Starte eine Fahrrad-Sammelaktion in deiner Stadt
Michael Wagner hat gezeigt, dass ein Mensch mit einer einfachen Idee viel bewegen kann. Du musst nicht gleich eine ganze Werkstatt aufmachen – aber du kannst klein anfangen.
Schritt-für-Schritt: Deine eigene Sammelaktion
Materialien:
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Ein trockener Keller, eine Garage oder ein kleiner Schuppen (für die Fahrräder)
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Grundwerkzeug (Inbusschlüssel, Maulschlüssel, Reifenheber, Flickzeug, Luftpumpe)
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Ein Plakat oder ein Aushang
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Ein paar Freunde, die mithelfen
Los geht’s:
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Sammle alte Fahrräder. Häng in deiner Nachbarschaft, im Supermarkt oder im Gemeindezentrum einen Aushang auf: „Alte Fahrräder gesucht – ich mache sie fit und verschenke sie an Bedürftige“. Du wirst überrascht sein, wie viele Räder in Kellern und Garagen verstauben. Die meisten Menschen freuen sich, wenn ihr altes Rad noch eine zweite Chance bekommt.
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Prüfe, was du selbst reparieren kannst. Viele Fahrräder brauchen nur Kleinigkeiten: Neue Bremsbeläge, einen geflickten Schlauch, eine geölte Kette. Auf Youtube gibt es unzählige Tutorials für jede Reparatur. Du musst kein Profi sein – nur bereit, zu lernen.
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Hol dir Unterstützung. In fast jeder Stadt gibt es inzwischen Repair-Cafés oder Fahrrad-Selbsthilfewerkstätten. Das Windrose-Flickwerk in Oberursel, die RadBox in Bayreuth oder der Verein FLAIS in Hannover zeigen, wie es geht (Windrose Oberursel 2025; Uni Bayreuth 2025; ML Niedersachsen 2025). Frag dort nach Tipps oder ob sie dir bei komplizierteren Reparaturen helfen können.
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Finde Abnehmer. In jeder Stadt gibt es Einrichtungen, die Kontakt zu Obdachlosen haben: Bahnhofsmissionen, Kirchen, Sozialkaufhäuser, Tafeln. Frag dort an, ob sie deine reparierten Räder vermitteln können. Oder stell sie – wie Michael Wagner – mit einem Schild vor deine Tür.
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Bleib dran. Ein Fahrrad ist gut, zehn sind besser. Vielleicht entsteht aus deiner Aktion eine kleine Bewegung. In Wetter an der Ruhr hat eine Bürgerinitiative mit einer Förderung von 3.000 Euro eine ganze Werkstatt aufgebaut (Stadtbetrieb Wetter 2025). Der Anfang war auch dort nur ein kleiner Aushang.
Was du lernen wirst
Du wirst erleben, wie ein altes Fahrrad, das du mit eigenen Händen repariert hast, einem anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Du wirst verstehen, warum Michael Wagner sagt: „Jedes Fahrrad ist ein kleines Stück Freiheit.“ Und du wirst merken, dass man kein Geld und keine große Organisation braucht, um etwas Gutes zu tun – nur ein bisschen Zeit, ein paar Werkzeuge und ein offenes Herz.
Die RadBox an der Uni Bayreuth formuliert es so: „Wir reden ehrlich mit dir über Probleme an deinem Fahrrad und über nötige Reparaturen. Wir sind nicht profitorientiert. Unsere Schrauber stehen voll auf Geduld, Spaß, Schokolade oder ein dickes ‚Danke‘!“ (Uni Bayreuth 2025). Genau das ist der Geist, der auch Michael Wagner antreibt. Und der auch dich antreiben kann.
Quellen (DIY):
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Repair-Café-Netzwerk Deutschland: Gründung eines Repair-Cafés – Tipps und Materialien. https://www.repaircafe.org/de/
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Stiftung Mitarbeit: Nachbarschaftsprojekte gründen – Handbuch für Initiativen. https://www.mitarbeit.de/publikationen/
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