entwickelt von der Organisation „Oceans for All“, hat aus einer traditionellen Branche ein modernes Netzwerk gemacht (Oceans for All 2024).

[Wusstest du? In Thailand arbeiten über 200.000 Fischer. Die meisten von ihnen waren jahrzehntelang von Zwischenhändlern abhängig, die den Preis bestimmten und oft nur einen Bruchteil des tatsächlichen Werts auszahlten.]

Der Preis der Abhängigkeit

Früher war das Leben der Fischer von Unsicherheit geprägt. Sie wussten nie, ob sie einen fairen Preis für ihren Fang bekommen würden. Die Zwischenhändler nutzten ihre Machtposition aus, drückten die Preise, ließen die Fischer oft stundenlang warten, bis der Marktpreis fiel. Viele Familien lebten am Existenzminimum, obwohl sie hart arbeiteten (FAO 2023).

Die Restaurants zahlten ebenfalls hohe Preise – aber das Geld landete bei den Zwischenhändlern, nicht bei den Fischern. Das System war ineffizient, ungerecht und für alle Beteiligten frustrierend.

Wie Fishing Friends funktioniert

Die App „Fishing Friends“ schafft eine direkte Verbindung zwischen Fischern und Restaurants. Fischer können ihren Fang noch auf dem Boot erfassen: Art, Menge, Fangort, Fangzeit. Restaurants sehen in Echtzeit, welche Fische verfügbar sind und können direkt bestellen. Die Preise werden transparent ausgehandelt, die Zahlung erfolgt direkt (Oceans for All 2024).

Das Besondere: Die App berücksichtigt auch Nachhaltigkeit. Sie zeigt an, welche Fischarten in der Region gerade geschont werden sollten, und warnt vor Überfischung. So profitieren nicht nur die Fischer, sondern auch die Meere.

[Wusstest du? Die App wurde in enger Zusammenarbeit mit den Fischern entwickelt. Sie spricht nicht nur Englisch und Thailändisch, sondern auch lokale Dialekte – und funktioniert offline, denn nicht überall auf See gibt es Internet.]

Die Wirkung

Die ersten Ergebnisse sind beeindruckend. Die teilnehmenden Fischer verdienen heute bis zu 30 Prozent mehr für ihren Fang. Die Restaurants bekommen frischere Fische zu fairen Preisen. Und die Zwischenhändler? Sie müssen sich anpassen – oder verschwinden (Oceans for All 2024).

Aber das Projekt ist mehr als nur eine App. Es hat die Fischer zusammengebracht. In regelmäßigen Treffen tauschen sie sich aus, lernen voneinander, organisieren sich. Aus Einzelkämpfern ist eine Gemeinschaft geworden.

Eine Fischerin aus Phang Nga sagte: „Früher waren wir allein. Jetzt sind wir stark.“ (Oceans for All 2024)


Quellen:

FAO (2023): Fishery and Aquaculture Country Profiles – Thailand. Food and Agriculture Organization of the United Nations. Verfügbar unter: https://www.fao.org/fishery/en/countryprofiles/search/en?sel=THA

Oceans for All (2024): Fishing Friends – Connecting Fishers and Restaurants. Jahresbericht. Verfügbar unter: https://www.oceansforall.org/projects/fishing-friends

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Was du über faire Fischerei wissen solltest

Faire Fischerei bedeutet nicht nur, dass Fischer einen angemessenen Preis bekommen. Es bedeutet auch, dass die Meere nicht überfischt werden, dass Kinderarbeit ausgeschlossen ist und dass die Fangmethoden nachhaltig sind.

In Thailand war die Fischerei lange von Zwischenhändlern dominiert, die den Markt kontrollierten. Die Fischer hatten keine Wahl: Sie mussten zu den Bedingungen verkaufen, die ihnen diktiert wurden. Die App „Fishing Friends“ ist ein Beispiel dafür, wie Technologie helfen kann, diese Machtverhältnisse zu verändern.

[Wusstest du? In der EU müssen Fischprodukte, die importiert werden, bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Projekte wie Fishing Friends helfen thailändischen Fischern, diese Standards zu erreichen.]

DIY: Wie du fairen Fisch in deiner Region erkennen kannst

Du kannst nicht direkt mit Fischern in Thailand handeln, aber du kannst bewusste Entscheidungen treffen, wenn du Fisch kaufst.

Schritt-für-Schritt

  1. Achte auf Siegel: MSC (Marine Stewardship Council) für Wildfang, ASC (Aquaculture Stewardship Council) für Zuchtfisch. Diese Siegel garantieren nachhaltige Fangmethoden und faire Bedingungen.

  2. Frage nach Herkunft: Im Supermarkt, auf dem Markt, im Restaurant. Woher kommt der Fisch? Wie wurde er gefangen? Wer hat ihn gefangen? Je mehr du fragst, desto mehr Druck entsteht auf die Anbieter.

  3. Bevorzuge regionale Fischerei: Auch in Deutschland gibt es Fischer, die mit fairen Methoden arbeiten. Unterstütze sie.

  4. Informiere dich über Apps: Es gibt inzwischen Apps, die ähnlich wie Fishing Friends funktionieren – auch in Europa. Mit „Fischbestimmen“ oder „MSC-Fischfinder“ kannst du mehr über die Herkunft erfahren.

  5. Teile dein Wissen: Sprich mit Freunden, Familie, Bekannten. Je mehr Menschen über faire Fischerei Bescheid wissen, desto größer die Nachfrage.

Was du lernst

Du verstehst, dass jeder Einkauf eine Entscheidung ist. Dass hinter jedem Fisch ein Mensch steht – und ein ganzes Ökosystem. Dass du mit deinem Geld beeinflussen kannst, wie die Welt von morgen aussieht. Die Fischer in Thailand haben gezeigt, dass Veränderung möglich ist. Du kannst Teil davon sein.


Quellen (DIY):

MSC (2025): Nachhaltigen Fisch erkennen – Tipps für Verbraucher. Verfügbar unter: https://www.msc.org/de

ASC (2025): Aquaculture Stewardship Council – Zertifizierung und Standards. Verfügbar unter: https://www.asc-aqua.org/de/

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