Wie du in deiner Nachbarschaft eine Wohninitiative fürs Alter startest
Du musst keine eigene Plattform gründen, um Wohnen im Alter anders zu denken. Home60.ch zeigt: Oft reicht ein persönliches Profil, ein offenes Gespräch und der Mut, den ersten Schritt zu machen. Vom allein Wohnen zum gemeinsamen Leben – das kann jeder initiieren.
Die Idee ist einfach: Wer allein in einer zu großen Wohnung lebt, sucht sich Mitbewohner – nicht irgendwelche, sondern Menschen, die ähnlich denken, ähnlich leben, ähnliche Bedürfnisse haben. Eine WG für die zweite Lebenshälfte. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du so etwas in deiner eigenen Nachbarschaft startest.
Was du brauchst
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Ein offenes Gespräch mit dir selbst: Will ich wirklich eine WG? Was kann ich teilen, was nicht?
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Ein Profil – ehrlich, sympathisch, konkret
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Etwas Geduld (bei Sandra aus dem Appenzellerland dauerte es sechs Monate, bis die Richtige kam)
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Die Bereitschaft, auf andere zuzugehen
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Vielleicht eine Plattform wie Home60.ch – oder einfach ein Inserat im Dorfladen
Wusstest du?
Sandra aus dem Appenzellerland inserierte monatelang erfolglos in der Zeitung. Erst über Home60.ch meldete sich Elisabeth – und heute sind sie ein Team (Home60.ch 2024).
Los geht’s – in 5 Schritten
1. Klär für dich selbst, was du suchst
Bevor du ein Profil erstellst oder ein Inserat aufgibst, frag dich:
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Will ich eine echte WG mit gemeinsamem Alltag – oder nur ab und zu Gesellschaft?
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Brauche ich Unterstützung im Haushalt – oder will ich welche geben?
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Welche Region kommt in Frage?
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Welche Hobbys, Gewohnheiten, Ansprüche habe ich?
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Raucher oder Nichtraucher? Tierlieb oder lieber ohne?
Je klarer du bist, desto passender werden die Antworten.
2. Erstell ein ansprechendes Profil
Ob auf Home60.ch, im Gemeindeblatt oder am schwarzen Brett im Supermarkt – dein Profil ist der erste Eindruck. Schreib nicht nur Fakten, sondern erzähl etwas von dir. So wie Franziska, die „sehr gerne die Natur, den Garten“ mag. Oder Basil, der seine „akademische und kreative Ader“ erwähnt (Home60.ch o.J.). Mach neugierig. Zeig, wer du bist.
3. Nutz vorhandene Plattformen
Home60.ch ist spezialisiert auf genau dieses Anliegen. Die Profile sind kostenlos, die Reichweite ist gut – und die Plattform wird regelmäßig von Menschen genutzt, die ernsthaft suchen (Home60.ch o.J.). Alternativ gibt es regionale Seniorenportale, die Kirchgemeinde, Pro Senectute oder einfach ein Inserat im lokalen Anzeiger.
Wusstest du?
Home60.ch wurde Ende 2025 in die Action Map des Migros-Pionierfonds aufgenommen – eine Auszeichnung für Qualität und Innovation (Home60.ch 2025).
4. Geh auf Kontaktanfragen ein – und bleib kritisch
Wenn sich jemand meldet: Freu dich! Aber lass dir Zeit. Tauscht euch aus, telefoniert, trefft euch mehrmals – am besten neutral und dann bei dir zu Hause. Sandra und Elisabeth trafen sich zweimal im Haus von Sandra, bevor sie sicher waren (Home60.ch 2024). Vertrauen braucht Zeit – und das ist gut so.
5. Klär die Formalitäten
Wenn die Chemie stimmt, wird es konkret. Welche Rechtsform soll die WG haben? Solidarmiete oder Untermiete? Die Zürcher Rechtsanwälte Olivier Gigon und Philipp Vonrüti empfehlen, sich frühzeitig über die verschiedenen Modelle zu informieren – und einen klaren Vertrag zu machen (Home60.ch 2025). Klär auch, wie Kosten geteilt werden, wer welche Aufgaben übernimmt, was passiert, wenn eine ausziehen will. Besser jetzt geklärt als später gestritten.
Was du lernen wirst
Du wirst erleben, wie bereichernd es sein kann, den Alltag zu teilen. Du wirst sehen, dass Einsamkeit kein Schicksal sein muss – und dass es nie zu spät ist für neue Freundschaften. Vielleicht wirst du wie Ingrid und Margrit, über die das WWF Magazin schrieb (Home60.ch 2025). Oder wie die vielen anderen, die einfach den Mut hatten, den ersten Schritt zu machen.
Weiter gedacht: Noch mehr Ideen
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Generationen-WG – Nicht nur Gleichaltrige suchen, sondern auch junge Menschen. Studierende suchen oft günstigen Wohnraum – und freuen sich über Kontakt zu Älteren.
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Haus teilen, nicht nur Wohnung – Wer ein ganzes Haus hat, kann auch mehrere Mitbewohner aufnehmen. Aus einem leeren Haus wird wieder Leben.
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Unterstützung im Alltag – Nicht jeder will eine WG. Manche suchen einfach jemanden, der einkaufen hilft, den Garten pflegt oder abends mal vorbeischaut. Auch das kann man über Profile anbieten oder suchen (Home60.ch o.J.).
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Gemeinsam Neues gründen – Aus einer Zweier-WG kann eine größere Initiative werden. Vielleicht gründet ihr eine kleine Hausgemeinschaft, eine Genossenschaft oder ein generationenübergreifendes Projekt.
Quellen:
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Home60.ch. 2024. „Drei Gründe für eine Wohngemeinschaft“. [online] Verfügbar unter: https://www.home60.ch/blog/139 [Zugriff am 16. März 2026].
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Home60.ch. 2024. „Eine Mitbewohnerin im Handumdrehen gefunden!“ [online] Verfügbar unter: https://www.home60.ch/blog/134 [Zugriff am 16. März 2026].
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Home60.ch. 2025. „Gemeinsam Wohnen in einer WG: mit welchem Vertrag?“ [online] Verfügbar unter: https://www.home60.ch/blog/159 [Zugriff am 16. März 2026].
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Home60.ch. 2025. „Home60.ch wird in die Action Map des Migros-Pionierfonds aufgenommen!“ [online] Verfügbar unter: https://www.home60.ch/blog/162 [Zugriff am 16. März 2026].
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Home60.ch. 2025. „Neues Leben in leeren Zimmern“. [online] Verfügbar unter: https://www.home60.ch/blog/161 [Zugriff am 16. März 2026].
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Home60.ch. o.J. „Wohngemeinschaften und Unterstützung im Alltag“. [online] Verfügbar unter: https://www.home60.ch/ [Zugriff am 16. März 2026].
Weitere hilfreiche Links:
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Pro Senectute Schweiz: https://www.prosenectute.ch/
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Age-Stiftung – Förderung innovativer Wohnprojekte: https://www.age-stiftung.ch/
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Curaviva – Verband der Altersinstitutionen: https://www.curaviva.ch/
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