Bioplastik aus Kartoffelschalen in den Niederlanden [Niederlande]

Die Niederlande sind das Land der Kartoffeln. Jedes Jahr fallen in der Lebensmittelindustrie Tausende Tonnen Schalen an – Abfall, der meist verbrannt oder vergoren wird. Ein Start-up aus Wageningen hat eine bessere Idee: Aus Kartoffelschalen machen sie Bioplastik. Das Unternehmen „Schillaz“ hat ein Verfahren entwickelt, bei dem die Stärke aus den Schalen extrahiert und zu biologisch abbaubaren Verpackungen verarbeitet wird. Eine Kreislauflösung, die Abfall in Rohstoff verwandelt (WUR 2025).

[Wusstest du? Die Niederlande sind nach Deutschland der zweitgrößte Kartoffelproduzent Europas. Pro Jahr fallen allein in der Verarbeitung über 500.000 Tonnen Schalen an – genug, um Millionen von Verpackungen herzustellen.]

Vom Abfall zum Wertstoff

Die Idee entstand an der Universität Wageningen, einer der führenden Agrarhochschulen der Welt. Studenten suchten nach einer Verwertung für die riesigen Mengen an Kartoffelschalen, die in der niederländischen Industrie anfallen. Sie entwickelten ein Verfahren, bei dem die Schalen getrocknet, gemahlen und die Stärke extrahiert wird. Diese Stärke dient als Basis für ein biologisch abbaubares Granulat, das sich wie herkömmlicher Kunststoff verarbeiten lässt (Schillaz 2025).

Das Besondere: Das Material ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern auch wasserlöslich. Verpackungen aus Kartoffelstärke lösen sich in warmem Wasser auf – ideal für Einwegprodukte, die nicht im Meer landen sollen. Und sie sind günstiger als viele andere Biokunststoffe, weil der Rohstoff quasi kostenlos ist.

[Wusstest du? Normales Plastik braucht Hunderte Jahre zum Verrotten. Bioplastik aus Kartoffelschalen zersetzt sich in wenigen Wochen – und hinterlässt keine Mikroplastikrückstände.]

Von der Idee zum Produkt

Aus dem Studentenprojekt wurde ein Unternehmen. Schillaz produziert heute in einer kleinen Fabrik in Wageningen und beliefert erste Kunden in der Lebensmittelbranche. Besonders gefragt sind die Kartoffelverpackungen bei Bio-Supermärkten, die nachhaltige Alternativen zu herkömmlichem Plastik suchen (Schillaz 2025).

Das Unternehmen arbeitet eng mit der Industrie zusammen. Die Schalen kommen direkt von einem großen Kartoffelverarbeiter, der sie bisher teuer entsorgen musste. Heute liefert er sie kostenlos an Schillaz – und spart doppelt: keine Entsorgungskosten, plus grünes Image.


Quellen:

WUR (2025): Potato peel plastics – A circular innovation. Wageningen University & Research. Verfügbar unter: https://www.wur.nl/en/article/potato-peel-plastics.htm

Schillaz (2025): Our Story – From Waste to Value. Verfügbar unter: https://www.schillaz.nl/about

guteideenblog.org sollte ein interner Link sein. guteideenblog.org © 2025 by Gute Ideen ist lizenziert unter CC BY 4.0. Kurz erklärt: Nutze alles und verlinke auf diesen Artikel.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert