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Erfahre, wie sich Weben anfühlt

Du musst nicht nach Ghana reisen, um zu verstehen, wie blinde Menschen Textilien erleben. Mit einer einfachen Übung kannst du selbst erfahren, wie sich Weben anfühlt – wenn du deine Augen schließt und nur deine Hände arbeiten lässt.

Schritt-für-Schritt: Dein Fühl-Webstück

Materialien:

  • Ein einfacher Webrahmen (oder ein selbst gebauter Rahmen aus Pappe)

  • Dicke Wolle oder Kordel in verschiedenen Strukturen (glatt, rau, flauschig)

  • Eine stumpfe Nadel

  • Eine Augenbinde oder ein Tuch

Los geht’s:

  1. Besorge oder baue einen einfachen Webrahmen. Einen fertigen Rahmen gibt es im Bastelladen. Du kannst aber auch selbst einen bauen: Schneide aus einem stabilen Karton einen rechteckigen Rahmen aus und kerbe an den kurzen Seiten regelmäßige Einschnitte ein – etwa einen Zentimeter tief und einen halben Zentimeter breit.

  2. Bespanne den Rahmen. Ziehe die Kettfäden (die senkrechten Fäden) durch die Einschnitte und spanne sie gleichmäßig. Verknote sie an den Seiten.

  3. Schließe die Augen. Nimm dir eine Augenbinde oder ein Tuch und verbinde dir die Augen. Jetzt bist du in der gleichen Situation wie die blinden Weber in Ghana.

  4. Wähle dein Material aus. Suche dir verschiedene Woll- oder Kordelstücke aus. Spüre die Unterschiede: Welche ist glatt? Welche ist rau? Welche fühlt sich warm an?

  5. Beginne zu weben. Fädle das erste Stück Wolle auf die Nadel. Taste dich zu den Kettfäden vor und webe die Wolle abwechselnd über und unter den Fäden hindurch. Du musst nicht perfekt sein – es geht um das Erlebnis, nicht um das Ergebnis.

  6. Wechsle die Materialien. Wenn du ein Stück fertig gewebt hast, nimm das nächste. Spüre, wie sich die Struktur des Gewebes verändert. Die blinden Weber in Wa arbeiten mit Ton, mit Indigo, mit Stoff – und jedes Material fühlt sich anders an.

  7. Öffne die Augen und betrachte dein Werk. Was siehst du? Was überrascht dich? Vielleicht ist es ganz anders geworden, als du es dir vorgestellt hast. Vielleicht ist es genau das, was die blinden Künstlerinnen und Künstler in Ghana erleben: dass die Hände etwas schaffen, das die Augen nicht sehen können.

So kannst du Blindenprojekte in deiner Nähe unterstützen

  1. Suche nach Blinden- und Sehbehindertenverbänden in deiner Region. Viele bieten kreative Workshops an und freuen sich über ehrenamtliche Helfer.

  2. Frage in Werkstätten für behinderte Menschen nach. Oft gibt es dort textile Arbeitsgruppen, die Unterstützung brauchen.

  3. Spende an Organisationen, die sich für blinde Menschen einsetzen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband oder lokale Blindenvereine wissen genau, wo Hilfe gebraucht wird.

Was du lernen wirst

Du wirst verstehen, warum die Schüler in Wa mit so viel Hingabe arbeiten. Du spürst, dass Kreativität keine Frage des Sehens ist. Dass die Hände genauso viel „sehen“ können wie die Augen. Und dass ein Stück Stoff, das von einem blinden Menschen gewebt wurde, nicht weniger wert ist – im Gegenteil. Es erzählt eine Geschichte, die du mit deinen Händen lesen kannst.


Quellen (DIY):

guteideenblog.org sollte ein interner Link sein. guteideenblog.org © 2025 by Gute Ideen ist lizenziert unter CC BY 4.0. Kurz erklärt: Nutze alles und verlinke auf diesen Artikel.

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