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„Lauf los – und nimm den Müll mit“: Wie Plogging Sport und Umweltschutz verbindet

(Schweden/weltweit) „Wir haben in einer Stunde zu viert über zehn Kilo Müll gesammelt – und dabei unsere Bestzeit gelaufen.“ Was sich anhört wie ein Widerspruch, ist das Prinzip von Plogging: Joggen und Müll aufsammeln in einem. Was 2016 in Schweden begann, ist längst ein weltweiter Trend.

Das Wort erklärt sich, sobald man seine Herkunft kennt: plocka ist das schwedische Verb für „aufsammeln“ – kombiniert mit jogging ergibt sich plogging. Das Prinzip ist genauso simpel wie das Wort: Wer läuft, nimmt eine Tüte mit. Was auf dem Weg liegt, kommt rein. Am Ende hat man Sport gemacht und die Umgebung ein Stück sauberer hinterlassen.

Die Runacademy in Schweden gehörte zu den frühen Verbreitern der Bewegung. Was dort als lokale Initiative begann, hat sich über Social Media in Dutzende Länder verbreitet – mit dem Hashtag #plogging als gemeinsamer Fahne.

Sport mit Nebenwirkung

Wer plogt, macht mehr als joggen. Das Bücken und Strecken beim Aufsammeln ähnelt Mobility-Training. Das Tempo wechselt zwischen Laufen und kurzem Stopp – ein natürliches Intervalltraining, ohne dass man es bewusst plant. Und wer mit Freunden unterwegs ist, merkt schnell: Der soziale Aspekt macht den entscheidenden Unterschied zwischen einmaligem Ausprobieren und regelmäßiger Gewohnheit.

In Deutschland laufen oder joggen schätzungsweise 5,6 bis 5,7 Millionen Menschen regelmäßig in ihrer Freizeit (VuMA 2024). Wenn auch nur ein Bruchteil davon gelegentlich eine Tüte mitnimmt, ist der ökologische Effekt beträchtlich – vier Läufer, eine Stunde, zehn Kilo Müll zeigen, was möglich ist.


Wusstest du? Plogging verbrennt laut Fitnesstrackern mehr Kalorien als normales Joggen – weil das Bücken, Aufstehen und Tempowechseln zusätzliche Muskelgruppen aktiviert. Wer also die Umwelt rettet, tut damit auch sich selbst einen Gefallen.


Nicht nur für Läufer

Wer nicht joggt, muss trotzdem nicht außen vor bleiben. Das Äquivalent für Spaziergänger heißt Plalking – aus plocka und walking – und funktioniert nach demselben Prinzip: raus, Tüte mit, Müll aufsammeln, zurück. Kein Laufen nötig, keine besondere Ausrüstung, keine Anmeldung.

Einen Schritt weiter geht die #BinBagChallenge, ins Leben gerufen von Riccardo Wenzel und seinem Team. Angelehnt an die Ice Bucket Challenge, die einst um die Welt ging: Einen Müllsack voll Unrat sammeln – egal ob zu Fuß, per Kanu oder beim Klettern – und anschließend drei Freunde in sozialen Netzwerken nominieren, es einem gleichzutun. Die Bewegung lebt von ihrer Kettenreaktion.


Wusstest du? Laut Schätzungen des NABU landen jährlich rund 20.000 Tonnen Plastikmüll in deutschen Gewässern – ein erheblicher Teil davon stammt aus dem direkten Umfeld von Wegen, Parks und Ufern, wo Plogging und Plalking den größten unmittelbaren Effekt haben.


Einfach anfangen

Das Schöne an Plogging und Plalking ist, dass sie keine Hürden kennen. Kein Verein, keine Anmeldung, kein Termin. Eine Tüte, ein paar Handschuhe, ein Weg – und los. Wer Gleichgesinnte sucht, findet lokale Gruppen über den Hashtag #plogging oder #binbagchallenge in sozialen Netzwerken.

Manchmal ist der einfachste Einstieg der wirksamste: rausgehen, aufsammeln, weiterlaufen.

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Quellen

VuMA Arbeitsgemeinschaft 2024. „Verbrauchs- und Medienanalyse – Sport und Freizeit in Deutschland“. [online] Verfügbar unter: https://www.vuma.de/

Runacademy Sverige 2024. „Plogging – laufen und sammeln“. [online] Verfügbar unter: https://www.runacademy.se/

NABU 2023. „Plastikmüll in deutschen Gewässern“. [online] Verfügbar unter: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/verschmutzung/

Keep Sweden Tidy Foundation 2023. „The Origins of Plogging“. [online] Verfügbar unter: https://www.hsr.se/