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Starte eine Urban-Sketching-Gruppe in deiner Stadt – Mit Block, Stift und offenen Augen

Du musst keine gelernte Künstlerin sein, um eine Urban-Sketching-Gruppe zu gründen. Gabriel Campanario, der Gründer der Bewegung, hat selbst als begeisterter Amateur angefangen. Seine Botschaft: „Du brauchst nur einen Stift und ein Notizbuch“ . Der Rest kommt von allein – mit offenen Augen, ein bisschen Mut und der Freude am gemeinsamen Entdecken.

Die Idee ist einfach: Du suchst dir einen Ort in deiner Stadt, triffst dich mit Gleichgesinnten und zeichnest, was du siehst. Kein Leistungsdruck, keine Bewertung, nur die gemeinsame Freude am Skizzieren. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du deine eigene Urban-Sketching-Gruppe startest.

Was du brauchst

  • Ein Skizzenbuch – egal ob klein oder groß, teuer oder günstig. Hauptsache, du magst es.

  • Einen Stift – viele schwören auf Fineliner, aber Kugelschreiber, Bleistift oder Füller gehen auch.

  • Einen Klapphocker – wer länger steht, wird es danken. Einfach ein Stück Pappe zum Draufsetzen tut’s aber auch.

  • Offene Augen – die wichtigste Ausrüstung.

  • Ein bisschen Mut – zum ersten Treffen, zum Zeigen der Zeichnungen, zum Draufloszeichnen.

Wusstest du? In Portland kommen regelmäßig etwa 50 Sketcher zu den monatlichen Treffen – vom Anfänger bis zum Profi. „Wir suchen uns einfach ein anderes Viertel zum Erkunden aus, wo wir vielleicht alte Häuser zeichnen oder kleine Eckläden“, sagt eine Organisatorin .

Los geht’s – in 6 Schritten

1. Finde deine ersten Mitstreiter

Am Anfang reichen ein, zwei Freunde, die Lust haben mitzumachen. Vielleicht kennst du jemanden aus der Nachbarschaft, der auch gerne zeichnet? Oder du hängst einen Zettel im nächsten Café aus. In Mesum begann Gabriele Podoll mit einem kostenlosen Austausch für Urban Sketcher – und schon bald kamen Interessierte aus den umliegenden Städten .

2. Wähl ein erstes Motiv

Für den Anfang reicht ein einfaches Motiv – vielleicht eine Tür, ein alter Baum oder ein markantes Gebäude. Gabriele Podoll empfiehlt, sich zunächst mit einem Detail zu beschäftigen: „Momentan setzen wir uns mit dem Thema Türen auseinander, das ist für Neulinge erstmal eine leichtere Herangehensweise, um nicht gleich ein ganzes Gebäude zu zeichnen“ .

3. Legt einen festen Termin fest

Regelmäßigkeit hilft. Ob einmal im Monat oder alle zwei Wochen – Hauptsache, alle wissen Bescheid. In Portland treffen sich die Sketcher monatlich . In Salzwedel ist Annette Wiechert immer wieder unterwegs, um Gebäude zu skizzieren – aber auch spontan, wenn sie ein schönes Motiv entdeckt .

4. Zeichnet, tauscht euch aus, lernt voneinander

Beim gemeinsamen Zeichnen entstehen die schönsten Gespräche. Die einen zeigen ihre Techniken, die anderen fragen nach Tipps. Wichtig ist: Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Freude am Skizzieren. Noor Alkurd, der bei seinem zweiten Treffen in Portland dabei war, bringt es auf den Punkt: „Ich finde, Zeichnen hat mir geholfen, mehr vom Alltag zu sehen. Es trainiert dein Auge dafür, was du schön findest“ .

5. Teilt eure Zeichnungen online

Ein zentraler Gedanke der Urban-Sketchers-Bewegung ist das Teilen der Werke – online, mit der ganzen Welt. Legt einen Instagram-Account an, postet eure Zeichnungen, vernetzt euch mit anderen Gruppen. Die offizielle Urban Sketchers Instagram-Seite hat fast 300.000 Follower . Vielleicht wird auch eure Seite bald entdeckt.

6. Werdet offizielles Chapter

Wenn eure Gruppe wächst und ihr regelmäßig zeichnet, könnt ihr euch als offizielles Urban-Sketchers-Chapter bewerben. Auf der Website urbansketchers.org findet ihr alle Informationen dazu. Die Vorteile: ihr werdet Teil eines weltweiten Netzwerks, bekommt Unterstützung von Regionalkoordinatoren und könnt das offizielle Logo mit eurem Stadtnamen nutzen .

Was du beachten musst

Wetter: Urban Sketching findet draußen statt – also zieh dich dem Wetter entsprechend an. Ein kleiner Klapphocker ist Gold wert, wenn es länger dauert.

Genehmigungen: In den meisten Fällen ist das Zeichnen im öffentlichen Raum erlaubt. Wenn ihr vor einem privaten Gebäude sitzt, fragt lieber kurz nach.

Respekt: Ihr zeichnet Menschen, die sich vielleicht nicht beobachtet fühlen. Seid diskret und fragt nach, wenn ihr jemanden portraitieren wollt.

Material-Tipps für den Einstieg

Gabriele Podoll trägt ihre Ausrüstung in einer Bauchtasche: Bleistift und Kugelschreiber, kleine Skizzenbücher und ein leichter Hocker aus Aluminium . Mehr braucht es nicht. Annette Wiechert hat immer ein Buch und einen Stift in der Tasche – aus Angst, ein Motiv zu verpassen .

Für den Anfang reicht völlig:

  • Ein Skizzenbuch in A5 oder A6 (passt in jede Tasche)

  • Ein schwarzer Fineliner (Stärke 0.3 oder 0.5)

  • Ein Bleistift (zum Vorzeichnen)

  • Ein Radiergummi

  • Optional: Ein kleiner Aquarellkasten und ein Wassertankpinsel

Was du lernen wirst

Du wirst erleben, wie deine Stadt sich verändert, wenn du sie mit dem Stift erkundest. Du wirst Details entdecken, die dir vorher nie aufgefallen sind. Du wirst lernen, dass Perfektion nicht zählt – sondern der Moment, den du festhältst. Und du wirst Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Menschen, die ihre Welt zeigen – eine Zeichnung nach der anderen.


Die hier beschriebenen Ideen sind als Inspiration gedacht, nicht als geprüfte Anleitung. Prüf bitte selbst, welche Regeln an deinem Wunschort gelten, und hol dir bei Bedarf professionellen Rat. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden oder Rechtsfolgen, die durch die Umsetzung dieser Ideen entstehen. Du handelst in eigener Verantwortung.

Hast du selbst Erfahrung mit Urban Sketching oder eine Gruppe gegründet? Dann erzähl uns davon in den Kommentaren – deine Tipps können anderen helfen, den Einstieg zu finden!

Weitere hilfreiche Links:


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