Nachhaltigkeit & Umwelt

Dauerhaft die Natur schützen in deiner Region – so wirkst du mit

Im Hauptartikel „Wildnis durch Eigentum: Wie die Heinz Sielmann Stiftung über 16.000 Hektar Deutschland dauerhaft der Natur zurückgibt“ erfährst du, wie eine private Stiftung durch konsequenten Flächenkauf und Renaturierung einen der bedeutendsten Biotopkorridore Europas sichert. Hier erfährst du, wie du selbst – auch ohne Stiftungsvermögen – zum Schutz und zur Vernetzung von Lebensräumen in deiner Region beitragen kannst.

Was du brauchst

  • Interesse an einem konkreten Schutzprojekt in deiner Region
  • Grundkenntnisse über lokale Biotope und ihre Gefährdung
  • Kontakt zur Heinz Sielmann Stiftung, zum BUND oder zum lokalen Naturschutzamt
  • Optional: eigene Fläche, Garten oder Pachtland für erste Maßnahmen

Was du lernen wirst

https://www.youtube.com/watch?v=0PD-Pj55LXg&pp=ygUWd2llIHNjaMO8dHplIGljaCBuYXR1cg%3D%3D

Welche konkreten Maßnahmen Biotopkorridore stärken, wie Totholz und Feuchtflächen als Klimapuffer wirken, und wie du als Privatperson oder Unternehmen Naturschutzflächen dauerhaft sichern kannst.

Los geht’s

Schritt 1: Lokale Biotopverbundplanung kennenlernen Fast jeder Landkreis in Deutschland hat eine Biotopverbundplanung – eine Karte, die zeigt, wo Lebensräume verbunden sind und wo Lücken klaffen. Diese Unterlagen sind bei der Unteren Naturschutzbehörde zugänglich. Sie zeigen, wo Maßnahmen am dringendsten gebraucht werden – und wo dein Engagement den größten Hebeleffekt hat.

Schritt 2: Totholz auf eigenen Flächen belassen Wer einen Garten, eine Streuobstwiese oder ein Waldstück besitzt: Lasse abgestorbene Äste und Baumstämme liegen. Totholz ist kein Abfall, sondern Lebensraum für über 1.300 Käferarten, Spechte, Fledermäuse und Pilze. Bereits ein einzelner Totholzstamm in einem Garten erhöht die lokale Artenvielfalt messbar. Die Sielmann Stiftung setzt dieses Prinzip im Maßstab von Tausenden Hektar um – du kannst es im Maßstab deines Gartens tun.

Totholz kann man einfach so aufstapeln. Foto von Serhii Barkanov: https://www.pexels.com/de-de/foto/stapel-gefallter-baumstamme-in-naturlicher-umgebung-36788663/
Totholz kann man einfach so aufstapeln. Foto von Serhii Barkanov: https://www.pexels.com/de-de/foto/stapel-gefallter-baumstamme-in-naturlicher-umgebung-36788663/

Schritt 3: Entwässerung rückbauen oder verhindern Hast du Zugang zu einer Feuchtwiese, einem Graben oder einer Senke auf deinem Grundstück? Prüfe, ob Entwässerungsgräben verschlossen oder verflacht werden können. Feuchte Senken, die sich bei Regen füllen, sind wertvolle Mikrohabitate und Klimapuffer. Für größere Maßnahmen gibt es Förderprogramme über den Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) und Länderprogramme zur Moorwiedervernässung.

Schritt 4: Spenden oder Flächenpatenschaft übernehmen Die Heinz Sielmann Stiftung bietet Flächenpatenschaften an – du unterstützt finanziell den Kauf oder die Pflege konkreter Naturlandschaften. Auch BUND und NABU sichern über Flächenkaufprogramme gezielt Biotopverbundflächen. Das ist eine der direktesten Formen des Naturschutzes: dein Geld kauft echten Lebensraum, dauerhaft und rechtlich gesichert.

Schritt 5: Umweltbildung unterstützen oder nutzen Gut Herbigshagen bietet Umweltbildungsprogramme für Schulen und Gruppen. Wer selbst Kinder oder Jugendliche begleitet – als Elternteil, Lehrperson oder in der Vereinsarbeit – kann diese Angebote nutzen. Wer in der Bildungsarbeit tätig ist, kann Kooperationen mit der Stiftung anfragen. Naturerfahrung in der Kindheit ist der stärkste Prädiktor für späteres Naturschutzengagement.

Schritt 6: Das Grüne Band sichtbar machen Wandere, radle oder laufe auf Abschnitten des Grünen Bandes – der Europäische Fernwanderwand entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs macht es zugänglich. Teile die Erfahrung in deinem Umfeld. Was Menschen kennen und schätzen, schützen sie. Das Grüne Band ist eines der eindrücklichsten Beispiele dafür, wie aus einer menschlichen Katastrophe ein ökologisches Wunder entstehen kann. Lies mehr über das wundervolle Projekt der Heinz Siemann Stiftung hier: Das grüne Band in Deutschland: Naturschutz durch Kauf von 16.500 Hektar Wildnis

Wusstest du? Der Schwarzstorch ist scheu, selten und ein zuverlässiger Indikator für intakte Feuchtwälder und saubere Fließgewässer. Wo er brütet, stimmt das Zusammenspiel aus Störungsarmut, Wasserqualität und Waldstruktur. Die Sielmann Stiftung nutzt ihn als Leitart für ihre Renaturierungsmaßnahmen im Eichsfeld – eine Art, deren Anwesenheit zeigt, dass ein Ökosystem wirklich funktioniert.

Weiter gedacht

Informiere dich über das Nationale Naturerbe – ein Programm, mit dem der Bund ehemalige Militärflächen und Treuhandliegenschaften dauerhaft in Naturschutzflächen umwandelt. Die Sielmann Stiftung ist einer der Träger dieses Programms. Wer politisch aktiv ist, kann sich dafür einsetzen, dass weitere Flächen in dieses Programm aufgenommen werden: sielmann-stiftung.de, bfn.de.


Es gibt viele Wege, diese Idee umzusetzen. Die Anregungen oben sollen nur eine Inspiration sein – wichtig ist, dass du deinen persönlichen Weg findest. Oft verliert man sich, wenn man sich zu streng an den Anleitungen anderer orientiert. Folge deinem Herzen – es weiß immer, wo der richtige Weg ist.

Planst du etwas Ähnliches oder hast du ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt? Schreib uns unten in die Kommentare – davon können andere lernen und mitmachen.

Wichtiger Hinweis: Alle Ideen sind Inspirationen, keine geprüften Anleitungen. Du handelst in eigener Verantwortung. Bei baulichen, technischen oder rechtlichen Fragen hole bitte fachkundigen Rat ein. Bei Projekten mit Kindern ist besondere Sorgfalt geboten. Bist du noch jung? Dann sprich vorher mit deinen Eltern. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, Verletzungen oder Rechtsfolgen, die durch die Nutzung dieser Ideen entstehen.


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Quellen

Heinz Sielmann Stiftung 2025. „Stiftungsbericht 2024/2025 – Naturlandschaften und Biotopverbund“. [online] Verfügbar unter: https://www.sielmann-stiftung.de

Bundesamt für Naturschutz 2025. „Das Grüne Band Deutschland – Nationales Naturmonument“. [online] Verfügbar unter: https://www.bfn.de

Riecken U. et al. 2022. „Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands“. Bundesamt für Naturschutz. [online] Verfügbar unter: https://www.bfn.de

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