Mama geht tanzen (und papa ist zu hause). Foto von Kwami Fattah Al Sissi auf Unsplash

Mama geht tanzen – 180 Minuten Freiheit, die um 23 Uhr endet

(Wuppertal) Es war kein Businessplan, kein Investor, kein Trend-Report. Es war ein ganz normaler Abend unter Freundinnen, bei dem zwei Mütter feststellten, dass sie das Tanzen vermissten – und dass es schlicht keine Party gab, die zu ihrem Leben passte. Andrea Rücker und Anna Schumacher, zwei Mamas aus Wuppertal mit damals zusammen fünf kleinen Kindern, beschlossen im November 2022, das Problem selbst zu lösen.

Was daraus wurde, überraschte sie selbst am meisten.

Die Ausgangslage war einfach und gleichzeitig symptomatisch: Clubs beginnen spät, oft erst gegen Mitternacht läuft die Musik so richtig. Für Mütter mit Kleinkindern ist das strukturell unmöglich – nicht wegen mangelnder Lust, sondern wegen Realität. Andrea stillte damals noch, die Kleine schlief abends zuverlässig um 20 Uhr tief. «Bis 0 Uhr warten bis der Club aufmacht, war da undenkbar», erzählen die beiden Gründerinnen (Echte Mamas, 2023).  Also riefen sie eine After-Care-Party ins Leben: Start um 20 Uhr, Ende um 23 Uhr, 180 Minuten Tanzfläche – danach nach Hause.

Eine erste Party. Und dann?

Bei Mama geht tanzen sind nur Frauen anwesend. Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@anitamonteiro?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText">Anita Monteiro</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/drei-frauen-die-bei-einem-konzert-mit-fliegenden-haaren-tanzen-p04koMVacI0?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText">Unsplash</a>
Bei Mama geht tanzen sind nur Frauen anwesend. Foto von Anita Monteiro

Ursprünglich war geplant, ein- bis zweimal im Jahr in Wuppertal zu feiern. Doch das Konzept begeisterte so viele Frauen, dass die Partyreihe schon bald in ganz Deutschland veranstaltet wurde (Radio RSG, o. J.). Das Modell funktioniert als Franchise: Lokale Organisatorinnen – fast immer selbst Mütter – nehmen Kontakt zu den Gründerinnen auf, schauen ob die Chemie stimmt, und organisieren die Partys eigenständig (Osthessen-Zeitung, 2024).

«Der Riesenerfolg dieser einzigartigen Party-Reihe hat uns dazu motiviert, das Konzept auf weitere Städte auszuweiten. Aktuell organisieren über 30 Mütter MAMAGEHTTANZEN bereits in den grössten Städten Deutschlands und sogar in Österreich und der Schweiz», sagen die beiden Gründerinnen (Wasserburger Stimme, 2024).

Heute gibt es die Reihe in Deutschland, Österreich, Niederlanden, der Schweiz, Schweden und Frankreich – dort unter den Namen MAMANSORTDANSER, MAMAGOESDANCING und MAMAGAATDANSEN.

Wusstest du? Die erste Party in Berlin war bereits ausverkauft, bevor die Veranstaltung überhaupt stattfand. . Events in München, Frankfurt, Rosenheim und zahlreichen anderen Städten folgten demselben Muster – Tickets weg, noch bevor lokale Medien berichteten (Nightlife030, 2024).

Was die Party so besonders macht

Das Konzept ist radikal einfach: Die Club-Kultur passt sich dem Alltag an – nicht umgekehrt. Es gibt kein Warm-up, keine lange Anreise in der Nacht, kein schlechtes Gewissen. Die Tanzfläche ist laut Berichten der Gründerinnen direkt von Beginn an voll – etwas, das in normalen Clubs oft eine Stunde dauert (Echte Mamas, 2023).

Der Raum ist bewusst als Safe Space konzipiert: ausschliesslich für Frauen.

Gespielt wird gemischte Musik – 80er, 90er, Charts, Hip-Hop – auf DJ-Niveau. Was fehlt: Dresscode-Druck, Schminkeaufwand, Angst vor dem nächsten Morgen. Viele kommen direkt aus dem Alltag – bequeme Schuhe, keine High Heels (Kammerspiele, 2026).

Wusstest du? Das Wachstum lief vollständig ohne klassische Werbung – einzig über Social Media und Mundpropaganda. Von Dezember 2022 bis Anfang 2024 wuchs die Community auf fast rund 150.000 Followerinnen (Nightlife030, 2024).

Mehr als eine Party

Was «Mama geht tanzen» von einem normalen Club-Event unterscheidet, ist die emotionale Dimension. «Wir lieben es Mama zu sein, aber wir lieben es auch, Anna und Andrea zu sein», sagen die Gründerinnen über sich selbst – und dieses Gefühl wollen sie auf ihren Partys transportieren (Echte Mamas, 2023).

Darin liegt der eigentliche Kern: Es geht nicht darum, die Mutterschaft kurz zu vergessen. Es geht darum, sich selbst nicht zu verlieren. Drei Stunden tanzen, und dann frühstückt man mit den Kindern – aber mit einem anderen Gefühl in sich.

 

Hast du Lust auch eine Mama geht Tanzen Part zu organisieren? Kontaktiere die Gründer oder lies den anderen Artikel: Deine eigene «Mama geht tanzen»-Nacht: So geht’s

Quellen

Mamagehttanzen.com (o. J.): Startseite und Über uns. mamagehttanzen.com.

Echte Mamas (2023): Partyreihe von Mamas für Mamas: Tanzen, was das Zeug hält! echtemamas.de.

Wasserburger Stimme (2024): Mama geht tanzen. wasserburger-stimme.de.

Nightlife030 (2024): Mama geht tanzen – familienfreundliche Partyreihe aus Wuppertal. nightlife030.de.


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