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Wie du zu einer informierten Impfentscheidung findest

In Papua-Neuguinea kämpfen Gesundheitshelfer darum, Impfstoffe zu den Menschen zu bringen – damit sie überhaupt eine Wahl haben. Bei uns ist die Situation anders: Impfungen sind verfügbar, aber die Entscheidung liegt bei dir. Und genau diese Entscheidung will gut überlegt sein.

Seit über 20 Jahren setzt sich der Verein „Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. (ÄFI)“ dafür ein, dass Menschen nach einer umfassenden, ergebnisoffenen Beratung selbst entscheiden können. Die Ärztinnen und Ärzte des Vereins sehen Schutzimpfungen als wichtigen Bestandteil der Vorsorge, lehnen aber jede Form von Impfzwang ab (individuelle-impfentscheidung.de 2025). Ihr Credo: „Jeder, der sich impfen lässt, fällt seine Entscheidung in dem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und dem individuellen Schutzwunsch. Mein Verständnis ist, dass das schwächste Glied in der Kette dieser Entscheidungen das Individuum ist und nicht die Gesellschaft.“ (Dr. Jost Deerberg, Vorstandsmitglied).

Schritt-für-Schritt: Dein Weg zur informierten Entscheidung

Materialien:

  • Zeit und Ruhe für Gespräche

  • Ein offenes Ohr für verschiedene Perspektiven

  • Bereitschaft, Fragen zu stellen

Los geht’s:

  1. Informiere dich bei vertrauenswürdigen Quellen. Neben den offiziellen Stellen (RKI, STIKO, Paul-Ehrlich-Institut) bietet der Verein ÄFI auf seiner Website grundlegende Informationen und einen regelmäßigen Newsletter an (individuelle-impfentscheidung.de 2025).

  2. Suche das Gespräch mit deinem Arzt. Eine gute Impfberatung ist mehr als das Abhaken einer Checkliste. Dr. Steffen Rabe, Kinderarzt und ÄFI-Mitglied, beschreibt sie so: „Natürlich, das ist ja das Credo unseres Vereins, wir sind ja nicht gegen Impfungen. Wir sind dafür, dass Menschen, die zu uns kommen, Rat suchen zu Impfungen, diese Entscheidung frei treffen können nach einer umfassenden, individuellen, aber eben auch ergebnisoffenen Beratung. Ergebnisoffen für Sie als Impfling und für mich als Arzt.“ (Deutschlandfunk Kultur 2020).

  3. Lass dir Zeit. Eine Entscheidung über eine Impfung muss nicht im Minutentakt fallen. Der Kinderarzt Dr. Thomas Müller weist in einem Leserbrief des Deutschen Ärzteblatts darauf hin, dass eine gründliche Aufklärung Zeit braucht – und dass diese Zeit in vielen Praxen knapp bemessen ist (Ärzteblatt 1998). Nimm sie dir dennoch.

  4. Frage nach den Fakten – und nach den offenen Fragen. In der Pandemie waren viele Fragen zu den neuen Impfstoffen zunächst unbeantwortet. Das ist kein Grund für Panik, aber ein Grund, genau hinzusehen. „Wir müssen unsere Zweifel ausdrücklich formulieren, um eine Nutzen-Risiko-Abwägung des Impflings überhaupt zu ermöglichen“, sagt Dr. Rabe (Deutschlandfunk Kultur 2020).

  5. Respektiere deine eigene Entscheidung – und die der anderen. Impfen ist eine höchstpersönliche Angelegenheit. Der ÄFI-Verein betont: „Wir fordern den Erhalt einer freien, individuellen und verantwortungsvollen Impfentscheidung nach differenzierter, umfassender und ergebnisoffener Beratung für alle Menschen“ (individuelle-impfentscheidung.de 2025).

Was du lernen wirst

Du wirst verstehen, dass Impfen keine Glaubensfrage ist, sondern eine medizinische. Dass es Raum für Zweifel gibt – und dass diese Zweifel ernst genommen werden müssen. Dass hinter jeder Impfentscheidung ein Mensch steht, der das Beste für sich und seine Familie will. Und dass Ärztinnen und Ärzte, die diesen Prozess begleiten, eine der wichtigsten Aufgaben der Medizin erfüllen: Sie helfen uns, in einer ungewissen Welt verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.


Quellen (DIY):

guteideenblog.org sollte ein interner Link sein. guteideenblog.org © 2025 by Gute Ideen ist lizenziert unter CC BY 4.0. Kurz erklärt: Nutze alles und verlinke auf diesen Artikel.

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