Ein 15-Jähriger aus Berlin baut einen 3D-Drucker der Spitzenklasse – und beweist, dass Eigenbau die halb so teure Alternative sein kann
Finn Immanuel Schwarz (15) vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Berlin tüftelt bereits seit längerem an 3D-Druckern. Mit seinem zweiten Eigenbau wollte er es wissen: Kann ein selbst gebautes Gerät mit einem kostengünstigen Modell aus dem Handel mithalten? Das Ergebnis ist ein professionell konstruierter Drucker mit geschlossenem Gehäuse, wassergekühltem Druckkopf und ausgefeilter Technik – zum halben Preis vergleichbarer Produkte. Dafür wurde Finn beim Landeswettbewerb Berlin von Jugend forscht mit dem ersten Preis im Fachgebiet Technik ausgezeichnet und vertrat die Hauptstadt Ende Mai 2025 beim Bundesfinale in Hamburg (Jugend-forscht.de 2025a; KKG Berlin 2025).
Die 3D-Druck-Technologie hat in den letzten Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Was früher Industrie und Forschung vorbehalten war, hält heute in immer mehr Hobbykellern und Schulen Einzug. Doch hochwertige Geräte kosten oft mehr als tausend Euro, günstige Einsteigermodelle haben ihre Tücken. Finn, der sich schon länger intensiv mit dem Thema beschäftigt, wollte einen Mittelweg finden: einen Drucker, der in Qualität und Langlebigkeit mit teuren Geräten mithalten kann, aber zu einem Bruchteil der Kosten zu realisieren ist (Jugend-forscht.de 2025a).
Wusstest du? Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Berlin wurde beim Landeswettbewerb als besonders engagierte Schule ausgezeichnet und erhielt den Schulpreis. Neben Finn überzeugten auch andere Teams mit herausragenden Projekten, darunter ein Schleimpilzcomputer und eine Magnetschwebebahn (KKG Berlin 2025).
Ein Drucker der Extraklasse aus Einzelteilen
Finns neues Modell, das er schlicht „Mein selbst gebauter 3-D-Drucker 2.0“ nannte, ist ein durchdachtes technisches Meisterwerk. Das Gehäuse besteht aus einem stabilen Aluminiumrahmen, der mit Plexiglas verkleidet ist – eine geschlossene Bauweise, die für konstante Temperaturen im Bauraum sorgt und die Druckqualität verbessert. Der Druckkopf wird nicht einfach nur belüftet, sondern aktiv wassergekühlt, was selbst bei langen Druckvorgängen eine präzise Temperaturregelung ermöglicht (Jugend-forscht.de 2025b).
Für die Bewegung der Achsen sorgen hochpräzise Schrittmotoren. Besonders raffiniert: Finn integrierte einen Beschleunigungssensor, der störende Schwingungen während des Druckvorgangs erkennt und aktiv kompensiert. Das Ergebnis sind saubere Oberflächen und maßgenaue Bauteile, selbst bei hohen Druckgeschwindigkeiten. Eine spezielle Riemenführung erlaubt zudem schnelle Achsbewegungen ohne Qualitätsverlust (Jugend-forscht.de 2025a).
Gesteuert wird das Gerät über eine Open-Source-Software, die Finn an seine Bedürfnisse anpassen konnte – ein weiterer Vorteil des Eigenbaus gegenüber geschlossenen kommerziellen Systemen. Die Kosten für das gesamte Projekt? Etwa 600 Euro. Damit liegt Finns Drucker preislich um die Hälfte unter vergleichbaren Produkten aus dem Handel, ohne Abstriche bei der Leistung zu machen (Jugend-forscht.de 2025b).
Wusstest du? Open-Source-Software ist in der 3D-Druck-Szene weit verbreitet. Sie erlaubt es Bastlern und Entwicklern, die Steuerung ihrer Geräte genau auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen und Verbesserungen mit der Community zu teilen – ein entscheidender Vorteil gegenüber geschlossenen Systemen.
Vom Klassenzimmer auf die große Bühne
Mit seinem Projekt trat Finn beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht in Berlin an. Seine Arbeit überzeugte die Jury und brachte ihm den ersten Platz im Fachgebiet Technik ein (Jugend-forscht.de 2025a). Damit qualifizierte er sich für das Landesfinale Berlin, das im März 2025 stattfand. Auch hier setzte er sich gegen starke Konkurrenz durch und holte den Landessieg – die Fahrkarte zum 60. Bundesfinale von Jugend forscht, das vom 29. Mai bis 1. Juni 2025 in Hamburg stattfand (KKG Berlin 2025).
Seine Schule, das Käthe-Kollwitz-Gymnasium, war mit insgesamt sechs Teams beim Landeswettbewerb vertreten und räumte mehrere Preise ab. Neben Finns Sieg in der Kategorie Technik gewann Siddhartha mit einer digitalen Schließfachverwaltung den ersten Platz im Fachgebiet Arbeitswelt. Auch Emma (Polarlichter), Simon und Erik (Schleimpilzcomputer), Iulia und Carlotta (Nebelkammer) sowie Max und Oliver (Magnetschwebebahn) überzeugten die Jury (KKG Berlin 2025). Das Gymnasium wurde daraufhin als besonders engagierte Schule mit dem Schulpreis ausgezeichnet – eine Bestätigung für die hervorragende Arbeit der betreuenden Lehrkräfte Frau Ziomkowska und Herrn Albrecht (KKG Berlin 2025).
Beim Bundesfinale in Hamburg, das gemeinsam von der Stiftung Jugend forscht und der Helmut-Schmidt-Universität ausgerichtet wurde, trafen die besten Jungforscher Deutschlands aufeinander. Finn präsentierte sein Projekt routiniert den Fachjuroren und ließ sich von anderen MINT-Bereichen inspirieren. Ein Bundespreis blieb ihm zwar verwehrt, doch die Teilnahme am renommiertesten Nachwuchswettbewerb des Landes war für den 15-Jährigen bereits ein großer Erfolg.
Was bleibt
Finn Immanuel Schwarz hat mit seinem selbst gebauten 3D-Drucker bewiesen, dass Innovation nicht teuer sein muss. Sein Projekt ist ein Paradebeispiel für gelebte Maker-Kultur: Aus Einzelteilen, Know-how und Beharrlichkeit entsteht ein Gerät, das mit kommerziellen Produkten nicht nur mithalten kann, sondern sie in mancher Hinsicht sogar übertrifft. Die Erfahrungen aus seinem Projekt wird Finn sicher in zukünftige Tüfteleien einbringen – und vielleicht entsteht eines Tages eine Version 3.0, die wieder neue Maßstäbe setzt.
Quellen:
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Jugend-forscht.de 2025a. „Mein selbst gebauter 3-D-Drucker 2.0 – nun konkurrenzfähig?!“ [online] Verfügbar unter: https://www.jugend-forscht.de/virtuelle-ausstellung/detailseite/Mein_selbstgebauter_3-D-Drucker_20_-_nun_konkurrenzfaehig.html
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Jugend-forscht.de 2025b. „Mein selbst gebauter 3-D-Drucker 2.0 – nun konkurrenzfähig?!“ [online] Verfügbar unter: https://www.jugend-forscht.de/index.php?id=262&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bproject%5D=7712
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KKG Berlin 2025. „Jugend forscht – Drei Landessiege und Schulpreis für das KKG“. [online] Verfügbar unter: https://www.kkg.berlin/aktuelles/jugend-forscht-drei-landessiege-und-schulpreis-fur-das-kkg/
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