Fatemah Alzelzela – Wie eine junge Frau aus Kuwait mit „Eco Star“ das Recycling revolutioniert [Kuwait]

Fatemah Alzelzela war 24 Jahre alt, als sie beschloss, dass es so nicht weitergehen konnte. In Kuwait, einem der reichsten Länder der Welt, landete damals fast der gesamte Müll auf Deponien. Recycling gab es kaum, Bewusstsein für Umweltprobleme fehlte weitgehend. Fatemah, damals frischgebackene Ingenieurin, sah die Müllberge wachsen – und begann zu handeln. Sie gründete „Eco Star“, eine Initiative, die sich auf die effiziente Sammlung von recycelbaren Materialien konzentriert: Papier, Plastik und Metall. Was als kleine Idee begann, wurde zu einer Bewegung, die heute das ganze Land verändert (UNEP 2023).

*[Wusstest du? Kuwait gehört zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Abfallaufkommen weltweit. Pro Einwohner fallen hier jährlich etwa 1,5 Kilogramm Müll pro Tag an – doppelt so viel wie im EU-Durchschnitt.]*

Vom Studium zur Umweltbewegung

Fatemah studierte Elektrotechnik an der Kuwait University. Während ihres Studiums reiste sie viel und sah, wie andere Länder mit Recycling und Umweltschutz umgingen. In ihrer Heimat angekommen, war der Kontrast erschütternd. „Ich sah Müll überall, aber niemand tat etwas“, erzählt sie. „Die Leute wussten nicht einmal, dass man Plastik von Papier trennen kann.“ (UNEP 2023).

Sie begann klein: Mit ein paar Freunden sammelte sie in ihrer Nachbarschaft recycelbare Materialien, brachte sie zu einer kleinen Sortieranlage und überzeugte lokale Unternehmen, sie zu unterstützen. Die Nachfrage war überwältigend. Innerhalb weniger Monate wuchs „Eco Star“ zu einer Organisation mit Dutzenden Freiwilligen (UNEP 2023).

[Wusstest du? Fatemah wurde 2020 von der UNEP als „Young Champion of the Earth“ ausgezeichnet – eine der höchsten Umweltauszeichnungen für junge Menschen weltweit.]

Wie Eco Star funktioniert

Das Prinzip von Eco Star ist einfach, aber effektiv: Haushalte und Unternehmen können sich bei der Initiative registrieren und bekommen regelmäßig Sammelboxen für recycelbare Materialien gestellt. Wenn die Boxen voll sind, werden sie von Freiwilligen abgeholt, sortiert und an Recyclingfabriken weitergeleitet. Die Erlöse fließen zurück in die Organisation und in Aufklärungsarbeit an Schulen und Universitäten (UNEP 2023).

Was Eco Star besonders macht, ist die Verbindung von Umweltschutz mit sozialem Engagement. Viele der Freiwilligen sind junge Menschen, die durch die Arbeit nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickeln. „Wir zeigen ihnen, dass Recycling nicht kompliziert ist. Jeder kann mitmachen – und jeder kleine Beitrag zählt.“ (UNEP 2023).

Erfolge und Auszeichnungen

Bis 2023 hat Eco Star über 250 Tonnen recycelbare Materialien gesammelt – eine beachtliche Menge in einem Land, das vor wenigen Jahren noch kaum Recycling kannte. Die Initiative hat Partnerschaften mit lokalen Recyclingfabriken aufgebaut, ein Netzwerk von Freiwilligen etabliert und unzählige Menschen für das Thema sensibilisiert (UNEP 2023).

Für ihre Arbeit wurde Fatemah vielfach ausgezeichnet. 2020 ernannte sie das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zu einem der „Young Champions of the Earth“. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Dollar Startkapital dotiert und ermöglichte es ihr, Eco Star weiter auszubauen. 2022 folgte der „Green Future Leader Award“ des WWF (UNEP 2023).

Eine Vision für die Zukunft

Fatemah träumt von einem Kuwait, in dem Recycling selbstverständlich ist – so selbstverständlich wie das morgendliche Zähneputzen. Sie will in den nächsten Jahren ein flächendeckendes System aufbauen, das alle Haushalte erreicht, und arbeitet an Bildungsprogrammen, die schon Kindergartenkindern beibringen, wie man Müll trennt (UNEP 2023).

„Ich möchte, dass meine Kinder eines Tages in einer Welt aufwachsen, in der Umweltverschmutzung ein Problem von gestern ist“, sagt sie. „Dafür kämpfe ich – jeden Tag.“ (UNEP 2023).


Quellen:

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