„Endlich wieder sorgenfrei essen gehen“: Wie eine App aus Nürnberg chronisch Kranken die Freiheit zurückgibt

Stell dir vor, du möchtest mit Freunden essen gehen. Nichts Besonderes, nur ein Abend in einem netten Restaurant. Doch für dich ist es jedes Mal eine Herausforderung: Ist das Lokal ebenerdig? Gibt es einen Aufzug? Sind die Wege breit genug? Werden die Kellner verstehen, dass du nur kleine Portionen verträgst? Die meisten Menschen machen sich solche Gedanken nicht. Für chronisch Kranke sind sie Alltag. Oft bleibt am Ende nur: Zuhause bleiben. Zu unsicher. Zu anstrengend. Zu viel Angst vor bösen Überraschungen.

Genau hier setzt Libati an, ein soziales Startup aus Nürnberg. Die Idee ist so einfach wie genial: Eine App, die wie ein persönlicher Reiseführer für chronisch Kranke funktioniert. Nach dem Prinzip von TripAdvisor können Nutzerinnen und Nutzer Restaurants, Cafés, Hotels und andere Orte nach Kriterien bewerten, die für sie wirklich wichtig sind – und andere finden so genau die Informationen, die sie brauchen (libati.org; Appstor.io 2024).

Wusstest du?
Die App hat bereits über 1.000 Bewertungen und wird im Schnitt mit 4,8 Sternen ausgezeichnet – ein Zeichen dafür, wie dringend ein solches Angebot gebraucht wird (Appstor.io 2024).

So funktioniert’s

Wer Libati nutzt, registriert sich zunächst und wählt die Krankheit(en) aus, von denen er oder sie betroffen ist. In einem zweiten Schritt fragt die App gezielt ab, welche Gegebenheiten die Symptome triggern können – zum Beispiel Treppen, grelles Licht, laute Geräusche oder bestimmte Gerüche. Danach kann die Suche starten (Appstor.io 2024).

Das Besondere: Jeder Ort wird farblich markiert.

  • Grün: Alles klar! Dieser Ort entspricht deinen Bedürfnissen.

  • Orange: Dieser Ort könnte deine Symptome triggern – Vorsicht geboten.

  • Rot: Achtung! Dieser Ort wird deine Symptome mit hoher Wahrscheinlichkeit auslösen (Appstor.io 2024).

Die Bewertungen stammen von den Nutzerinnen und Nutzern selbst – von Menschen also, die genau wissen, worauf es ankommt. Wer einen Ort besucht, kann selbst bewerten, Fotos hochladen und Kommentare hinterlassen. So wächst die Datenbank stetig und wird immer verlässlicher (Gleauty 2024).

Mehr als nur Barrierefreiheit

Libati geht über die reine Barrierefreiheit hinaus. Denn chronische Krankheiten sind vielfältig – und die Bedürfnisse der Betroffenen ebenso. Für Menschen mit Adipositas können breite Stühle oder freundliche Bedienung, die kleinere Portionen ermöglicht, entscheidend sein. Für Asthmatiker ist wichtig, ob es viele Treppen gibt oder ob die Luftqualität schlecht ist. Für Menschen mit chronischen Schmerzen zählt, ob es bequeme Sitzgelegenheiten gibt und ob die Wege kurz sind (Gleauty 2024).

Das Team um Gründer Benjamin Jeremy Drury arbeitet ständig daran, die App zu verbessern. Nach dem erfolgreichen Launch der ersten Version sammelten sie intensiv Feedback und bereiten nun die zweite Version vor – mit besserer User Experience und neuen Funktionen. Besonders wichtig ist ihnen dabei die Einbindung der Community: Über Umfragen fragen sie gezielt nach den Erfahrungen von Betroffenen, zum Beispiel von Menschen mit Adipositas in München (Gleauty 2024; libati.org).

Wusstest du?
Auch Krebserkrankungen zählen heute zu den chronischen Krankheiten, da sie immer wieder zurückkommen können. Der Brustkrebsmonat Oktober macht jedes Jahr auf die Situation von Betroffenen aufmerksam – und Libati unterstützt diese Aufklärung aktiv (Gleauty 2024).

Eine wachsende Community

Was als kleine Idee in Nürnberg begann, entwickelt sich längst zu einer Bewegung. Die App ist kostenlos für iOS und Android erhältlich, und das Team sucht ständig neue Mitstreiter – ob Entwickler, die ehrenamtlich helfen wollen, oder Nutzer, die ihre Erfahrungen teilen (Gleauty 2024).

Die Vision geht über Deutschland hinaus: Langfristig soll Libati international werden und auf immer mehr Krankheiten ausgeweitet werden. Denn überall auf der Welt gibt es Menschen, die gerne unterwegs wären – und denen die nötigen Informationen fehlen (libati.org).

Bis es so weit ist, wächst die Community hier Schritt für Schritt. Jede Bewertung, jeder Kommentar, jedes geteilte Foto macht die Welt für chronisch Kranke ein kleines Stückchen zugänglicher. Und das Schöne: Jeder kann mitmachen.


Quellen:


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