„Mit einem Klick die Welt verändern“: Wie zwei 19-Jährige aus München eine Brücke ins Ehrenamt bauten
Es ist eine Frage, die sich viele stellen, aber selten beantworten: Wie kann ich eigentlich Gutes tun? Die Hürden scheinen hoch – wo finde ich ein passendes Projekt? Wer sucht gerade Hilfe? Und wie komme ich mit den richtigen Leuten ins Gespräch? Zwei junge Münchner hatten genug von diesen Fragen. Sie bauten einfach eine App, die alle Antworten liefert.
Paul Bäumler und Ludwig Petersen waren gerade 19 Jahre alt, als sie 2018 Letsact e.V. gründeten. Ihre Vision: eine Plattform, die ehrenamtliches Engagement so einfach macht wie eine Bestellung bei Amazon. Inspiriert von den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen wollten sie „den einfachsten, spaßigsten und effektivsten Weg schaffen, positive soziale und ökologische Wirkung zu erzielen“ (lead-digital.de 2019; letsact.de o.J.).
Die Idee traf einen Nerv. 2020 standen die beiden in der Höhle der Löwen und überzeugten die Investoren – ein Meilenstein, der die Bekanntheit der App schlagartig steigerte (Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt 2025). Heute zählt das Team um die inzwischen zehn Mitarbeiter, und die App ist längst über München hinausgewachsen (PitchBook 2026).
Wusstest du?
Der Name „letsact“ ist Programm – er ist eine Aufforderung: „Lass uns handeln!“ Keine Ausreden, keine langen Diskussionen. Einfach machen (lead-digital.de 2019).
So einfach geht Helfen heute
Das Prinzip von letsact ist denkbar einfach: Organisationen stellen ihre Ehrenamts-Projekte auf die Plattform – mit allen wichtigen Infos zu Ort, Zeit, Aufgaben und Kontakt. Freiwillige können bequem per App stöbern, nach Kategorien filtern (Umwelt & Naturschutz, Kinder & Jugend, Demokratie & Menschenrechte, Tierschutz und viele mehr) und mit einem Klick auf „Mitmachen!“ ihre Hilfe anbieten (Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt 2025; Apple App Store 2025).
Besonders clever: Die App zeigt nicht nur Projekte in der Nähe, sondern auch solche, die man bequem von zu Hause aus unterstützen kann – ideal für alle, die wenig Zeit oder eingeschränkte Mobilität haben (Google Play 2025). Die Kommunikation läuft entweder direkt über die App oder per E-Mail, und wer mag, kann Push-Benachrichtigungen aktivieren, um kein passendes Projekt zu verpassen (Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt 2025).
Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten ist beeindruckend: Vom Müllsammeln im Park über Kochaktionen für die Tafel bis hin zur Mitarbeit bei der Klimakonferenz LCOY oder der „Auction for Climate Action“, bei der Kunst für den Klimaschutz versteigert wird. Selbst der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sucht über letsact nach Freiwilligen (Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt 2025).
Wusstest du?
Bei letsact gibt es auch „Plogging“-Gruppen – eine Wortschöpfung aus „Joggen“ und dem schwedischen „plocka“ (aufheben). Beim Joggen sammeln die Teilnehmer einfach nebenbei Müll ein. So verbindet sich Sport mit Umweltschutz (lead-digital.de 2019).
Sicherheit wird großgeschrieben
Anders als bei vielen anderen Plattformen legt letsact großen Wert auf Datenschutz. Die Registrierung erfolgt per E-Mail – ganz ohne die sonst übliche Anmeldung über Google- oder Facebook-Konten. So werden die übermittelten Daten minimiert. Zwar nutzt die App Tracking-Tools zur technischen Optimierung, eine Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte zu Marketingzwecken ist aber ausgeschlossen (Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt 2025).
Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hat die App 2025 getestet und kam zu einem sehr positiven Urteil: „Konzept, Inhalte und Technik stimmen“, so das Fazit. Besonders gelobt wurden die intuitive Bedienung, die thematische Vielfalt und die transparente Datenschutzerklärung. Einziger Kritikpunkt: In Großstädten wünscht man sich eine noch präzisere Umkreissuche (Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt 2025).
Eine Bewegung, die wächst
Was als kleine Idee zweier Münchner Schüler begann, hat sich längst zu einer festen Größe in der deutschen Ehrenamtslandschaft entwickelt. Die App ist kostenlos, werbefrei und sowohl für iOS als auch für Android verfügbar (Apple App Store 2025; Google Play 2025). Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Bayerischen und der Fonds Finanz (PitchBook 2026).
Die Vision der Gründer geht aber weit über Deutschland hinaus: „In fünf Jahren sehen wir unsere App schon weltweit laufen“, sagte Paul Bäumler bereits 2019. „Die App hat das Potenzial, Menschen auf der ganzen Welt miteinander zu vernetzen“ (lead-digital.de 2019).
Ob dieses Ziel erreicht wird, bleibt abzuwarten. Aber eines haben Bäumler und Petersen schon jetzt geschafft: Sie haben tausenden Menschen den Weg ins Ehrenamt geebnet. Mit einem Klick. Und der Gewissheit: Jede noch so kleine Tat zählt.
Quellen:
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Apple App Store. 2025. „letsact – find your volunteering project“. [online] Verfügbar unter: https://apps.apple.com/ch/app/letsact/id1420686606 [Zugriff am 16. März 2026].
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Google Play. 2025. „letsact – Ehrenamt in deiner Nähe“. [online] Verfügbar unter: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.letsactmobile [Zugriff am 16. März 2026].
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lead-digital.de. 2019. „Mit einer App die Welt verändern“. [online] Verfügbar unter: https://www.lead-digital.de/mit-einer-app-die-welt-veraendern/ [Zugriff am 16. März 2026].
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letsact.de. o.J. „Über uns“. [online] Verfügbar unter: https://letsact.de/ [Zugriff am 16. März 2026].
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PitchBook. 2026. „Letsact Company Profile“. [online] Verfügbar unter: https://pitchbook.com/profiles/company/467278-21 [Zugriff am 16. März 2026].
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Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. 2025. „App-Test ‚letsact‘: Freiwillige vor!“ [online] Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale-sachsen-anhalt.de/wissen/digitale-welt/apps-und-software/apptest-letsact-freiwillige-vor-97840 [Zugriff am 16. März 2026].
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