Wie du in deiner Gemeinde eine Reparatur- und Wiederverwendungs-Initiative startest
Du musst kein Startup gründen, um Dinge vor dem Müll zu retten. Pretty Good zeigt: Der Hebel liegt in den Strukturen. Wer Abfall vermeiden will, muss die Orte verändern, an denen er entsteht. Und das kannst du auch in deiner Stadt anstoßen – Schritt für Schritt, mit Geduld und guten Partnern (Stadt Bern, 2024).
Die Idee ist einfach: Statt funktionstüchtige oder reparaturfähige Dinge einfach zu entsorgen, werden sie gesammelt, aufbereitet und wieder in den Kreislauf gebracht. Vom Entsorgungshof direkt zurück ins Leben. Hier erfährst du, wie du so eine Initiative in deiner eigenen Gemeinde startest.
Was du brauchst
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Kontakt zur kommunalen Abfallstelle oder zum Entsorgungshof
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Ein paar Mitstreiter*innen, die mit anpacken
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Platz für Zwischenlagerung (eine Garage, einen Keller, einen kleinen Raum)
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Handwerkliches Geschick oder Partner, die reparieren können
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Absatzkanäle: Brockenhaus, Online-Plattformen wie Ricardo, Flohmärkte (Berner Zeitung, 2025)
Wusstest du?
Allein in der Schweiz fallen pro Kopf jährlich 700 kg Abfall und über 23 kg Elektroschrott an. Dabei wäre ein großer Teil noch zu retten (Migros, o.J.).
Los geht’s – in 5 Schritten
1. Finde den richtigen Partner
Der Schlüssel liegt bei den Entsorgungshöfen. In Bern und Thun war die Stadt der entscheidende Partner (Stadt Thun, 2024). Sprich mit deiner Gemeindeverwaltung, dem Bauamt oder der Abfallstelle. Zeig ihnen das Beispiel Pretty Good – und frag, ob sie ein Pilotprojekt starten wollen.
2. Starte klein
Du brauchst nicht gleich flächendeckend zu beginnen. Ein gekennzeichneter Container oder eine Ecke im Entsorgungshof reicht für den Anfang. Wichtig ist, dass das Personal weiß, worauf zu achten ist – und die Bürgerinnen und Bürger informiert werden (Stadt Bern, 2024).
3. Organisiere Logistik und Aufbereitung
Wer sammelt die Ware ein? Wo wird sie gelagert? Wer repariert? Pretty Good arbeitet mit Partnerbetrieben und einer eigenen Werkstatt (Berner Zeitung, 2025). Du kannst mit lokalen Repair-Cafés, Handwerksbetrieben oder Arbeitsintegrationsprojekten kooperieren.
4. Finde Absatzwege
Reparierte Gegenstände müssen wieder zu den Leuten. Pretty Good verkauft über Ricardo, Brockenhäuser und das Warenhaus Loeb (Alternative Bank Schweiz, o.J.). Auch Flohmärkte, Secondhand-Läden oder eigene Verkaufsaktionen sind möglich.
5. Kommuniziere und feiere Erfolge
Mach Werbung für das Angebot. Berichte in der Lokalzeitung, bei Social Media, im Gemeindeblatt. Und feiere jeden Erfolg: Die erste Tonne weniger Abfall, den hundertsten verkauften Gegenstand, das schönste reparierte Stück (Stadt Bern, 2024).
Was du lernen wirst
Du wirst erleben, wie viel in unseren „Abfällen“ steckt. Du wirst Menschen treffen, die sich für Handwerk begeistern, und andere, die sich über günstige, schöne Dinge freuen. Und du wirst stolz sein, wenn aus deiner Idee eine Bewegung wird – so wie bei Pretty Good, das heute in mehreren Städten aktiv ist (SENS, 2025).
Weiter gedacht: Drei Wege zum Einstieg
Für Einsteiger: Unterstütze bestehende Angebote
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Besuch ein Repair-Café in deiner Nähe
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Spende funktionstüchtige Dinge, statt sie zu entsorgen
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Kauf Secondhand – und erzähl davon
Für Fortgeschrittene: Werd aktiv
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Frag bei deinem Entsorgungshof nach, ob es schon Kooperationen gibt
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Biet an, beim Aufbau einer Sammelstelle zu helfen
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Vernetze lokale Akteure: Repair-Cafés, Brockenhäuser, Handwerker
Für Profis: Starte ein eigenes Projekt
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Entwickle ein Konzept für deine Gemeinde
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Such Fördermittel (Migros-Pionierfonds, Stiftungen, Darlehen)
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Bau ein Netzwerk auf – und leg los
Quellen:
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Stadt Thun. 2024. „Spenden statt entsorgen: Stadt Thun unterstützt Pilotprojekt“. [online]
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Stadt Bern. 2024. „Pretty Good gewinnt den Berner Nachhaltigkeitspreis 2024“. [online]
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Migros. o.J. „Pretty Good: Wiederverwenden statt verschwenden“. [online]
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Alternative Bank Schweiz. o.J. „Pretty Good GmbH“. [online]
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Berner Zeitung. 2025. „Flicken statt wegwerfen: Sie retten jeden Monat Hunderte Möbel, Elektrogeräte und Maschinen“. [online]
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SENS. 2025. „Neues Mitglied bei SENS: Pretty Good GmbH“. [online]
Weitere hilfreiche Links:
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