Der Bücherbus von Kasese – Wie eine Gemeinde in Uganda Kindern das Lesen bringt [Uganda]

Morgens um halb acht, wenn die Sonne über den Hügeln von Kasese im Westen Ugandas aufgeht, steht er bereit. Ein weißer Lieferwagen, vollgepackt mit Bücherkisten, bereit zur Abfahrt. Charles Mutebi, der Fahrer, startet den Motor. Neben ihm sitzt Grace Akello, eine ehemalige Lehrerin, die heute die Bücher auswählt und die Kinder betreut. Ihr Ziel: 50 Schulen in der Region, die keine eigene Bibliothek haben. Ihre Mission: 50.000 Kindern Zugang zu Büchern verschaffen (Rotary Club of Ringwood 2024).

[Wusstest du? In Uganda müssen Eltern das Schulgeld selbst bezahlen – der Staat finanziert keine Schulen. Bücher sind für viele Familien unerschwinglich. Eine mobile Bibliothek wie diese ist für Tausende Kinder die einzige Möglichkeit, überhaupt an Lesestoff zu kommen.]

Ein Bus, der Schule macht

Vier Mal pro Woche ist der Bücherbus unterwegs. Unter der Woche besucht er Schulen, samstags öffnet er seine Türen für Kinder, die nicht zur Schule gehen. In jedem Dorf, in dem er hält, ist das Willkommen überwältigend. Die Kinder rennen herbei, drängen sich um den Bus, wollen als erste die neuen Bücher sehen (Rotary Club of Ringwood 2024).

Grace Akello kennt viele inzwischen mit Namen. Sie weiß, wer lieber Bilderbücher mag, wer schon an die ersten Romane herangeführt werden kann, wer Hilfe beim Lesen braucht. „Manche Kinder haben noch nie ein Buch in der Hand gehalten“, erzählt sie. „Wenn sie dann das erste Mal blättern, die Bilder betrachten, die Buchstaben zu entziffern versuchen – das ist unbeschreiblich.“ (Rotary Club of Ringwood 2024).

[Wusstest du? Der Bus fährt nicht nur Bücher aus. In manchen Dörfern bleiben Charles und Grace über Mittag, lesen vor, machen kleine Spiele und ermutigen die Kinder, eigene Geschichten zu erzählen. Lesen lernen ist auch ein Akt der Selbstermächtigung.]

Ein Netzwerk von Helfern

Der Bus wurde von vier britischen Rotary-Clubs finanziert, aber betrieben wird er von Menschen aus der Region. Charles Mutebi, der Fahrer, ist selbst Vater von vier Kindern. „Ich weiß, wie schwer es ist, an Schulmaterial zu kommen“, sagt er. „Meine Kinder haben Glück, sie gehen zur Schule. Aber viele hier haben das nicht.“ (Rotary Club of Ringwood 2024).

Grace Akello war zwanzig Jahre lang Lehrerin, bevor sie in Rente ging. Jetzt verbringt sie ihre Tage im fahrenden Klassenzimmer. „Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal unterrichten würde“, lacht sie. „Aber das hier ist anders. Die Kinder sind so wissbegierig. Sie saugen alles auf.“ (Rotary Club of Ringwood 2024).

Ein Leuchtturm für die Region

Die Nachricht vom Bücherbus hat sich herumgesprochen. Inzwischen fragen Schulen aus benachbarten Distrikten an, ob der Bus nicht auch zu ihnen kommen könne. Charles und Grace müssen abwägen – der Bus kann nicht überall sein. Aber sie hoffen, dass ihr Projekt Schule macht. „Vielleicht gibt es eines Tages mehrere solche Busse“, sagt Grace. „Vielleicht eines Tages in ganz Uganda.“ (Rotary Club of Ringwood 2024).


Quellen:

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