Max Hidalgo Quinto – Wie ein peruanischer Erfinder Wasser aus der Luft holt [Peru]
In den Wüstenregionen Perus ist Wasser das kostbarste Gut. Wo der Regen selten fällt und Flüsse austrocknen, müssen Menschen oft stundenlang laufen, um an trinkbares Wasser zu kommen. Max Hidalgo Quinto, ein junger peruanischer Erfinder, sah diese Not und beschloss, eine Lösung zu finden. Er entwickelte „YAYA“ – ein tragbares, multifunktionales Gerät, das aus Luftfeuchtigkeit und Nebel bis zu 300 Liter Wasser pro Tag gewinnen kann (UNEP 2021).
[Wusstest du? In den Küstenwüsten Perus ist die Luftfeuchtigkeit oft hoch – Nebel, sogenannte „Garúas“, sind häufig. Genau diese unsichtbare Ressource nutzt YAYA. Es ist, als würde man einen Brunnen in der Luft graben.]
Die Idee
Max wuchs in einer Region auf, in der Wasserknappheit zum Alltag gehört. Er sah seine Mutter stundenlang Wasser schleppen, sah die Ernten verdorren, sah, wie Menschen krank wurden, weil sie kein sauberes Wasser hatten. Als er später Maschinenbau studierte, wusste er sofort, wofür er sein Wissen nutzen wollte (UNEP 2021).
„YAYA“ – der Name stammt aus dem Quechua, der Sprache der Inka, und bedeutet so viel wie „der, der gibt“. Das Gerät ist nicht größer als ein kleiner Koffer und kann völlig autark arbeiten. Es kühlt Luft ab, bis die enthaltene Feuchtigkeit kondensiert, sammelt das Wasser und filtert es. Das Ergebnis: sauberes Trinkwasser – direkt aus der Luft (UNEP 2021).
[Wusstest du? YAYA kann nicht nur Wasser aus der Luft holen, sondern auch die Luftfeuchtigkeit messen, Daten speichern und per App übertragen. Es ist also gleichzeitig ein kleines Wetterlabor.]
Von der Werkstatt in die Welt
Max baute den ersten Prototypen in seiner kleinen Werkstatt in Lima. Mit einfachen Mitteln, viel Geduld und unzähligen Nächten testete er verschiedene Materialien, optimierte die Kühlung, verbesserte die Filter. Als das Gerät endlich funktionierte, begann er, es in abgelegenen Dörfern zu testen. Die Reaktionen waren überwältigend (UNEP 2021).
In einem Dorf in der Region Piura, wo die Menschen monatelang auf Tanklastwagen angewiesen waren, lieferte YAYA erstmals konstantes, sauberes Wasser. Die Dorfbewohner konnten wieder Gemüse anbauen, die Kinder mussten nicht mehr stundenlang laufen, um Wasser zu holen. „Das ist mehr als eine Erfindung“, sagt Max. „Das ist Freiheit.“ (UNEP 2021).
Auszeichnung als „Young Champion of the Earth“
2021 wurde Max vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) als „Young Champion of the Earth“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte seine geniale Kombination aus einfacher Technik und großer Wirkung. Das Preisgeld von 15.000 Dollar investierte er sofort in die Weiterentwicklung von YAYA (UNEP 2021).
„Max‘ Erfindung zeigt, dass die Lösungen für unsere größten Probleme oft vor Ort entstehen“, sagte ein UNEP-Sprecher bei der Preisverleihung. „Er nutzt die Ressourcen, die da sind – Luft und Nebel – und verwandelt sie in Leben.“ (UNEP 2021).
Ein Modell für die Welt
Heute wird YAYA nicht nur in Peru eingesetzt, sondern auch in anderen Ländern mit ähnlichen klimatischen Bedingungen: in Chile, in Marokko, im Oman. Max arbeitet daran, die Geräte noch günstiger zu machen, damit sie auch für die ärmsten Gemeinden erschwinglich sind. Sein Traum: eines Tages in jedem wasserarmen Dorf der Welt einen YAYA zu sehen (UNEP 2021).
„Wasser ist ein Menschenrecht“, sagt Max. „Niemand sollte verdursten, nur weil er am falschen Ort geboren wurde. Ich will das ändern.“ (UNEP 2021).
Quellen:
-
UNEP (2021): Young Champion of the Earth – Max Hidalgo Quinto. https://www.unep.org/youngchampions/2021/max-hidalgo-quinto
guteideenblog.org sollte ein interner Link sein. guteideenblog.org © 2025 by Gute Ideen ist lizenziert unter CC BY 4.0. Kurz erklärt: Nutze alles und verlinke auf diesen Artikel.

Ein Kommentar