Eine Lebensmittelgenossenschaft in deiner Stadt gründen
Du musst kein Supermarkterbe sein, um einen Laden zu eröffnen, der allen gehört. SuperCoop zeigt: Mit einer Handvoll Leute, einer starken Idee und dem Mut, es einfach zu tun, kann jeder eine Food Coop ins Leben rufen – und damit nicht nur den eigenen Einkauf, sondern das ganze Viertel verändern (IBB Business Team 2022).
Die Idee ist einfach: Menschen schließen sich zusammen, gründen eine Genossenschaft und betreiben gemeinsam einen Supermarkt. Alle arbeiten mit, alle haben ein Mitspracherecht, alle profitieren von fairen Preisen und Transparenz. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du so etwas in deiner Stadt startest.
Was du brauchst
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Eine kleine Gruppe Gleichgesinnter – vier bis fünf Leute reichen für den Anfang
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Viel Idealismus und einen langen Atem (von der Idee bis zur Eröffnung können Jahre vergehen)
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Grundwissen über Genossenschaften oder die Bereitschaft, sich einzuarbeiten
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Kontakt zu anderen Food Coops – zum Lernen und Vernetzen
Wusstest du? Die Gründerinnen von SuperCoop ließen sich von der Park Slope Food Coop in New York inspirieren, die seit über 45 Jahren erfolgreich arbeitet. Auch in Paris und Brüssel gibt es inzwischen Ableger (der Freitag 2019; IBB Business Team 2022).
Los geht’s – in 5 Schritten
1. Finde Mitstreiter
Such dir Menschen, die ähnlich denken – im Freundeskreis, bei Veranstaltungen, über Aushänge. Wichtig ist nicht nur die Begeisterung für gutes Essen, sondern auch die Bereitschaft, langfristig Verantwortung zu übernehmen. Bei SuperCoop begann alles mit vier jungen Frauen, die sich im Studium kennenlernten (IBB Business Team 2022).
2. Entwickelt ein Konzept und eine Rechtsform
Die meisten Food Coops sind als eingetragene Genossenschaft (eG) organisiert. Das klingt kompliziert, bietet aber viele Vorteile: Jedes Mitglied hat eine Stimme, Haftung ist begrenzt, und die Rechtsform genießt hohes Vertrauen. Lasst euch beraten – von Anwälten, von bestehenden Coops, von Förderprogrammen (companyhouse.de).
3. Sucht euch ein Vorbild und lernt davon
SuperCoop hatte großes Glück, dass die Gründerinnen direkten Kontakt zu den Macherinnen von La Louve in Paris hatten (finanzen.net 2021). Such den Austausch mit bestehenden Initiativen – die meisten helfen gerne mit Rat und Tat.
4. Findet einen Standort und Fördermittel
In Berlin wurden die Gründerinnen mit dem GründungsBONUS für Unternehmen der Sozialen Ökonomie gefördert (IBB Business Team 2022). Auch in anderen Städten gibt es Töpfe für gemeinwohlorientierte Gründungen. Der Standort sollte gut erreichbar sein und genug Platz bieten – SuperCoop startete in den Osram-Höfen im Wedding (IBB Business Team 2022).
5. Werbt Mitglieder und startet
Je mehr Mitglieder, desto stabiler wird die Coop. SuperCoop braucht langfristig etwa 1.700 aktive Mitglieder, um kostendeckend zu arbeiten (taz 2024). Organisiert Informationsabende, nutzt soziale Medien, sprecht Menschen auf der Straße an. Und dann: einfach anfangen!
Was du lernen wirst
Du wirst erleben, wie aus einer verrückten Idee ein realer Ort wird. Du wirst lernen, dass Demokratie im Laden manchmal anstrengend, aber immer bereichernd ist. Du wirst Menschen treffen, die du sonst nie kennengelernt hättest. Und du wirst stolz sein, wenn du abends an der Kasse sitzt und denkst: Dieser Laden gehört auch mir.
Es gibt viele Wege, diese Idee umzusetzen. Die Anregungen oben sollen nur eine Inspiration sein – wichtig ist, dass du deinen persönlichen Weg findest. Oft verliert man sich, wenn man sich zu streng an den Anleitungen anderer orientiert. Folge deinem Herzen – es weiß immer, wo der richtige Weg ist.
Planst du etwas Ähnliches oder hast du ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt? Schreib uns unten in die Kommentare – davon können andere lernen und mitmachen.
Quellen:
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Berlin-live 2024. „Supermarkt in Berlin: Hier sind ALLE Mitarbeiter auch gleichzeitig Chef“. [online]
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taz 2024. „Supermarkt Initiative: Utopie für Anfänger“. [online]
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finanzen.net 2021. „SuperCoop: Ein neues Modell des Supermarkts“. [online]
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IBB Business Team 2022. „Super Coop – ein Supermarkt, der den eigenen Kund:innen gehört!“. [online]
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der Freitag 2019. „Denen, die da kaufen“. [online]
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companyhouse.de 2025. „SuperCoop Berlin eG“. [online]
Weitere hilfreiche Links:
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